Cyberangriffe, APIs

KI beschleunigt Cyberangriffe auf APIs dramatisch

25.02.2026 - 07:09:46 | boerse-global.de

Die durchschnittliche Zeit für einen Netzwerkeinbruch ist auf 29 Minuten gesunken. KI wirkt als Risikomultiplikator, während neue EU-Regulierung Unternehmen zusätzlich unter Druck setzt.

Die durchschnittliche Zeit für einen erfolgreichen Netzwerk-Einbruch ist auf nur noch 29 Minuten gesunken. Neue Berichte zeigen: Künstliche Intelligenz wirkt als Brandbeschleuniger für Attacken auf Programmierschnittstellen. Unternehmen stehen vor einer doppelten Herausforderung durch Angreifer und neue EU-Regulierung.

Angriffszeit schrumpft auf Rekordtief

Cyberkriminelle agieren so schnell wie nie zuvor. Laut dem aktuellen CrowdStrike Global Threat Report sank die sogenannte Breakout Time – die Zeit vom ersten Zugriff bis zur Ausbreitung im Netzwerk – 2025 im Schnitt auf nur 29 Minuten. Das ist ein Rückgang um 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der schnellste dokumentierte Angriff dauerte sogar nur 27 Sekunden.

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Hinter dieser dramatischen Beschleunigung steckt vor allem der massenhafte Einsatz von KI durch Angreifer. Ihre Aktivitäten stiegen im Vergleich zu 2024 um 89 Prozent. KI kommt in allen Phasen zum Einsatz: von der Aufklärung über den Diebstahl von Zugangsdaten bis zur Verschleierung der Spuren. Ein Bericht von Palo Alto Networks bestätigt den Trend. Die schnellsten Angriffe von der Kompromittierung bis zum Datendiebstahl dauern demnach nur noch 72 Minuten – viermal so schnell wie noch ein Jahr zuvor.

APIs werden zum Hauptziel für Hacker

Im Fokus dieser Hochgeschwindigkeitsattacken stehen zunehmend Programmierschnittstellen (APIs). Sie sind das verbindende Gewebe moderner Software und Cloud-Dienste – und damit ein lukratives Einfallstor. Ein aktueller Report des Sicherheitsanbieters Wallarm liefert alarmierende Zahlen.

Die Analyse von über 67.000 im Jahr 2025 entdeckten Schwachstellen ergab: 17 Prozent (über 11.000) betrafen APIs. Noch kritischer: 43 Prozent der von US-Behörden als aktiv ausgenutzt eingestuften Sicherheitslücken hingen mit APIs zusammen. Die Verbindung zur KI ist dabei unübersehbar. Mehr als ein Drittel aller KI-bezogenen Schwachstellen waren direkt auf APIs zurückzuführen.

Der Bericht beschreibt KI als „Risikomultiplikator“, der bestehende API-Schwachstellen verstärkt und ihre Ausnutzung beschleunigt. Besondere Aufmerksamkeit erregt das Model Context Protocol (MCP), eine Steuerungsebene für KI-Agenten. Hier wurden bereits 315 Schwachstellen identifiziert – eine neue und schnell wachsende Angriffsfläche.

Das zweischneidige Schwert der Künstlichen Intelligenz

Im Cyberkrieg um APIs spielt KI eine Doppelrolle. Auf der einen Seite nutzen Angreifer sie, um ihre Operationen zu skalieren, komplexere Angriffsmuster zu generieren und Schwachstellen automatisiert zu scannen. KI-gesteuerte Malware kann sich anpassen, Sicherheitsvorkehrungen umgehen und sich im normalen Datenverkehr verstecken.

Auf der anderen Seite wird KI zur entscheidenden Waffe in der Verteidigung. Moderne Sicherheitssysteme setzen auf maschinelles Lernen, um Anomalien im API-Verkehr zu erkennen, verdächtige Anfragemuster zu identifizieren und automatisierte Angriffe in Echtzeit abzuwehren. Es ist ein technologisches Wettrüsten, bei dem Geschwindigkeit alles ist.

EU-Gesetzgebung erhöht den Druck auf Unternehmen

Angesichts der eskalierenden Gefahren schreitet auch der Gesetzgeber ein. Die massive Regulierungswelle, angeführt vom EU AI Act, zwingt Unternehmen zu mehr Transparenz und Kontrolle über ihre KI-Systeme. Da KI-Anwendungen fast ausschließlich über APIs kommunizieren, rückt deren Sicherheit ins Zentrum der Compliance.

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Deutschland hat am 11. Februar 2026 den Regierungsentwurf für ein nationales Umsetzungsgesetz (KI-MIG) vorgelegt. Die Bundesnetzagentur soll darin als zentrale Aufsichtsbehörde fungieren. Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen die Aktionen ihrer KI-Systeme lückenlos dokumentieren und steuern können. Ohne eine robuste API-Sicherheitsarchitektur ist das kaum möglich.

Grundlegende Sicherheitslücken als Achillesferse

Die aktuellen Berichte offenbaren eine gefährliche Diskrepanz. Während die Angriffstechniken immer komplexer werden, basieren viele erfolgreiche Attacken auf grundlegenden Sicherheitsfehlern. Laut Wallarm sind schwache Authentifizierung und fehlerhafte Zugriffskontrollen für den Großteil der API-Verletzungen verantwortlich.

Viele Unternehmen kämpfen also noch mit den Basics, während die Bedrohungslage exponentiell wächst. Die Kombination aus ungesicherten APIs und KI-gestützten Angriffswerkzeugen schafft eine perfekte Sturm-Lage. Wer jetzt nicht in integrierte Sicherheitsplattformen investiert, riskiert nicht nur Datenpannen und Betriebsausfälle, sondern auch hohe regulatorische Strafen und Reputationsverlust.

Die Ära des Experimentierens mit KI ist vorbei. Die Professionalisierung hat begonnen. Der Wettlauf um die sicherste digitale Infrastruktur entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit und Kundenvertrauen in den kommenden Jahren.

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