KI-Schockanrufe, Phishing-Welle

KI-Schockanrufe und Phishing-Welle verursachen Millionenschäden

21.02.2026 - 16:10:12 | boerse-global.de

Finanzaufsicht und Polizei warnen vor einer neuen Qualität von KI-gestützten Betrugsattacken mit synthetischen Stimmen und gefälschten Plattformen, die zu massiven finanziellen Schäden führen.

Eine neue Welle von KI-gestützten Betrugsanrufen und raffinierten Phishing-Attacken verursacht derzeit massive finanzielle Schäden. Behörden warnen diese Woche vor einer neuen Qualität der Angriffe.

Die Bedrohung durch Telefonbetrug hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. In den letzten Tagen häufen sich Berichte über aggressive Betrugsversuche, die Künstliche Intelligenz nutzen, um Stimmen täuschend echt zu imitieren. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und Polizeibehörden mahnten diese Woche zur höchsten Wachsamkeit.

Deepfake-Stimmen machen Enkeltrick unerkennbar

Die perfideste Entwicklung ist der verstärkte Einsatz von Audio-Deepfakes. Kriminelle nutzen KI-Software, um Stimmen von Enkeln oder Kindern zu simulieren. Laut aktuellen Warnungen reichen den Tätern oft kurze Schnipsel aus sozialen Medien für das Klonen.

In einem dramatischen Fall in Ebermannstadt setzten Betrüger eine 81-jährige Seniorin derart unter Druck, dass sie Gold im Wert von rund 132.000 Euro übergab. Die Täter täuschten eine Notsituation vor – eine Masche, die durch synthetische Stimmen für Opfer kaum noch als Betrug zu erkennen ist.

Experten zufolge nutzen Kriminelle die emotionale Schocksituation gezielt aus. Die Kombination aus technischer Manipulation und psychologischem Druck lässt selbst aufgeklärte Verbraucher in die Falle tappen.

BaFin warnt vor gefälschten Trading-Plattformen

Parallel zu den Schockanrufen warnte die BaFin explizit vor einer neuen Reihe betrügerischer Online-Plattformen. Diese locken mit Versprechen von „über 2.000 täglichen Marktchancen“ und drängen Nutzer in Telefonaten zu hohen Investitionen.

Die Finanzaufsicht wies darauf hin, dass Betreiber identische Strukturen nutzen und Verbraucherdaten missbrauchen. Ein weiteres aktuelles Phänomen sind Phishing-Mails, die vorgeben, vom KI-Anbieter OpenAI zu stammen. Den Empfängern wird ein fehlgeschlagener Abo-Zahlung suggeriert, um Kreditkartendaten abzugreifen.

Diese Daten nutzen Betrüger anschließend für gezielte Vishing-Anrufe. Dabei geben sie sich als Bankmitarbeiter aus, um Transaktionen zu „verifizieren“.

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Bundesnetzagentur verzeichnet Beschwerde-Rekord

Der aktuelle Anstieg bestätigt einen Trend, den die Bundesnetzagentur bereits Ende Januar skizzierte. Die Zahl der Beschwerden über unerlaubte Telefonwerbung und Betrugsanrufe stieg 2025 erneut an.

Insgesamt gingen bei der Bonner Behörde 39.842 schriftliche Beschwerden ein – ein Zuwachs von sechs Prozent. Besonders im Fokus stehen Gewinnspiel-Versprechen, die rund 28 Prozent der Beschwerden ausmachen. Auch Bauprodukte und Solaranlagen verzeichnen die Behörden weiterhin als hohe Aktivitätsfelder.

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, betonte, dass unerlaubte Werbeanrufe nicht nur Verbrauchern schaden, sondern auch den fairen Wettbewerb massiv stören.

Banken reagieren mit Warnungen an Kunden

Finanzinstitute reagieren auf die verschärfte Lage. Die Volksbank Oberösterreich warnte beispielsweise Anfang Februar vor Betrugsversuchen im Zusammenhang mit angeblichen neuen Banking-Plattformen.

Täter versuchen, Kunden telefonisch oder per Mail zur Preisgabe ihrer Zugangsdaten zu bewegen. Sie behaupten, eine Systemumstellung sei notwendig.

Sicherheitsexperten raten dringend: Legen Sie bei unaufgeforderten Anrufen sofort auf – selbst wenn die Nummer Ihrer Bank oder die „110“ im Display erscheint. Durch „Call ID Spoofing“ können Betrüger jede beliebige Telefonnummer simulieren. Banken fragen niemals am Telefon nach PINs, TANs oder Passwörtern.

KI automatisiert Angriffe im großen Stil

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Automatisierung der Angriffe im weiteren Verlauf des Jahres zunehmen wird. Während früher Callcenter mit echten Menschen notwendig waren, ermöglichen KI-Bots nun Tausende Anrufe gleichzeitig.

Diese „Robocalls“ filtern potenzielle Opfer vor, bevor ein menschlicher Betrüger oder eine hochentwickelte KI übernimmt. Für Verbraucher bedeutet dies: Gesundes Misstrauen am Telefon wird zur wichtigsten Verteidigungslinie.

Die Behörden appellieren, Vorfälle konsequent bei der Bundesnetzagentur oder der Polizei zu melden. Nur so lassen sich strukturelle Täter-Netzwerke ermitteln und zerschlagen.

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