KI-Spaltung: Chefs planen Jobabbau, Mitarbeiter hoffen auf mehr Stellen
23.02.2026 - 03:21:12 | boerse-global.deEine neue Studie enthüllt einen gefährlichen Graben zwischen Führungsetagen und Belegschaften über die Folgen der Künstlichen Intelligenz für Jobs. Während Manager mit Stellenabbau rechnen, erwarten Angestellte sogar mehr Beschäftigung – ein Pulverfass für den Arbeitsmarkt.
Die Kluft zwischen Chefetage und Belegschaft vertieft sich. Eine am 20. Februar veröffentlichte Untersuchung des US-amerikanischen National Bureau of Economic Research (NBER) zeigt gegensätzliche Zukunftsvisionen. Für die nächsten drei Jahre prognostizieren Führungskräfte einen Produktivitätsschub von 1,4 %, aber auch einen Beschäftigungsrückgang von 0,7 %. Die befragten Mitarbeiter erwarten dagegen ein Jobplus von 0,5 %. Diese Diskrepanz deutet auf massive Spannungen hin, wenn die KI-Integration Fahrt aufnimmt.
Von der Angst zur Aktion: Kommt eine neue Arbeiterbewegung?
Die Verunsicherung ist bereits spürbar und führt zu organisiertem Widerstand. Experten sehen in der KI-Angst eine Chance für eine revitalisierte Gewerkschaftsbewegung. In den USA hat der Dachverband AFL-CIO eine nationale Taskforce gebildet, um Muster-Gesetze zu entwickeln und Verhandlungen zu unterstützen. Vorbild sind die Hollywood-Gewerkschaften, die 2023 erstmals KI-Regeln in Verträge aushandelten.
Auch auf Bundesstaaten-Ebene formiert sich Widerstand. Gewerkschaften wie die Teamsters unterstützen Gesetze zur Regulierung autonomer Fahrzeuge, um Arbeitsplätze zu schützen. Die Botschaft ist klar: Die Gewerkschaften sehen den KI-Vormarsch nicht als unausweichlich, sondern als eine Entwicklung, die ausgehandelt und gestaltet werden muss.
Im Fadenkreuz der KI: Einsteiger- und Bürojobs
Während langfristig ein Netto-Jobwachstum prognostiziert wird, trifft es aktuell bestimmte Gruppen hart. Einstiegspositionen und klassische Bürojobs stehen an vorderster Front der Disruption. Analysen zeigen, dass jüngere Arbeitnehmer (22-25 Jahre) in KI-exponierten Bereichen wie Kundenservice und Softwareentwicklung bereits jetzt stärkere Beschäftigungseinbrüche erleben als erfahrenere Kollegen.
Die konkreten Auswirkungen sind bereits messbar: Einem Bericht zufolge wurden in den USA 2025 rund 55.000 Entlassungen explizit auf Künstliche Intelligenz zurückgeführt. Große Unternehmen aus Tech, Finanzen und Kundenservice restrukturieren ihre Belegschaften aufgrund von KI-Einführungen. Die Sorge wächst, dass KI zu einem allgemeinen Ersatz für menschliche Arbeit wird – und nicht nur einfache Aufgaben automatisiert.
Zündstoff für Konflikte: Wer teilt den Produktivitätsgewinn?
Die NBER-Studie quantifiziert den schwelenden Konflikt zwischen Kapital und Arbeit im KI-Zeitalter. Für Manager ist KI ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Für viele Arbeitnehmer stellt sie eine direkte Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Sicherung dar.
Der Streit um die Verteilung von Produktivitätsgewinnen durch KI entscheidet sich oft in Betriebsverhandlungen. Ein kostenloses E‑Book mit Muster‑Betriebsvereinbarungen, Checklisten und Verhandlungsstrategien zeigt Betriebsräten und Arbeitnehmervertretern, wie sie faire Regeln bei Umstrukturierungen durchsetzen und das beste Ergebnis für die Belegschaft aushandeln. Praxisnahe Vorlagen helfen, Verhandlungspositionen zu stärken und Mitbestimmungsrechte wirksam zu nutzen. Jetzt Muster-Betriebsvereinbarung sichern
Die Situation wird durch uneinheitliche Regulierung verschärft. Während einige US-Bundesstaaten Regeln für KI im Personalwesen erlassen, setzt die Bundesregierung auf innovationsfreundliche Exekutivorders. Dieses regulatorische Vakuum überlässt es Unternehmen und Belegschaften, den Übergang ohne klaren Rahmen zu bewältigen – und erhöht das Konfliktpotenzial.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die erhofften Produktivitätsgewinne der KI geteilt werden oder die wirtschaftliche Ungleichheit weiter verschärfen. Der Kampf um die Zukunft der Arbeit hat begonnen.
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