KI-Gipfel, Delhi

KI-Gipfel in Delhi: Chaos statt Fortschritt

19.02.2026 - 18:31:12 | boerse-global.de

Der AI Impact Summit in Neu-Delhi wurde durch logistisches Versagen, Absagen von Top-Speakern und peinliche Vorfälle zu einem organisatorischen Desaster für Indiens Tech-Ambitionen.

Indiens Prestigeprojekt für künstliche Intelligenz ist in einem organisatorischen Desaster geendet. Der AI Impact Summit in Neu-Delhi sollte das Land als globale KI-Führungsmacht präsentieren, zog jedoch nur durch Pannen, Absagen und verärgerte Teilnehmer internationale Aufmerksamkeit auf sich.

Top-Speaker springen in letzter Minute ab

Der Tiefpunkt kam am Donnerstag: Microsoft-Mitgründer Bill Gates sagte seinen Vortrag nur Stunden vorher ab. Seine Stiftung begründete den Schritt mit dem Wunsch, den Fokus auf die Kernagenda des Gipfels zu lenken. Kurz darauf zog auch Nvidia-Chef Jensen Huang seine Teilnahme zurück. Damit fehlten zwei der größten Zugpferde einer Veranstaltung, die Premierminister Narendra Modi noch neben Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und den CEOs von Google, OpenAI und Anthropic eröffnet hatte. Die Absagen waren ein herber Rückschlag für die indischen Ambitionen.

Logistisches Chaos von Beginn an

Bereits am Eröffnungstag am Montag offenbarten sich massive Planungsmängel. Tausende Besucher standen in langen Schlangen. Vor Modis Besuch wurden Ausstellungshallen evakuiert und unter Sicherheitsverschluss genommen – teils stundenlang. Einige Aussteller fanden später ihre Stände geplündert vor. Die Sicherheitsmaßnahmen legten zudem ganze Stadtviertel lahm. Da Taxis fehlten und keine Shuttles organisiert waren, mussten Delegierte kilometerweit zu Fuß zum Veranstaltungsort laufen. IT-Minister Ashwini Vaishnaw entschuldigte sich schließlich für das Chaos und führte es auf eine „phänomenal“ hohe Teilnehmerzahl zurück.

Peinliche Pannen und der „Roboter-Skandal“

Weitere Vorfälle beschädigten die Glaubwürdigkeit des Gipfels schwer. Im sogenannten „Robot Row“ wurde die Galgotias Universität aufgefordert, ihren Stand abzubauen. Grund: Die Mitarbeiter präsentierten einen kommerziellen Roboterhund aus China als eigene Innovation. Am Donnerstag wurden die Hallen zudem überraschend für die Öffentlichkeit geschlossen, was zahlreiche ausstellende Unternehmen brüskiert zurückließ. Selbst eine geplante Foto-Opportunity für die Tech-Elite ging daneben: Die Konkurrenten von OpenAI und Anthropic weigerten sich demonstrativ, sich wie die anderen Würdenträger an den Händen zu fassen.

Ein Prestigeprojekt als Warnung

Der Gipfel war als Plattform gedacht, um globale KI-Regeln mitzugestalten und Investitionen anzulocken.

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Trotz der Turbulenzen wurden einige große Investitionszusagen bekannt. Doch das organisatorische Versagen stellt die Frage, ob Indien für Großveranstaltungen dieser Art bereits gerüstet ist. Es könnte dem Image des aufstrebenden Tech-Hubs schaden. Die Absage von Bill Gates fiel zudem in eine Zeit, in der Medien über Verbindungen seiner Stiftung zum verstorbenen Finanzier Jeffrey Epstein berichten. Das nährt Spekulationen.

Für Indiens KI-Ambitionen bleibt der Gipfel eine Lehre. Die langfristigen Auswirkungen hängen nun davon ab, ob die Regierung aus den Fehlern lernt und künftige Initiativen mit der Professionalität umsetzt, die auf der Weltbühne erwartet wird.

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