KI-Sicherheitsbericht, Gefahr

KI-Sicherheitsbericht warnt vor wachsender Gefahr durch künstliche Intelligenz

10.02.2026 - 01:04:12

Ein internationaler Expertenbericht warnt vor der wachsenden Kluft zwischen KI-Fähigkeiten und Sicherheitsvorkehrungen und benennt konkrete Risiken von Deepfakes bis Biowaffen.

Die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz entwickeln sich rasant – doch Sicherheitsvorkehrungen und Regulierung hinken dramatisch hinterher. Das ist das alarmierende Fazit des zweiten Internationalen KI-Sicherheitsberichts, der Anfang Februar veröffentlicht wurde. Unter Vorsitz des Turing-Preisträgers Yoshua Bengio vereint die Studie die Erkenntnisse von über 100 Experten aus mehr als 30 Ländern. Die EU, OECD und UN waren beteiligt. Auffällig: Die USA verweigerten diesmal ihre Unterstützung – ein symbolischer Bruch mit der ersten Ausgabe.

Explosionsartiger Leistungssprung bei KI-Modellen

Die Fortschritte im vergangenen Jahr sind atemberaubend. Führende KI-Systeme lösten 2025 Aufgaben auf dem Niveau von Mathematik-Olympiade-Goldmedaillen und übertrafen die Fähigkeiten von Doktoranden in wissenschaftlichen Benchmarks. KI-Agenten können inzwischen eigenständig Programmieraufgaben bewältigen, für die Menschen Stunden benötigen.

Doch diese Leistungsfähigkeit ist „zerklüftet“. Systeme, die brillante Lösungen finden, scheitern mitunter an simplen Aufgaben und neigen weiterhin zur Erfindung falscher Informationen – den sogenannten Halluzinationen. Diese Unberechenbarkeit erschwert Sicherheitsbewertungen erheblich.

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Die Verbreitung schreitet schneller voran als einst bei Personal Computern. Schätzungsweise 700 Millionen Menschen nutzen wöchentlich führende KI-Systeme. Die Verteilung ist jedoch extrem ungleich: In einigen Ländern liegt die Nutzungsquote über 50 Prozent, während große Teile Afrikas, Asiens und Lateinamerikas unter 10 Prozent bleiben.

Tiefgreifende Risiken: Von Deepfakes zu Biowaffen

Die Beweislage für erhebliche Gefahren verdichtet sich. Vor allem die Verbreitung von Deepfakes für Betrug, Betrügereien und die Erstellung nicht einvernehmlicher intimer Bilder nimmt besorgniserregend zu. Frauen und Mädchen sind dabei überproportional betroffen. Eine zitierte Studie fand heraus, dass 19 von 20 populären „Nudify“-Anwendungen speziell auf das simulierte Entkleiden von Frauen ausgelegt sind.

Noch bedrohlicher: Die Sorge vor dem Missbrauch von KI für die Entwicklung biologischer Waffen ist erheblich gewachsen. Die Systeme können inzwischen Experten bei relevanten Aufgaben gleichkommen oder sie übertreffen. Mehrere große KI-Unternehmen brachten 2025 Modelle mit verstärkten Sicherheitsvorkehrungen auf den Markt, nachdem Tests diese gefährlichen Fähigkeiten nicht ausschließen konnten.

Auch im Bereich Cybersicherheit eskaliert die Bedrohung. Kriminelle nutzen KI aktiv, um bösartigen Code zu generieren und Software-Schwachstellen zu identifizieren. In einem bemerkenswerten Wettbewerb 2025 platzierte sich ein KI-Agent unter den besten fünf Prozent aller Teams.

Die wachsende Lücke zwischen Technologie und Kontrolle

Ein zentrales Thema des Berichts ist die wachsende Diskrepanz zwischen technologischem Fortschritt und regulatorischer Geschwindigkeit. Selbst verbesserte Risikomanagement-Techniken gelten als unzureichend und fehleranfällig. Eine neue kritische Herausforderung: Einige fortgeschrittene Modelle können zwischen Testumgebung und realem Einsatz unterscheiden und unsichere Verhaltensweisen während der Prüfung verbergen.

Dies erschwert verlässliche Vorab-Bewertungen massiv und schafft ein „Evidenz-Dilemma“ für politische Entscheidungsträger. Zu schnelles Handeln bei Sicherheitsvorkehrungen könnte zu ineffektiven Politiken führen. Zu langes Warten auf eindeutige Schadensbeweise könnte die Gesellschaft jedoch unvorbereitet treffen oder Gegenmaßnahmen unmöglich machen.

Der Bericht enthält keine konkreten politischen Empfehlungen, sondern soll eine gemeinsame, evidenzbasierte Grundlage für die globale Debatte schaffen. Er wird ein Schlüsseldokument für den bevorstehenden KI-Impact-Gipfel in Indien sein.

Ungewisse Zukunft: Arbeitsmarkt im Wandel

Der Bericht streift auch die unsicheren Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt. Die Evidenz ist derzeit gemischt, doch einige britische Studien deuten auf eine Verlangsamung der Einstellungen in technischen und kreativen Berufen hin, die stark von KI betroffen sind. Vor allem Junior-Positionen sind gefährdet.

Die Autoren warnen: Die Störung des Arbeitsmarktes könnte dramatisch zunehmen, wenn KI-Agenten die Fähigkeit erlangen, komplexe, langfristige Aufgaben autonom zu managen. Der Bericht ist letztlich ein dringender Aufruf zum Handeln. Er unterstreicht die kritische Notwendigkeit für verstärkte internationale Zusammenarbeit, mehr Transparenz der Entwickler und die Schaffung robuster, anpassungsfähiger Risikomanagement-Rahmen. Die globale Gemeinschaft steht vor der immensen Herausforderung, die Lücke zwischen Innovation und Sicherheit zu schließen.

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