KI-Tools enttäuschen bei Produktivität
20.02.2026 - 10:01:12 | boerse-global.deNeue Daten zeigen: KI-Tools in Unternehmen bringen kaum messbare Effizienzgewinne. Eine aktuelle Umfrage unter Führungskräften in Europa und den USA liefert ernüchternde Fakten. Über 80 Prozent der befragten Unternehmen verzeichnen bisher keine Produktivitätssteigerung.
Die große Diskrepanz: Hohe Nutzung, geringer Effekt
Rund 70 Prozent der Unternehmen setzen KI-Technologien bereits aktiv ein. Die erhofften Effekte – eine Produktivitätssteigerung von 1,4 Prozent und eine Reduzierung der Belegschaft – bleiben jedoch aus. Selbst in den Führungsetagen werden die Tools kaum genutzt: Ein Drittel der Manager nutzt sie durchschnittlich nur 1,5 Stunden pro Woche, ein Viertel verzichtet ganz.
Die Zahlen legen einen Schluss nahe: Die Software ist gekauft, aber nicht in die täglichen Abläufe integriert. Die Kluft zwischen Erwartung und Realität klafft weit auseinander.
Das Jevons-Paradoxon: Mehr Arbeit durch Automatisierung?
Ein zweiter alarmierender Trend betrifft die Anwender selbst. Statt gewonnene Zeit für Erholung zu nutzen, füllen sogenannte Power-User sie sofort mit neuen Aufgaben. Dieses „Produktivitäts-Paradoxon“ führt zu einer neuen Form des Burnouts.
Frühe Anwender, die Tools wie Microsoft Copilot intensiv nutzen, arbeiten oft länger als Kollegen ohne KI. Warum? Die Erwartung an den Output steigt schneller als die tatsächliche Ersparnis. Dauert eine Präsentation nur noch 20 statt vier Stunden, werden plötzlich zwölf Präsentationen erwartet – die kognitive Belastung explodiert.
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Marktbereinigung: Der Fokus liegt jetzt auf „Return on Time“
Als Reaktion darauf erlebt der Markt eine deutliche Konsolidierung. Nutzer kündigen wahllos abgeschlossene Abonnements für KI-Helfer. Der Fokus verschiebt sich von „mehr KI“ zu „besserer KI“.
Die neue Erfolgsmessgröße heißt „Return on Time“ (RoT). Tools, deren Einrichtung mehr kostet als sie einsparen, verlieren rapide an Bedeutung. Gewinner sind Plattformen, die tiefgreifende Automatisierung ohne ständige Überwachung ermöglichen.
Ein Beispiel ist Zapier mit „Zapier Central“. Die Bewegung geht weg von starren Regeln hin zu Systemen, die natürliche Sprache verstehen und komplexe Aufgabenketten autonom abarbeiten. Analysten sehen darin den Versuch, eine Lücke zu schließen.
Vertrauenskrise und „Workslop“ fressen die Ersparnis auf
Die Skepsis wächst. Bereits Ende 2025 warnten Beobachter vor „Workslop“: KI-generierte Arbeit, die oberflächlich kompetent wirkt, aber substanzlos ist und mühsam korrigiert werden muss.
Studien untermauern diese Vertrauenskrise. Nur eine Minderheit der Nutzer vertraut KI-generierten Texten „immer“. Die theoretische Zeitersparnis wird in der Praxis oft durch Faktenchecks und Nachbearbeitung aufgefressen. Branchenbeobachter orten das „Tal der Enttäuschung“ – die Phase, in der grundlegende Prozessänderungen nötig sind, nicht nur Software-Pflaster.
Integration statt Isolation: Die Zukunft der KI am Arbeitsplatz
Für das Jahr 2026 prognostizieren Experten eine weitere Marktbereinigung. Standalone-Tools, die sich nicht nahtlos in große Ökosysteme wie Microsoft 365 oder Google Workspace integrieren, dürften verschwinden.
Die Richtung zeigt ein Update von Asana: Mit dem „AI Studio“ wandert die Intelligenz direkt in die Projektmanagement-Ebene, um Workflows im Hintergrund zu steuern. Unternehmen werden zunehmend ROI-Nachweise fordern, bevor sie Lizenzen verlängern. Der naive Glaube an die Wunderwaffe KI ist nach dieser Datenlage endgültig Geschichte.
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