KI-Sicherheit: Das neue Schlachtfeld für Unternehmen
12.02.2026 - 21:23:12Die digitale Sicherheit steht 2026 vor einem Wendepunkt, der deutsche Firmen besonders hart trifft. KI wird zur Waffe von Hackern – und zur wichtigsten Verteidigung.
KI als Angriffswerkzeug: Phishing wird perfekt
Die Zeiten auffälliger Phishing-Mails sind vorbei. Kriminelle nutzen nun generative KI, um massenhaft persönliche und überzeugende Betrugsversuche zu erstellen. Ein aktueller Bericht von Google zeigt, wie staatliche Hacker große Sprachmodelle zur Zielrecherche einsetzen. So werden spätere Angriffe präziser.
Gleichzeitig warnt Microsoft vor „KI-Empfehlungs-Poisoning“. Versteckte Befehle in Links können die Erinnerung von KI-Assistenten manipulieren. Die Folge: Die KI stuft bestimmte Quellen plötzlich als vertrauenswürdig ein. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ergänzt das Bild mit einer weiteren Gefahr: fast perfekt geklonte Stimmen von CEOs für Betrugsanrufe.
Die Sicherheitsbranche reagiert mit Übernahmen
Die Industrie schlägt mit strategischen Käufen zurück. Der Netzwerksicherheitsspezialist Palo Alto Networks übernahm am 12. Februar den Identitätsspezialisten CyberArk. Das Ziel: Den Schutz maschineller Identitäten – von Cloud-Diensten bis zu KI-Bots – in den Mittelpunkt zu rücken. Diese nicht-menschlichen Akteure übersteigen menschliche Nutzer inzwischen um ein Vielfaches.
Ebenfalls am 12. Februar erweiterte Versa Networks seine Secure-Access-Plattform um KI-Funktionen. Sie sollen die Absicherung von KI-Anwendungen in verteilten Teams vereinfachen. Parallel kündigte Sophos die Übernahme von Arco Cyber an. Deren Technologie soll einen Service ermöglichen, der die Sicherheitsmaßnahmen von Firmen kontinuierlich durch eine KI überprüft.
Die größte Gefahr lauert oft im eigenen Haus
Doch die Bedrohung kommt nicht nur von außen. Ein Microsoft-Bericht warnt vor „Schatten-KI“. Über 80 Prozent der großen Konzerne nutzen demnach KI-Agenten, die oft von Fachabteilungen ohne IT-Wissen erstellt werden. Diese unkontrollierten Programme können auf sensible Daten zugreifen und riskante Entscheidungen treffen.
Experten fordern daher, das Zero-Trust-Prinzip konsequent auf KI anzuwenden. Jeder Agent darf nur minimale Rechte erhalten, jede Aktion muss verifiziert werden. Die Transparenz darüber, welche KI im Unternehmen aktiv ist, wird zur Überlebensfrage.
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Neue Gesetze zwingen zum Handeln
Die Politik setzt nun den Rahmen. Das Bundeskabinett verabschiedete am 11. Februar das nationale Durchführungsgesetz zum EU AI Act. Die Bundesnetzagentur wird zur zentralen Aufsichtsbehörde. Für Unternehmen wird KI-Einsatz damit zur Compliance-Frage.
Firmen müssen künftig nachweisen, wie ihre KI-Modelle trainiert und gesichert werden. Der Druck, die „Schatten-KI“ einzudämmen und eine zentrale Steuerung zu schaffen, wächst damit erheblich. Für deutsche DAX-Konzerne und Mittelständler bedeutet das: Investitionen in Governance sind unausweichlich.
Das Wettrüsten hat eine neue Stufe erreicht. Die Fähigkeit, externe KI-Angriffe abzuwehren und interne KI-Risiken zu managen, wird 2026 über die digitale Widerstandsfähigkeit entscheiden.
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