KI-gestützte, Rückruf-Phishing-Welle

KI-gestützte Rückruf-Phishing-Welle trifft Unternehmen

04.02.2026 - 21:04:12

KI-generierte Phishing-Mails kombiniert mit täuschend echten Telefonanrufen umgehen Sicherheitsbarrieren und verursachen massive finanzielle Schäden. Die Angriffe zielen gezielt auf Unternehmens-IT und SSO-Systeme ab.

KI-generierte Anrufe und perfekte E-Mails überlisten Sicherheitsvorkehrungen und verursachen massive Schäden. Eine neue, gefährliche Angriffswelle zielt mit künstlicher Intelligenz auf Unternehmen und Privatpersonen – und treibt die Erfolgsquote von Betrugsattacken in die Höhe.

Die hybride Methode kombiniert E-Mail-Phishing mit telefonischer Interaktion (Vishing) und markiert eine gefährliche Zäsur. Statt auf das Klicken bösartiger Links setzen die Angreifer auf eine Telefonnummer in der betrügerischen E-Mail. Das Opfer ruft an und wird von menschlichen Betrügern oder täuschend echten KI-Sprachbots manipuliert, sensible Zugangsdaten preiszugeben oder Schadsoftware zu installieren. Analysen verzeichnen einen explosionsartigen Anstieg KI-basierter Phishing-Angriffe um über 1.250 Prozent.

Perfekt getarnt: So funktioniert der moderne Angriff

Die neuen Kampagnen zeichnen sich durch ihre maßgeschneiderte Präzision aus. Generative KI analysiert berufliche Profile, Social-Media-Posts und Unternehmenswebsites, um Nachrichten zu erstellen, die reale Projekte und Kollegen erwähnen. Die E-Mails imitieren Rechnungen, Abo-Erneuerungen oder dringende Sicherheitswarnungen bekannter Marken – grammatikalisch einwandfrei und professionell formatiert.

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Der Angriff verläuft in Stufen: Die E-Mail fordert zum Anruf auf, etwa wegen einer angeblichen unautorisierten Großbuchung. Am Telefon baut der Betrüger mit Social Engineering Vertrauen und Dringlichkeit auf. Immer häufiger kommen fortschrittliche Phishing-Kits zum Einsatz, die dem Angreifer erlauben, in Echtzeit zu steuern, was das Opfer in seinem Browser sieht. Diese visuelle Täuschung, synchron mit den gesprochenen Anweisungen, führt den Nutzer gezielt zur Preisgabe seiner Zugangsdaten. Die Methode umgeht sogar die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), indem der Angreifer das Opfer verbal zur Bestätigung einer Anmeldung bewegt.

Die täuschend echte Gefahr: KI-Stimmenklone

Besonders alarmierend ist der breite Einsatz von KI-Stimmenklon- und Deepfake-Technologie. Cyberkriminelle erstellen aus Audio-Schnipseln von Social Media täuschend echte synthetische Stimmen, die vertraute Personen wie CEOs, Familienmitglieder oder IT-Mitarbeiter imitieren. Diese emotionale Manipulation ist hocheffektiv: Ein Anruf, der exakt wie der Chef klingt, der dringend Hilfe braucht, löst oft einen unbedachten Sofortreflex aus.

Die Technologie ist so ausgereift, dass die robusteren synthetischen Stimmen der Vergangenheit durch natürlich klingende Klone ersetzt wurden. Diese Hyper-Personalisierung ist ein Hauptgrund für die hohe Erfolgsquote. Berichten zufolge verlieren 77 Prozent der Opfer von KI-Stimmbetrug Geld. Der globale Markt für KI-Stimmenkloning wurde Anfang 2026 auf rund 4,4 Milliarden Euro geschätzt – ein Indiz für die immensen Ressourcen in dieser Technologie.

Im Visier: Unternehmens-IT und SSO-Systeme

Cybercrime-Gruppen wie die berüchtigten ShinyHunters nutzen diese ausgeklügelten Vishing-Taktiken, um unternehmenskritische Single Sign-On (SSO)-Systeme wie Okta oder Microsoft Entra ID anzugreifen. Erlangen sie die SSO-Zugangsdaten eines Mitarbeiters, erhalten sie „Schlüssel zum Königreich“ und Zugang zu einem breiten Arsenal sensibler SaaS-Anwendungen wie Salesforce, Google Workspace oder SharePoint.

Im System agieren die Angreifer schnell, exfiltrieren Daten und starten Erpressungskampagnen. Sicherheitsfirmen und Identity-Provider warnen inzwischen vor dieser kombinierten Bedrohung. Dennoch gibt fast die Hälfte der Sicherheitsexperten zu, nicht ausreichend auf KI-gestützte Angriffe vorbereitet zu sein.

Ausblick: Ein eskalierendes Wettrüsten

Der Aufstieg des KI-gestützten Rückruf-Phishings spiegelt eine Industrialisierung der Cyberkriminalität wider. Fortschrittliche Tools werden „as-a-Service“ im Darknet verkauft und senken die Einstiegshürde auch für weniger versierte Angreifer. Die Konvergenz aus perfekten Phishing-Mails, Echtzeit-Manipulation und überzeugenden Stimmenklonen stellt eine vielschichtige Bedrohung dar, der herkömmliche Sicherheitstools kaum gewachsen sind.

Die Cybersicherheitsbranche reagiert mit einem Gegen-Wettrüsten. Der Fokus verschiebt sich hin zu robusteren, phishing-resistenten 2FA-Methoden wie FIDO-Passkeys, die sich nicht durch Social Engineering überlisten lassen. Entscheidend ist zudem eine kontinuierliche Mitarbeiterschulung, die über das Erkennen von Tippfehlern hinausgeht. Sie muss das Verifizieren von Anfragen über separate Kanäle und das Erkennen psychologischer Manipulationstechniken lehren. Unternehmen müssen die Sicherheit rund um die 2FA-Einrichtung verstärken, detaillierte Logs führen und aktiv nach Anzeichen erfolgreicher Vishing-Angriffe suchen, um das wachsende Risiko zu begrenzen.

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