KI-Boom treibt Speicherpreise in die Höhe – Smartphones und PCs werden teurer
23.01.2026 - 05:36:12Der KI-Hunger der Tech-Giganten lässt die Preise für Speicherchips explodieren. Für Verbraucher bedeutet das: Smartphones, Laptops und andere Elektronik werden 2026 deutlich teurer – und womöglich knapper.
Die Ursache liegt in einer fundamentalen Neuausrichtung der Halbleiterindustrie. Große Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron verlagern ihre Produktionskapazitäten weg von herkömmlichem DRAM und NAND-Speicher für Consumer-Geräte. Stattdessen fließen die Ressourcen in hochprofitablen High-Bandwidth-Memory (HBM) für KI-Server. Experten sprechen von einer dauerhaften Verknappung, nicht von einer vorübergehenden Marktschwankung.
Die Folgen sind drastisch. Marktforscher prognostizieren für das erste Quartal 2026 allein bei DRAM Vertragspreiserhöhungen von bis zu 60 Prozent. Bei NAND-Speichern, wie sie in SSDs und Smartphones stecken, werden plus 38 Prozent erwartet. Diese Steigerungen kommen on top zu den bereits 2025 gestiegenen Preisen.
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Smartphone- und PC-Markt vor Einbruch
Die Auswirkungen auf den Technikmarkt drohen schwerwiegend zu werden. Die Absatzzahlen dürften sinken, während die Preise steigen. Die International Data Corporation (IDC) rechnet 2026 mit einem Schrumpfen des Smartphone-Marktes um bis zu 5,2 Prozent.
Grund sind die steigenden Kosten, die an die Kunden weitergegeben werden müssen. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Smartphones könnte um 3 bis 8 Prozent klettern, wobei das Budget-Segment besonders leiden wird. Selbst Premium-Hersteller wie Apple stehen unter Druck. Sie könnten gezwungen sein, bei neuen Top-Modellen auf Speicher-Upgrades zu verzichten, um die Kosten im Griff zu behalten.
Auch der PC-Markt steht vor einer Durststrecke. IDC warnt vor einem Rückgang der Auslieferungen um bis zu 8,9 Prozent in diesem Jahr. Der Anteil der Speicherkosten an den Gesamtkosten eines Notebooks, bisher bei 10 bis 18 Prozent, dürfte 2026 die 20-Prozent-Marke überschreiten. Erste Hersteller wie Framework haben bereits deutliche Preiserhöhungen für Systeme mit viel Arbeitsspeicher angekündigt.
KI frisst die Consumer-Elektronik auf
Diese Knappheit unterscheidet sich grundlegend von früheren Halbleiterengpässen. Sie ist kein Produktionsproblem, sondern das Ergebnis einer strategischen Entscheidung. Die Nachfrage von Hyperscalern wie Google, Microsoft und Amazon nach HBM für ihre KI-Infrastruktur ist unersättlich.
Jede Siliziumscheibe, die für KI-Chips produziert wird, fehlt für den Speicher in einem Mittelklasse-Smartphone oder einem Consumer-Laptop. Analysten schätzen, dass Rechenzentren 2026 bis zu 70 Prozent der gesamten Speicherproduktion verbrauchen könnten. Damit hat sich die historische Dynamik umgekehrt: Nicht mehr Smartphones und PCs treiben die Speicherproduktion, sondern die KI. Ein Verkäufermarkt ist entstanden, in dem Hardware-Hersteller um jede Speicherzuteilung für 2026 und 2027 kämpfen.
Die Kettenreaktion trifft auch Autos und Haushaltsgeräte
Die Wellen der Verknappung schlagen weiter als bis zu Smartphones und Laptops. Die Automobilindustrie, die auf verschiedene Speicherchips angewiesen ist, könnte erneut Produktionsprobleme wie während der Pandemie erleben.
Selbst „smarte“ Haushaltsgeräte wie Fernseher, Lautsprecher oder Kühlschränke sind betroffen. Für sie werden oft ältere Speichertypen verwendet. Doch die Chip-Hersteller stellen diese Legacy-Produktionslinien ein oder fahren sie zurück, um sich auf profitablere, moderne Chips zu konzentrieren – was das Angebot weiter verknappt.
In diesem neuen Marktumfeld gibt es klare Gewinner und Verlierer. Während die Aktien von Elektronikherstellern wie Dell oder HP unter Lieferkettenängsten leiden, sind die Kurse der Speicherproduzenten durch die Decke gegangen. Micron, SK Hynix und Samsung profitieren von ihrer neuen Machtposition.
Eine neue Normalität mit dauerhaft hohen Preisen
Experten sind überzeugt: Dies ist kein klassischer Konjunkturzyklus, sondern eine langfristige Neuordnung. Die gewaltigen Investitionen in die KI-Infrastruktur schaffen eine strukturelle Nachfrage nach Hochleistungsspeichern, die so schnell nicht abreißen wird. Erhöhte Speicherpreise könnten zur neuen Normalität werden und die Kostenstruktur der gesamten Unterhaltungselektronik-Branche dauerhaft verändern.
Die Gerätehersteller stecken in der Zwickmühle. Sie können die höheren Kosten schlucken und ihre Margen opfern. Oder sie geben sie an die Kunden weiter und riskieren sinkende Absätze. Andere Strategien sind, weniger Speicher in die Geräte einzubauen oder Rabatte zu streichen. Für Verbraucher heißt das: mehr zahlen für neue Technik – oder den Kauf hinauszögern in der Hoffnung auf sinkende Preise. Eine Hoffnung, die sich so bald nicht erfüllen dürfte.
Keine schnelle Entspannung in Sicht
Zwar investieren die großen Hersteller Milliarden in neue Fabriken. Doch diese Projekte brauchen Jahre bis zur Fertigstellung und werden die aktuelle Knappheit nicht kurzfristig lösen. Micron baut zwar eine neue Fabrik in New York, die Massenproduktion liegt jedoch noch in der Zukunft.
Analysten erwarten, dass die Nachfrage das Angebot auf absehbare Zeit übersteigen wird. Hardware-Hersteller sichern sich bereits heute Verträge für 2027 und darüber hinaus. Für den Rest des Jahres 2026 müssen sich Verbraucher und Tech-Marken auf ein Umfeld mit hohen Preisen und knappen Lieferungen einstellen. Die Verhandlungsmacht liegt eindeutig bei den Speicherherstellern, deren Fokus auf dem lukrativen KI-Markt weiter über Verfügbarkeit und Kosten unserer Alltagstechnologie entscheiden wird.
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