KI-Betrüger, Smartphones

KI-Betrüger zielen massiv auf deutsche Smartphones

17.02.2026 - 23:55:12

Künstliche Intelligenz treibt perfekt gefälschte SMS und QR-Code-Angriffe auf mobile Geräte. Behörden warnen vor massivem Anstieg und hohen finanziellen Schäden.

Eine neue Welle von KI-gestützten Betrugsangriffen überrollt derzeit Smartphone-Nutzer in Deutschland. Verbraucherschützer und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlagen Alarm. Die perfekt gefälschten Nachrichten sind kaum noch von echten zu unterscheiden und stellen eine unmittelbare Gefahr dar.

Die Angreifer nutzen künstliche Intelligenz, um fehlerfreie und persönlich wirkende Nachrichten zu generieren. Statt plumper Massenmails sehen sich Nutzer nun einer industrialisierten Betrugsproduktion gegenüber. Jeder Angriff erhält einen einzigartigen Text. Die Cyberkriminalität verlagert sich damit strategisch auf das Smartphone – den digitalen Lebensmittelpunkt.

Smishing & Quishing: Zwei perfide Methoden im Fokus

Im Zentrum stehen zwei auf mobile Geräte zugeschnittene Taktiken: Smishing und Quishing.

Beim Smishing landen gefälschte SMS von angeblichen Banken, Paketdiensten oder Behörden auf dem Handy. Vorwände wie eine angebliche Zollgebühr oder eine fehlgeschlagene Paketzustellung sollen Opfer zum Klicken auf schädliche Links verleiten. Eine solche Welle verursachte kürzlich in Oberösterreich einen Schaden von über 800.000 Euro.

Noch heimtückischer ist Quishing. Hier platzieren Kriminelle manipulierte QR-Codes an Parkautomaten oder versenden sie in E-Mails. Der Scan führt auf professionell gefälschte Webseiten, die Bankdaten abgreifen. Die Zahl solcher Vorfälle verfünffachte sich laut Sicherheitsanalysen Ende 2025 innerhalb weniger Monate. QR-Codes verschleiern schädliche URLs effektiv und umgehen viele Filter.

Warum das Smartphone im Fadenkreuz steht

Die massive Zunahme mobiler Angriffe ist kein Zufall. 82 Prozent aller Phishing-Webseiten sind laut aktuellen Berichten speziell für Smartphones optimiert. Experten sehen dafür klare Gründe:

  • Mobile Geräte sind oft schlechter geschützt als Computer.
  • Auf kleineren Bildschirmen prüfen Nutzer Links weniger kritisch.
  • Unterwegs reagieren Menschen oft unachtsamer.

Die Betrüger nutzen diese Schwächen gezielt aus. Ihre Nachrichten erzeugen psychologischen Druck und fordern unter Androhung von Kontosperrungen zum sofortigen Handeln auf. „Für Angreifer ist es oft einfacher, eine Person zu täuschen, als eine Firewall zu durchbrechen“, betont das BSI.

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Deutschland im Visier: Offizielle Warnungen und alarmierende Zahlen

Die Bedrohungslage hat höchste Sicherheitsbehörden auf den Plan gerufen. Das BSI warnt gemeinsam mit dem Verfassungsschutz explizit vor Phishing-Kampagnen über Messenger wie Signal, hinter denen staatliche Akteure vermutet werden. Deutschland gehört in Europa zu den am stärksten betroffenen Ländern.

Die finanziellen Schäden sind immens. Fast 90 Prozent der deutschen Unternehmen waren in den letzten drei Jahren von Datenangriffen betroffen, wobei die Kosten pro Vorfall oft eine Million US-Dollar erreichen. Der Angriff beginnt häufig am privaten, ungesicherten Smartphone eines Mitarbeiters, das zum Einfallstor für Firmennetzwerke wird.

Parallel laufen ständig Kampagnen gegen Bankkunden. Die Verbraucherzentrale warnte aktuell vor gefälschten E-Mails an Commerzbank-Kunden mit einer Fristsetzung zum 20. Februar.

Wie Sie sich schützen können

Angesichts der KI-gestützten Angriffe raten Experten zu einer neuen Stufe der Wachsamkeit. Der wirksamste Schutz kombiniert Technik mit gesundem Misstrauen.

  • Grundsätzliche Skepsis: Behandeln Sie unaufgeforderte Nachrichten immer mit Misstrauen.
  • Keine Links anklicken: Klicken Sie nie auf Links in verdächtigen Nachrichten. Geben Sie Adressen von Banken immer manuell ein.
  • Absender prüfen: Achten Sie genau auf die Absenderadresse. Oft weicht sie nur minimal vom Original ab.
  • Keine Daten preisgeben: Seriöse Unternehmen fordern niemals per SMS oder E-Mail Passwörter, PINs oder TANs an.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen: Aktivieren Sie 2FA für alle wichtigen Konten als zusätzliche Sicherheitsebene.

Sicherheitsexperten rechnen damit, dass die Bedrohung weiter zunimmt. Zukünftige Maschen könnten Deepfakes für gefälschte Sprachanrufe nutzen. Die KI der Angreifer lernt in Echtzeit: Scheitert ein Versuch, wird die nächste Nachricht automatisch angepasst.

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