Druck-, Veredelungsbranche

KI revolutioniert Druck- und Veredelungsbranche

29.01.2026 - 16:42:12

Künstliche Intelligenz wandelt sich im Druckgewerbe vom Spielzeug zum essenziellen Werkzeug. Sie automatisiert Workflows, beschleunigt kreative Prozesse und ermöglicht neue Geschäftsmodelle.

Künstliche Intelligenz wandelt sich vom Spielzeug zum unverzichtbaren Werkzeug – und beschleunigt kreative Prozesse sowie Produktionsabläufe im Druckgewerbe dramatisch. Die Branche erlebt diese Woche einen technologischen Wendepunkt, bei dem KI-gestützte Workflows komplexe Aufgaben automatisieren und Designer von zeitfressenden Routinearbeiten befreien.

Vom Zeitfresser zum Kreativ-Booster

Die Diskussion hat sich grundlegend gewandelt: Künstliche Intelligenz gilt nicht mehr als Bedrohung für kreative Berufe, sondern als wertvoller Assistent. Auf einem Treffen von Digital-Embellishment-Designern diese Woche wurde deutlich: KI übernimmt die mühsamen technischen Aufgaben – etwa das Erstellen komplexer Masken oder das Nachzeichnen von Design-Elementen für Folien und Lacke.

„Die Technologie agiert als Kollaborateur“, erklärt Kreativberater Matthew Redbear von Taktiful. Statt die Intention des Designers zu ersetzen, schlage sie kreative Möglichkeiten vor und übernehme die mathematische Präzision für aufwendige Veredelungsschichten. Das Ergebnis? Designer gewinnen Zeit für die eigentliche kreative Strategie und können effizienter experimentieren. Die oft technische Vorbereitung von Dateien werde zu einem flüssigeren Teil desDesign-Workflows.

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Heidelberg automatisiert komplette Produktionskette

Während Designer ihren kreativen Co-Piloten an der Seite haben, revolutioniert KI gleichzeitig die industrielle Produktion. Der Druckmaschinenhersteller HEIDELBERG stellte auf seinen Prinect User Days 2026 den vollautomatisierten KI-Workflow „Prinect Touch Free“ vor.

Das System analysiert eingehende PDF-Auftragsdateien und entscheidet intelligent über den effizientesten und kostengünstigsten Produktionsweg – ob digital oder im Offsetdruck. Eine direkte Antwort auf die weltweit um über 60 Prozent gestiegene Anzahl an Web-to-Print-Aufträgen im vergangenen Jahr. Diese Volumen sind mit konventionellen, manuellen Methoden kaum noch zu bewältigen.

Die Einführungszeit beeindruckt: Ein Pilotkunde konnte das KI-System in nur 90 Minuten mit einer Digitalpresse verbinden und Testaufträge ausgeben. Parallel dazu startet Heidelberg einen KI-Chatbot für sein Kundenportal mit über 9.000 Nutzern. Das Tool beantwortet technische Software-Fragen sofort und soll später auch datenbasierte Anfragen zu Maschinendokumentation und Betrieb verarbeiten.

Demokratisierung des Hochglanz-Designs

Die KI-Integration hat einen bemerkenswerten Nebeneffekt: Sie macht anspruchsvolles Design für breitere Kreise zugänglich. Wenn KI-Funktionen in weit verbreiteten Design-Plattformen wie Canva zum Standard werden, können auch Nicht-Designer professionelle, markenkonforme Visuals erstellen.

Die Barriere für aufwendige, veredelte Designs sinkt damit spürbar. Mehr Unternehmen können komplexe Druckaufträge konzipieren und bestellen – von Verpackungen bis zu Marketingmaterialien mit Spezialfolien, Texturen und Beschichtungen. KI-gestützte Tools automatisieren Layout-Vorschläge, wahren die Markenkonsistenz und empfehlen sogar Veredelungsoptionen basierend auf einer Design-Analyse.

Wettbewerbsvorteil für Druckereien

Für gewerbliche Druckereien und Veredelungsspezialisten bedeuten diese Entwicklungen konkrete Geschäftschancen. Die Automatisierung repetitiver Aufgaben in der Druckvorstufe und Produktion reduziert die Abhängigkeit von knappem Fachpersonal und ermöglicht höhere Volumen bei komplexen Aufträgen.

Gleichzeitig fördert die vereinfachte Veredelungsgestaltung die Nachfrage nach hochwertigen Druckprodukten. Druckdienstleister können sich so von der Billigst-Konkurrenz abheben und in margenstärkere Segmente vorrücken. Die Branche bewegt sich weg von der reinen Massenware hin zu individualisierten, wertsteigernden Angeboten.

Die nächste Evolutionsstufe: KI mit Maschinenverstand

Die Zukunft verspricht noch tiefere Integration. Die nächste Evolutionsstufe werden „press-aware“ KI-Systeme sein, die die spezifischen Fähigkeiten und Grenzen verschiedener Druck- und Veredelungsmaschinen genau kennen. Designer erhalten dann bereits während des kreativen Prozesses Echtzeit-Feedback und Optimierungsvorschläge.

Das Ziel ist ein nahtloses, intelligentes Ökosystem, in dem KI jede Phase unterstützt – vom ersten Konzept über die Design-Erweiterung bis zur automatisierten Produktion und Kundenbetreuung. Die Technologie wird menschliche Expertise nicht ersetzen, sondern verstärken. Indem sie die technischen Komplexitäten übernimmt, macht sie Designer kreativer und Druckunternehmen schneller, präziser und effizienter.

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