KI-Gefährten, Chinas

KI-Gefährten: Chinas Spielzeugmarkt erlebt Revolution

31.01.2026 - 18:04:12

Emotionale KI-Gefährten verzeichnen Verkaufszuwächse von über 1.600 Prozent und treiben einen neuen Konsumtrend an. Chinesische Hersteller zeigen auf der CES 2026 ihre Marktdominanz.

KI-gesteuerte Spielzeuge mit Emotionen verzeichnen Verkaufszuwächse von über 1.600 Prozent und definieren Spiel und Gesellschaft neu. Der Markt für intelligente Begleiter boomt und spricht nicht nur Kinder, sondern auch junge Erwachsene und Senioren an. Auf der CES 2026 zeigten chinesische Hersteller die Zukunft dieser Kategorie.

E-Commerce explodiert durch emotionale KI

Die Zahlen sind atemberaubend: Auf der großen Handelsplattform Taobao schnellten die Transaktionsvolumen für KI-Spielzeuge im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 1.600 Prozent in die Höhe. Damit katapultierte sich die Nische erstmals unter die Top-10-Produktkategorien des Portals. Der Riese JD.com meldete einen Umsatz von fast 700 Millionen Yuan (rund 90 Millionen Euro) mit fast sieben Millionen verkauften Einheiten. Diese Explosion zeigt einen fundamentalen Wandel – angetrieben von künstlicher Intelligenz und dem Wunsch nach Produkten, die mehr bieten als bloße Unterhaltung.

Der Hunger nach digitaler Nähe treibt den Boom

Warum dieser Hype? Die Geräte stillen ein tiefes Bedürfnis nach emotionaler Verbindung in einer zunehmend digitalen Welt. Sie werden als Gefährten vermarktet, die Gewohnheiten und Stimmungen lernen und so Präsenz vermitteln. Das spricht eine breite Zielgruppe an: von Kindern und der Generation Z bis hin zur wachsenden Gruppe älterer Menschen, die der Einsamkeit entfliehen möchten. Für Eltern kombinieren die Spielzeuge Bildung und Engagement, oft ganz ohne Bildschirm. Analysten sehen darin einen neuen, mächtigen Konsumtreiber, der emotionales Kaufverhalten mit technologischer Innovation verbindet und gleichzeitig die Märkte für Kindererziehung und die „Silberwirtschaft“ bedient.

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Vom wachsenden Haustier zum plappernden Papagei

Chinesische Tech-Firmen führen diese Revolution an. Auf der CES 2026 stellten sie über 80 Prozent der 60 ausstellenden Unternehmen im KI-Gefährten-Sektor. Ein Paradebeispiel ist „Sweekar“, das weltweit erste KI-Taschenhaustier mit physischem Wachstum. Die vom Shenzhen-Startup Takway.AI entwickelte, handflächengroße Einheit durchläuft verschiedene Lebensphasen, fühlt sich warm an und scheint zu atmen. Ein weiterer Bestseller ist das Plüschtier „Fuzozo“ von Shanghais Robopoet, das durch Schnurren und Interaktion beim „Double 11“-Event begeisterte. Auch der Seniorenmarkt wird bedient: JD.coms „plappernder Papagei“ kann in lokalen Dialekten sprechen und an Gesundheitsmaßnahmen erinnern.

Eine neue Säule für die Tech-Industrie

Dieser Boom ist mehr als ein kurzlebiger Trend. Laut Jiang Han, Senior-Analyst beim Thinktank Pangoal, sind die Geräte prädestiniert, der nächste große Wachstumsmotor nach Smart-Home-Produkten zu werden. Die Konvergenz aus zugänglichen KI-Modellen, Chinas mächtigem Fertigungsökosystem und einer klaren Konsumnachfrage schuf den perfekten Nährboden. Während westliche Firmen noch regulatorische Fragen klären, haben chinesische Unternehmen mit Millionen verkaufter Einheiten einen deutlichen First-Mover-Vorteil errungen. Doch der rasante Expansion folgen kritische Fragen: Datenschutz und die Ethik der KI-Kameradschaft rücken in den Fokus und fordern Regulierer heraus, Innovation mit Verbraucherschutz in Einklang zu bringen.

Wachstum voraus – aber Regulierung nötig

Die Zukunft des Marktes scheint rosig: Branchenprognosen sagen ein weiteres aggressives Wachstum voraus, der heimische Markt könnte bis 2030 auf über 85 Milliarden Yuan anwachsen. Startups wie FoloToy sichern sich Millioneninvestitionen für Forschung und Massenproduktion. Die Spielzeuge werden immer persönlicher und alltäglicher. Parallel wächst der regulatorische Druck. Die größte Herausforderung für Hersteller und Behörden wird es sein, robuste Standards für Datensicherheit und Privatsphäre zu etablieren – besonders bei Produkten für Kinder. Dieser Balanceakt ist entscheidend für das nachhaltige Vertrauen der Verbraucher und die gesunde Entwicklung dieses aufstrebenden Milliardenmarktes.

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