KI-Schock, Milliarden

KI-Schock löscht 300 Milliarden Euro an Software-Börsenwerten aus

09.02.2026 - 00:31:12

Die Vorstellung autonomer KI-Plattformen wie Claude Cowork hat zu massiven Kursverlusten bei etablierten Softwarekonzernen geführt und ihr traditionelles Lizenzmodell infrage gestellt.

KI-Agenten wie Anthropics „Claude Cowork“ bedrohen das Geschäftsmodell etablierter Softwarekonzerne und lösten eine weltweite Verkaufswelle aus. Die Angst vor der disruptiven Kraft Künstlicher Intelligenz hat die Tech-Branche in eine tiefe Krise gestürzt.

In der vergangenen Woche büßten Software-as-a-Service (SaaS)-Unternehmen an den globalen Börsen hunderte Milliarden Euro an Marktwert ein. Der Auslöser: Die rasante Entwicklung sogenannter agentischer KI-Plattformen, die komplexe Aufgaben autonom erledigen können. Sie stellen das traditionelle, nutzerbasierte Lizenzmodell der Branche infrage. „Die SaaSpocalypse ist da“, kommentieren einige Analysten die Panik.

Allein aus Indizes, die Software- und Finanzdatenfirmen abbilden, wurden rund 300 Milliarden Euro an Wert vernichtet. Der Einbruch war global – von Nordamerika über Europa bis in den asiatisch-pazifischen Raum. Im Fokus steht eine neue KI-Generation, die nicht nur Inhalte generiert, sondern eigenständig mehrstufige Arbeitsabläufe steuert.

Anzeige

Die EU-KI-Verordnung ist seit August 2024 in Kraft und stellt Entwickler, Anbieter und Anwender vor neue Pflichten rund um Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und Dokumentation. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, welche Anforderungen jetzt für Enterprise‑KI gelten, welche Übergangsfristen zu beachten sind und wie Sie Compliance strukturiert umsetzen – verständlich für Produkt- und Rechtsverantwortliche. Jetzt kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung herunterladen

Anthropics „Claude Cowork“ als Auslöser der Krise

Der konkrete Funke, der die Verkaufswelle entfachte, war die Ankündigung des KI-Startups Anthropic am 5. Februar 2026. Das Unternehmen stellte „Claude Cowork“ vor, ein Upgrade seiner Enterprise-KI. Dieses Tool agiert als autonomer Agent und automatisiert anspruchsvolle Workflows in Bereichen wie Recht, Marketing und Finanzen.

Anders als bisherige KI-„Assistenten“ wird es als direkter Ersatz für repetitive Büroarbeit positioniert, die bisher über teure Softwarelizenzen abgewickelt wurde. Diese Ankündigung machte die existenzielle Bedrohung für das „Per-Seat“-Lizenzmodell greifbar, das das Wachstum der SaaS-Branche jahrzehntelang antrieb. Die Folge: Der Nasdaq-100 fiel um 1,55 Prozent, softwarelastige Indizes noch stärker.

Breite Verluste in der gesamten Software-Landschaft

Die Verkäufe trafen branchenweit Unternehmen, deren Geschäftsmodelle als anfällig für KI-Automatisierung gelten. Besonders hart traf es Anbieter von Fach- und Rechtsdatenbanken. Thomson Reuters verlor fast 18 bis 20 Prozent an Börsenwert. Auch Konkurrenten wie RELX (Eigentümer von LexisNexis) und Wolters Kluwer büßten zweistellige Prozentsätze ein. Grund ist ein neues Rechts-Plugin von Anthropic, das Compliance-Checks und Dokumentenprüfungen automatisieren kann.

Das Beben erfasste weitere Sektoren:
* Der Kreativsoftware-Riese Adobe fiel um über 7 Prozent.
* SaaS-Schwergewichte wie Intuit (-10,89%), Salesforce (-6,85%) und Accenture (-9,59%) verzeichneten massive Tagesverluste.
* Sogar Werbeagenturen wie Publicis, Omnicom und WPP brachen ein, aus Sorge, KI-Agenten könnten bald komplette Marketingkampagnen planen und ausführen.

Der S&P North American Software Index fiel nun bereits die dritte Woche in Folge – ein klares Zeichen tiefsitzender Investorenzweifel.

Paradigmenwechsel: Von Lizenzen zu Ergebnissen

Analysten sehen in diesem Marktereignis einen fundamentalen Wendepunkt, vergleichbar mit dem Übergang von lokaler Software zur Cloud. Kernproblem ist das Auslaufmodell nutzerbasierter Preise. Wenn KI-Agenten Wert ohne menschlichen Operator liefern, schwindet die Grundlage für Lizenzgebühren pro Arbeitsplatz.

Dieser Trend war bereits im Gange, doch agentische KI beschleunigt ihn dramatisch. Anbieter werden gezwungen sein, auf ergebnis- oder hybridbasierte Preismodelle umzusteigen. Die Herausforderung für etablierte SaaS-Anbieter ist gewaltig. Sie müssen nun im Wettlauf tiefe KI-Funktionen in ihre eigenen Plattformen integrieren, um nicht von flexibleren KI-Agenten umgangen zu werden.

Unternehmen mit exklusiven Daten und tief verwurzelten Workflows könnten Vorteile beim Aufbau ganzheitlicher KI-Lösungen haben. Für Anbieter routinemäßiger, regelbasierter Digitaldienste jedoch sieht die Zukunft düster aus. Neue Wettbewerber und etablierte KI-Labore stehen bereit, ihre Marktanteile zu übernehmen.

Die Zukunft: Eine von KI umgestaltete Branche

Die Softwarebranche bereitet sich auf eine Phase intensiver Disruption vor. Branchenexperten prognostizieren, dass bis 2026 ein erheblicher Teil der Unternehmenssoftware aufgabenspezifische KI-Agenten integrieren wird. Dieser Übergang erfordert mehr als Produktinnovation. SaaS-Unternehmen müssen ihre Kundenbeziehungen neu denken: vom Werkzeug-Verkäufer zum Partner für automatisierte Ergebnisse.

Trotz der akuten Marktängste sehen einige Analysten darin eine notwendige Korrektur und Chance für Innovation. Die „SaaSpocalypse“ könnte weniger ein Aussterbe-Ereignis als ein Katalysator für die Evolution sein. Die Unternehmen, die in dieser neuen Ära bestehen, werden jene sein, die agentische KI umarmen, neue Geschäftsmodelle finden und quantifizierbaren Wert in einer zunehmend autonomen Welt liefern können. Das Zeitalter der agentischen KI hat begonnen – die Softwarebranche wird nie mehr dieselbe sein.

Anzeige

PS: Viele Führungskräfte unterschätzen die Fristen und Dokumentationspflichten der EU-KI-Verordnung – die Zeit zur Vorbereitung ist knapp. Unser kompaktes Gratis‑E‑Book fasst die wichtigsten Pflichten, Risikoklassen und Sofortmaßnahmen zusammen, damit Ihre Produktstrategie und Compliance-Handbücher rechtssicher werden. Ideal für Produktmanager, CTOs und Compliance‑Teams, die ihre Roadmap an regulatorische Vorgaben anpassen müssen. KI-Verordnung-Checkliste gratis sichern

@ boerse-global.de