KI-E-Mails, Markierung

KI-E-Mails ohne Markierung haben ab sofort keine Chance mehr

29.01.2026 - 09:31:12

Neue EU-Vorgaben zur KI-Kennzeichnung und strengere Authentifizierungsregeln von Google und Yahoo zwingen Unternehmen ab 2026 zu mehr Transparenz bei automatisierten Inhalten.

Die EU und Tech-Giganten wie Google ziehen gleichzeitig die Daumenschrauben an. Ihr Ziel: Ungemarkierte KI-Inhalte sollen aus den Posteingängen verschwinden. Für Unternehmen bedeutet das das Ende der Anonymität für automatisierte Kommunikation.

Diese Woche legte die EU-Kommission den Entwurf für einen neuen Transparenz-Kodex vor. Parallel verschärfen Google und Yahoo ihre Zustellregeln für 2026. Die Kombination aus neuem EU-Recht und den Vorgaben der großen E-Mail-Anbieter erzeugt einen Zangengriff. Wer heute noch KI-generierte Massenmails ohne Kennzeichnung versendet, landet garantiert im Spam.

EU-Kodex setzt auf verpflichtende Wasserzeichen

Im Zentrum steht der neue „Code of Practice“ zur Transparenz von KI-Inhalten. Der Entwurf konkretisiert, wie die Vorgaben des AI Act umgesetzt werden sollen. Kernstück ist die verpflichtende, maschinenlesbare Kennzeichnung von synthetischen Texten, Bildern und Audiodateien.

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Rechtsexperten sehen darin einen Wendepunkt. Bislang waren viele Versprechen zur KI-Kennzeichnung bloße Lippenbekenntnisse. Der Kodex will daraus harte, technische Compliance machen. Die finale Version soll bis August 2026 stehen – dann greifen die Transparenzpflichten des AI Act vollumfänglich.

Die Teilnahme am Kodex ist zwar formal freiwillig. Die dort definierten technischen Standards werden jedoch zum neuen Maßstab. Wer sich verweigert, riskiert nicht nur Ärger mit Behörden, sondern vor allem den Vertrauensverlust bei Kunden.

Google und Yahoo verschärfen Authentifizierung massiv

Während Brüssel regelt, schaffen die Tech-Konzerne Fakten. Google und Yahoo haben ihre Regeln für Massenversender erneut angezogen. Wer über 5.000 E-Mails täglich verschickt, muss nun eine lückenlose Authentifizierung vorweisen.

Einfache SPF- oder DKIM-Einträge reichen nicht mehr aus. Im Fokus steht jetzt die DMARC-Richtlinie (Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance). Bisher tolerierten Provider oft lasche Einstellungen. Künftig könnten strikte Vorgaben wie „p=quarantine“ oder „p=reject“ zum Standard für eine garantierten Zustellung werden.

Microsoft ist diesem Kurs bereits gefolgt und hat die Anforderungen für Outlook.com & Co. im Mai 2025 angeglichen. Die Konsequenz: E-Mail-Marketing benötigt eine IT-Infrastruktur auf Banken-Niveau. Eine Spam-Beschwerderate von über 0,3 Prozent führt bei großen Providern fast sofort zur Blockierung.

C2PA wird zum Industriestandard für Herkunftsnachweise

Die tiefgreifendste Änderung steckt im Inhalt der Nachrichten selbst. Der EU-Kodex forciert den Einsatz robuster, nicht wahrnehmbarer Wasserzeichen. Diese müssen auch Komprimierung oder Formatänderungen überstehen.

Hier setzt sich der C2PA-Standard (Coalition for Content Provenance and Authenticity) als De-facto-Norm durch. Wenn große KI-Anbieter wie Microsoft oder Google dieses Metadaten-Format nutzen, haben kleinere Wettbewerber kaum eine Chance.

Für den Büroalltag hat das Folgen. KI-Assistenten wie Copilot für Outlook könnten die Kennzeichnung bald automatisch vornehmen. Jede KI-generierte E-Mail würde dann standardmäßig Metadaten zur Herkunft enthalten. Das schafft Transparenz, zwingt Unternehmen aber auch, ihren KI-Einsatz offenzulegen.

KMU stehen vor großen technischen Hürden

Marktbeobachter sehen in den Entwicklungen eine notwendige Bereinigung. Die Flut an KI-Spam hatte die Nutzbarkeit von E-Mail bedroht. Durch Absender-Authentifizierung und Inhalts-Wasserzeichen wird das Medium wieder vertrauenswürdiger.

Doch die neuen Regeln bergen auch Risiken. Die lückenlose Nachverfolgbarkeit könnte in autoritären Staaten missbraucht werden. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen vor Herausforderungen.

Wer keine dedizierten IT-Ressourcen hat, um DMARC korrekt zu konfigurieren oder C2PA zu implementieren, könnte unverschuldet im Spam-Ordner landen. In den kommenden Monaten müssen daher alle Unternehmen ihre E-Mail-Infrastruktur prüfen. Die Botschaft ist klar: Transparenz ist keine Option mehr, sondern die Eintrittskarte in den Posteingang.

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