Arbeit, Untersuchung

KI macht Arbeit oft härter, nicht leichter

11.02.2026 - 18:32:12

Eine Untersuchung zeigt, dass KI-Tools die Arbeitsintensität steigern und zu kognitiver Überlastung führen. Experten fordern einen Paradigmenwechsel hin zu menschenzentrierter Technologie und kognitiver Ergonomie.

Eine aktuelle Harvard-Studie stellt die Hoffnung auf Entlastung durch Künstliche Intelligenz infrage. Stattdessen verdichtet KI die Arbeit und erhöht das Burnout-Risiko. Parallel fordert eine Expertenkommission der Bundesregierung mehr Bürokratieabbau. Beide Entwicklungen zeigen: Die kognitive Entlastung im Job wird zur Schlüsselfrage.

Die Untersuchung der Harvard Business Review zeigt ein überraschendes Ergebnis. KI-Tools führen häufig zu mehr Arbeitsintensität. Mitarbeiter arbeiten schneller, übernehmen mehr Aufgaben und verlängern ihre Arbeitszeit. Experten warnen vor den Folgen: kognitive Überlastung, Erschöpfung und eine geschwächte Entscheidungsfähigkeit.

Die Kehrseite der digitalen Tools

Die moderne Arbeitswelt ist geprägt von permanenter Erreichbarkeit und einer Flut an Informationen. Dieser digitale Stress hat konkrete Auswirkungen:
* Erschöpfung und Gereiztheit nehmen zu.
* Das Abschalten nach der Arbeit fällt schwer.
* Psychische Erkrankungen sind ein Hauptgrund für Krankmeldungen.

Langfristiger Stress beeinträchtigt die kognitive Leistung und erhöht die Fehlerquote. Er kann zu ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Schlafstörungen oder Depressionen führen.

Wie sich der Arbeitsalltag entschleunigen lässt

Unternehmen und Mitarbeiter suchen nach Gegenstrategien. Der Schlüssel liegt in bewusster Vereinfachung. Bewährte Ansätze sind:
* Time-Blocking: Feste Zeitfenster für ungestörte, konzentrierte Arbeit.
* Asynchrone Kommunikation: Austausch per E-Mail statt sofortiger Chat-Antworten.
* Meetingfreie Tage: Mehr Raum für konzentrierte Aufgaben.

Experten raten außerdem, die Zahl der genutzten digitalen Tools zu reduzieren. Eine offene Kultur, in der über Belastungen gesprochen wird, stärkt das Team.

Führungskräfte in der Verantwortung

Chefs tragen eine Schlüsselrolle. Sie müssen Arbeitsbedingungen aktiv gestalten, die psychische Belastungen minimieren. Das beginnt damit, selbst mit gutem Beispiel voranzugehen. Konkrete Maßnahmen können sein:
* Eine psychische Gefährdungsbeurteilung, die digitalen Stress einbezieht.
* Klare Verantwortlichkeiten, um die unsichtbare Planungslast („Mental Load“) zu verteilen.
* Investitionen in eine Kultur der mentalen Gesundheit.

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Unternehmen, die das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter fördern, verzeichnen oft höheres Wachstum und eine bessere Bindung.

Ein Paradigmenwechsel zeichnet sich ab

Die Harvard-Ergebnisse markieren eine Zäsur. Digitalisierung und KI galten lange als Effizienz-Wunderwaffen. Jetzt wird die Kehrseite sichtbar: die Überforderung des menschlichen Gehirns. Die Forderung der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) nach Bürokratieabbau passt ins Bild. Beide Impulse treiben einen Paradigmenwechsel voran.

Es geht nicht mehr nur darum, was technisch möglich ist. Die Frage lautet: Wie setzen wir Technologie menschenzentriert ein? Die Erkenntnis setzt sich durch: Die langfristige Leistung eines Unternehmens hängt direkt von der psychischen Gesundheit seiner Belegschaft ab.

Die Zukunft setzt auf „kognitive Ergonomie“

Für die kommenden Jahre ist ein stärkerer Fokus auf nachhaltige Produktivität zu erwarten. Unternehmen werden in „kognitive Ergonomie“ investieren – also Prozesse gestalten, die die Grenzen des Gehirns respektieren. Diskussionen wie die um die Vier-Tage-Woche sind Teil dieses Trends.

Bewusste Pausen und eine klare Trennung von Job und Privatleben werden vom Nice-to-have zum Muss. Sogar gesetzliche Regelungen zum Schutz vor digitaler Dauerbelastung sind denkbar. Der wertvollste Rohstoff der Zukunft ist und bleibt der ausgeruhte, klare Kopf des Mitarbeiters.

@ boerse-global.de

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