KI-Agenten: Von Helfern zu Cyber-Bedrohungen
16.02.2026 - 14:10:12 | boerse-global.deDie globale Tech-Branche erlebt einen scharfen Weckruf. Drei alarmierende Sicherheitsberichte zeichnen ein düsteres Bild: 2026 wird zum Jahr der KI-Doppelagenten, autonomer Erpressungssoftware und staatlicher Spionage, die die Werkzeuge des Fortschritts gegen ihre Nutzer wendet.
Die unsichtbare Ransomware-Welle
Auslöser der aktuellen Alarmstimmung ist der „State of Ransomware“-Bericht von BlackFog vom 13. Februar. Die Zahlen sind erschreckend: 2025 stieg die Zahl öffentlich gemeldeter Angriffe um 49 Prozent auf 1.174 Fälle. Das wahre Ausmaß bleibt jedoch im Verborgenen. Laut BlackFog werden rund 86 Prozent aller Ransomware-Angriffe nie öffentlich. Diese nicht gemeldeten Attacken nahmen um 37 Prozent zu.
Der Grund? Kriminelle Gruppen setzen zunehmend autonome KI-Agenten ein. Ein Beispiel: Angreifer kaperten ein großes Sprachmodell (LLM), um damit eigenständig Systeme auszuspähen, Schwachstellen auszunutzen und Daten zu stehlen. Dieser Wechsel von menschlichen Hackern zu KI-gesteuerten Operationen macht Angriffe schneller und schwerer erkennbar – eine enorme Herausforderung für traditionelle Sicherheitszentren.
Das Risiko der „KI-Doppelagenten“
Wie gefährlich unkontrollierte KI im Unternehmensalltag werden kann, zeigt der „Cyber Pulse“-Report von Microsoft. Über 80 Prozent der Fortune-500-Konzerne nutzen bereits aktive KI-Agenten für Aufgaben wie Lieferkettenmanagement. Doch die Sicherheitsvorkehrungen hinken hinterher.
Das zentrale Problem sind die „KI-Doppelagenten“: Legitime KI-Tools mit zu vielen Berechtigungen, die gegen ihre Besitzer eingesetzt werden können. 29 Prozent der Mitarbeiter geben zu, nicht genehmigte KI-Agenten für ihre Arbeit zu nutzen – ein gefährliches „Schatten-KI“-Ökosystem. Wird ein solcher Agent kompromittiert, erbt der Angreifer seine Zugriffsrechte. Das Produktivitätstool wird zum Saboteur im eigenen Netzwerk. Oft fehlen diesen Agenten die strengen „Zero Trust“-Kontrollen, die für menschliche Nutzer Standard sind.
Staatssponsorierte Spionage und Modell-Diebstahl
Die Bedrohung kommt auch von Nationalstaaten. Der Threat Intelligence Group (GTIG) von Google zufolge integrieren staatlich unterstützte Akteure KI in jede Phase ihrer Angriffe. Nordkoreanische und chinesische Gruppen nutzen LLMs für ausgeklügelte Aufklärung und gezieltes Social Engineering.
Besonders besorgniserregend für Unternehmen sind sogenannte „Distillation“-Angriffe. Dabei versuchen Gegner, proprietäre KI-Modelle über deren Schnittstellen (APIs) abzufragen und so ihre Fähigkeiten zu „klonen“. Der Angreifer stiehlt die komplexe Logik und das Training eines wertvollen Modells, ohne jemals auf den eigentlichen Code zugreifen zu müssen. Es ist eine neue Form der Industriespionage, die das „Gehirn“ der KI ins Visier nimmt.
Die Paradoxie der Autonomie
Die Berichte offenbaren ein fundamentales Paradoxon: Gerade die Autonomie, die KI-Agenten so produktiv macht – ihre Fähigkeit, eigenständig Entscheidungen zu treffen und Aufgaben auszuführen –, macht sie auch so gefährlich. Das Sicherheitsnetz „Human-in-the-loop“ bröckelt schneller als erwartet.
Während sich die Debatte 2024 noch um „generative“ Risiken wie Halluzinationen drehte, liegt der Fokus heute auf „agentischen“ Risiken. Die KI ist aktiver Teilnehmer im Unternehmensnetzwerk geworden. Die hohe Zahl nicht gemeldeter Angriffe deutet darauf hin, dass Unternehmen Lösegeld zahlen oder Datenverluste stillschweigend hinnehmen – aus Angst vor Reputationsschaden durch KI-Pannen. Diese Intransparenz verschleiert das wahre Ausmaß der Krise.
Ausblick: Zero Trust für Software
Für den Rest des Jahres 2026 zeichnet sich eine rasche regulatorische und technische Reaktion ab. Das „Zero Trust“-Prinzip, bisher für Menschen und Geräte gedacht, wird auf KI-Agenten ausgeweitet werden. Unternehmen müssen ihren Software-Agenten quasi „Ausweise“ ausstellen, die deren Datenzugriff streng begrenzen und kritische Aktionen explizit verifizieren.
Sicherheitsanbieter werden mit „Agent Governance“-Plattformen auf den Markt drängen, um die Schatten-KI zu entdecken und zu überwachen. Die Enthüllung der Distillation-Angriffe dürfte zudem zu strengeren API-Limits und schärferen Nutzungsbedingungen für KI-Modelle führen. Die Botschaft dieser Woche ist klar: Wer autonome Agenten einsetzt, muss sie genauso streng überwachen wie seine menschlichen Mitarbeiter.
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