KI-generierte, Epstein-Fälschungen

KI-generierte Epstein-Fälschungen überschwemmen soziale Medien

06.02.2026 - 08:47:12

Eine neue Welle raffinierter, KI-generierter Bilder diffamiert Politiker im Kontext des Epstein-Skandals und erreicht Millionen Nutzer. Experten warnen vor den Gefahren für den öffentlichen Diskurs.

Deepfakes verknüpfen Politiker mit dem Epstein-Skandal – Millionen Nutzer sehen manipulierte Bilder. Eine neue Welle raffinierter, KI-generierter Bilder, die Politiker mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Verbindung bringen, überschwemmt soziale Netzwerke. Die Fälschungen zeigen, wie einfach sich mit aktueller KI-Technologie schädliche Narrative konstruieren lassen.

Ausgelöst durch die jüngste Veröffentlichung von Epstein-Dokumenten durch das US-Justizministerium, kursieren die manipulierten Bilder seit dieser Woche. Sie erhielten bereits Millionen Aufrufe. Eine Untersuchung der Desinformations-Watchdog-Organisation NewsGuard legt offen, wie gezielt falsche Assoziationen gestreut und Personen diffamiert werden.

NewsGuard enthüllt koordinierte Hetzkampagne

Der am Dienstag veröffentlichte Bericht dokumentiert: Mindestens sieben manipulierte Bilder, die Prominente falsch mit Epstein in Verbindung setzen, erreichten allein auf der Plattform X über 21 Millionen Aufrufe. Zu den Zielen gehörten New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani und die ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidatin Nikki Haley.

Einige Fälschungen zeigten angeblich einen jungen Mamdani mit Epstein, teilweise zusammen mit seiner Mutter, der Filmemacherin Mira Nair. NewsGuard bestätigte, dass es sich um KI-generierte Fakes handelt. Technische Beweise unterstützen diese Einschätzung: Eine Analyse mit Googles KI-Tool Gemini fand auf den Bildern ein „SynthID“ – einen unsichtbaren Wasserzeichen-Code, der KI-generierte Inhalte kennzeichnet.

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Die Verbreitung wurde durch bekannte Verschwörungstheoretiker verstärkt. Besonders alarmierend: Einige Befürworter der Bilder behaupteten, KI-Chatbots hätten diese als echt verifiziert – ein deutliches Zeichen für die Unzuverlässigkeit solcher Tools für Faktenchecks.

Die Technik hinter den täuschend echten Fälschungen

Die Erstellung überzeugender Deepfakes ist heute kein Spezialwissen mehr. Weltweit verfügbare KI-Bildgeneratoren und „Upscaling“-Tools ermöglichen es Durchschnittsnutzern, Bilder mit beunruhigendem Realismus zu erstellen oder zu verändern.

Experten für Online-Recherchen weisen darauf hin, dass diese KI-Tools Informationen „halluzinieren“ können. Sie erfinden visuelle Elemente wie Gesichter oder Details, die im Original nie existierten. Dieser Prozess schafft komplett neue, doch realistisch wirkende Bilder, die dann als authentische Beweise präsentiert werden.

In schnellen Nachrichtenzyklen sind diese Fälschungen besonders wirksam. Sie verbreiten sich oft, bevor Faktenchecker eingreifen können. Die Technologie erlaubt es Akteuren, „Beweise“ für ein bestimmtes Narrativ zu erfinden – zur Belästigung Einzelner oder zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung.

Wiederkehrendes Muster: KI-gestützte Diffamierung

Die Nutzung von KI für falsche Epstein-Bilder ist kein neues Phänomen. Doch die jüngsten Vorfälle zeigen eine steigende Raffinesse und Geschwindigkeit. Bereits früher kursierten gefälschte KI-Fotos, die Ex-Präsident Donald Trump mit Epstein zeigten – mit Millionen Aufrufen.

Dieses wiederkehrende Muster demonstriert: Bestimmte, kontroverse Themen werden zum fruchtbaren Boden für anhaltende Desinformationskampagnen. Die Einfachheit und niedrigen Kosten der Generativ-KI bedeuten, dass solche Angriffe kontinuierlich und weitreichend sein können.

Das Problem wird verschärft durch eine Flut unzuverlässiger, KI-generierter „News“-Websites, die oft ohne menschliche Redaktion arbeiten. In diesem Ökosystem können Fälschungen als seriöser Journalismus erscheinen. NewsGuard hat bisher über 2.000 solcher Seiten identifiziert.

Analyse: Die größere Bedrohung für die Demokratie

Die gezielten Epstein-Deepfakes sind nur ein Beispiel für einen gefährlichen Trend: die Waffenisierung generativer KI, um öffentliches Vertrauen zu untergraben. Mit leistungsfähigeren und zugänglicheren KI-Tools wächst das Potenzial für automatisierte Desinformationskampagnen exponentiell.

Analysten warnen, dass die Technologie nicht nur gefälschte Bilder, sondern auch Audio- und Videoinhalte erzeugen kann. Damit ließen sich Kandidaten in Skandale verwickeln oder erfundene Aussagen unterstellen.

Diese Flut synthetischer Inhalte riskiert eine Informationsumgebung, in der Bürger nicht mehr trauen können, was sie sehen und hören – manchmal als „Informations-Apokalypse“ bezeichnet. Die gesellschaftlichen Auswirkungen sind erheblich: Polarisierung, Unruhe und Wahlbeeinflussung. Der globale Herausforderung begegnen bereits Dutzende Länder, in denen Deepfakes Wahlen beeinflusst haben.

Ausblick: Ein Wettlauf gegen die Desinformation

Die Gesellschaft steht vor einem schwierigen Kampf gegen KI-gesteuerte Falschinformationen. Die Technologie zur Erstellung überzeugender Fälschungen entwickelt sich derzeit schneller als die Werkzeuge zu ihrer Erkennung. Diese Verzögerung ermöglicht die ungehinderte Verbreitung falscher Informationen – mit potenziell irreparablen Schäden für Reputationen und öffentlichen Diskurs.

Experten prophezeien für 2026 eine Explosion automatisierter, minderwertiger KI-Inhalte („AI Slop“). Dies wird die Fähigkeit sozialer Medien und Nachrichtenorganisationen, legitime Informationen zu erkennen, weiter strapazieren.

Gegenmaßnahmen erfordern einen mehrgleisigen Ansatz: robustere Erkennungstechnologien, klare Kennzeichnungsstandards für KI-generierte Inhalte und deutlich mehr Bildung zur digitalen Medienkompetenz. Ohne koordinierte Aktionen von Tech-Unternehmen, Regierungen und Zivilgesellschaft drohen KI-Deepfakes die Grundlage einer gemeinsamen Realität zu beschädigen – die Voraussetzung für jede informierte öffentliche Debatte.

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