Keysight, Technologies

Keysight Technologies: Solider Gewinnrückgang – Chance für geduldige Anleger?

22.02.2026 - 23:48:50 | ad-hoc-news.de

Keysight liefert solide, aber rückläufige Zahlen und sorgt für gemischte Reaktionen an der Wall Street. Was steckt hinter dem Gewinnrückgang – und was bedeutet das für deutsche Tech-Investoren mit Blick auf 2026?

Bottom Line zuerst: Keysight Technologies hat jüngst solide, aber rückläufige Quartalszahlen vorgelegt – Umsatz und Gewinn fielen im Vergleich zum Vorjahr, lagen aber in etwa im Rahmen der Erwartungen. Für Sie als Anleger bedeutet das: keine Wachstumsstory um jeden Preis, sondern ein hochprofitabler Mess- und Test-Spezialist, der momentan zwischen Zinsangst, AI?Euphorie und Investitionszurückhaltung der Kunden eingeklemmt ist.

Warum das wichtig ist? Weil die Keysight?Aktie auch für deutsche Investoren eine der wenigen „Pure Plays“ im Bereich elektronische Mess? und Testtechnik ist – ein stiller Profiteur von 5G, Cloud, Halbleitern und Rüstung. Wer das Geschäftsmodell versteht, kann Kursrücksetzer gezielter nutzen, statt hektisch hinter Hype?Titeln herzujagen.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Keysight Technologies mit Sitz in Kalifornien ist ein weltweit führender Anbieter von elektronischer Mess? und Testtechnik. Das Unternehmen liefert unter anderem Messgeräte, Software und Lösungen für Funk- und Hochfrequenztechnik, Netzwerke, Automobilindustrie, Halbleiterfertigung sowie Verteidigung und Luftfahrt. Damit sitzt Keysight tief in den Wertschöpfungsketten von 5G, Cloud?Infrastruktur, autonomem Fahren und Verteidigungstechnologie.

Die Aktie ist über die ISIN US49338L1035 an der NYSE/Nasdaq notiert und kann problemlos über deutsche Broker (Xetra?Frankfurt über Handelsplätze mit US?Routing, Tradegate etc.) gehandelt werden. Für Anleger im Euroraum spielt daher neben der operativen Entwicklung auch der US?Dollar?Kurs eine Rolle – Kursgewinne in Dollar können teilweise durch einen schwächeren Greenback aufgezehrt werden und umgekehrt.

Im jüngsten Quartalsbericht meldete Keysight einen rückläufigen Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Grund: Viele Kunden – insbesondere in den Bereichen Halbleiter, Kommunikationsausrüstung und Elektronikfertigung – fahren Investitionen nach dem Boom der vergangenen Jahre zurück oder verschieben Projekte. Das trifft Test- und Messausrüster typischerweise mit Verzögerung, weil diese Investitionsgüter meist in größeren Zyklen angeschafft werden.

Positiv: Keysight hält die Bruttomargen auf hohem Niveau und kompensiert die schwächere Nachfrage teilweise durch Kostendisziplin, effizientere Lieferketten und einen höheren Software? und Serviceanteil. Damit bestätigt das Management die strategische Ausrichtung auf margenstarke, wiederkehrende Umsätze – ein zentraler Punkt für alle, die auf Qualität statt reiner Umsatzfantasie setzen.

Für deutsche Investoren ist besonders interessant, dass Keysight stark in Europa – und gerade im deutschsprachigen Raum – verankert ist. Kunden sind unter anderem:

  • Automobilhersteller und -zulieferer (E?Mobility?Tests, Batteriemanagement, Ladesäulen?Infrastruktur)
  • Industrieelektronik? und Maschinenbauer, wie sie im DAX, MDAX und SDAX vertreten sind
  • Telekom? und Netzinfrastrukturunternehmen, die 5G? und Glasfasernetze ausrollen
  • Halbleiter? und Sensorhersteller in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Wenn deutsche Industriekonzerne ihre Investitionen in F&E und Testkapazitäten erhöhen oder kürzen, wirkt sich das zeitversetzt auf Keysight aus. Umgekehrt signalisiert ein stabiler bis wachsender Auftragsbestand bei Keysight, dass die Investitionsbereitschaft entlang der industriellen Wertschöpfungskette intakt ist – ein Indikator, der auch für die Perspektiven vieler deutscher Zulieferer und Ausrüster relevant ist.

An der Börse wird Keysight derzeit eher als Quality?Tech mit zyklischem Einschlag wahrgenommen. In Phasen, in denen KI?Highflyer und Cloud?Giganten die Schlagzeilen dominieren, wirkt ein Messgerätehersteller schnell langweilig – obwohl gerade diese Unternehmen von stabilen Cashflows und planbaren Margen leben. Der Kursverlauf der letzten Monate spiegelt das wider: Nach einer deutlichen Rallye in den Vorjahren konsolidiert die Aktie, Zwischenrallyes werden von Gewinnmitnahmen gebremst.

Das aktuelle Spannungsfeld:

  • Belastend: Investitionszurückhaltung in zyklischen Endmärkten (Halbleiter, Telecom?Infra, Konsumelektronik)
  • Stützend: Langfristige Trends wie 5G, autonomes Fahren, Verteidigungs- und Raumfahrtprogramme sowie zunehmende elektronische Komplexität und Regulatorik
  • Neutral bis positiv: Solide Bilanz, starke Margen, aktives Aktienrückkaufprogramm, aber kein „hyper?growth“ wie bei reinen Software?Titeln

Für Anleger in Deutschland bedeutet das: Die Keysight?Aktie ist kein schneller Zock, sondern ein Qualitätswert mit ausgeprägter Zyklik. Wer investiert, sollte einen Anlagehorizont über mehrere Jahre mitbringen und verstehen, dass Phasen schwächerer Bestellungen Teil des Geschäftsmodells sind – ähnlich wie in der klassisch deutschen Investitionsgüterindustrie.

Einen weiteren Blick wert ist die Korrelation zu DAX?Werten aus den Segmenten Industrie, Auto und Halbleiter. Wenn Sie ohnehin stark in Titel wie Siemens, Infineon, Mercedes?Benz oder Zulieferer aus dem MDAX engagiert sind, kann Keysight als US?Technologiebaustein dienen, der thematisch passt, aber geografisch diversifiziert. Das Klumpenrisiko im heimischen Markt wird reduziert, während Sie vom gleichen strukturellen Trend – mehr Elektronik, mehr Konnektivität, mehr Testbedarf – profitieren.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die jüngsten Analystenkommentare zeichnen ein differenziertes, überwiegend konstruktives Bild. Nach den aktuellsten Einschätzungen großer Häuser (u. a. US?Großbanken und spezialisierte Tech?Research?Häuser) ergibt sich für Keysight ein überwiegend positives Votum mit Schwerpunkt auf „Kaufen“ oder „Übergewichten“ und einigen „Halten“-Empfehlungen.

Die Begründungsmuster ähneln sich:

  • Pro: Marktführerschaft in wichtigen Nischen der elektronischen Messtechnik, hoher technologischer Burggraben und starke Kundenbindung
  • Pro: Hohe Margen, robuste Bilanz, verlässlicher Cashflow – attraktiv für Qualitäts- und Dividendeninvestoren (trotz vergleichsweise niedriger Ausschüttung)
  • Contra: Zyklische Abhängigkeit von Investitionsgütern, insbesondere in Halbleiter- und Telekomsektor
  • Contra: Bewertungsniveau, das „Qualität“ bereits teilweise einpreist und wenig Fehler verzeiht, wenn Wachstum temporär zurückgeht

Aus den veröffentlichten Kurszielen ergibt sich im Schnitt ein moderates Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs, wobei die Spanne zwischen vorsichtig neutral und klar optimistisch reicht. Einige Analysten heben hervor, dass Keysight in einem Umfeld strukturell steigender Komplexität von Elektronik – Stichwort 5G?Advanced, 6G?Forschung, E?Mobility, Edge?Computing – eine Schlüsselrolle bei der Qualitätssicherung spielt. Das werde an der Börse häufig unterschätzt, zumal die Story weniger spektakulär sei als bei reinen KI?Softwaretiteln.

Für Anleger aus Deutschland ist besonders relevant, dass sich europäische Research?Abteilungen meist etwas vorsichtiger äußern als ihre US?Kollegen. Sie verweisen auf die Zyklik, die hohe Abhängigkeit vom Investitionszyklus der Industrie und die Wechselkursrisiken für Euro?Anleger. Gleichzeitig unterstreichen sie, dass Keysight als Beimischung in ein technologieorientiertes, aber qualitativ fokussiertes Portfolio sinnvoll sei – insbesondere für Investoren, die bereits stark im US?Megacap?Tech?Segment engagiert sind und dort etwas diversifizieren möchten.

Was bedeutet das für Ihre Anlagestrategie?

  • Wenn Sie kurzfristig unterwegs sind, müssen Sie mit Schwankungen rechnen, sobald neue Konjunktur- oder Zinsdaten veröffentlicht werden oder Kunden aus der Halbleiter- und Telekombranche ihre Investitionspläne anpassen.
  • Wenn Sie langfristig planen, steht im Vordergrund, ob Keysight seine technologische Führung behaupten und den Anteil wiederkehrender Umsätze (Software, Services) weiter steigern kann. Hier sehen viele Analysten strukturellen Rückenwind.
  • Für deutsche Anleger mit Euro?Fokus spielt zudem das Währungsmanagement eine Rolle. Wer nicht absichert, setzt neben der Unternehmensentwicklung auch auf die relative Stärke des US?Dollar gegenüber dem Euro.

Ein weiterer Baustein, den professionelle Investoren im Blick haben, ist die Kapitalallokation von Keysight. Das Unternehmen nutzt freie Mittel:

  • für Forschung & Entwicklung (Stärkung des technologischen Vorsprungs)
  • für gezielte Akquisitionen kleinerer Technologieanbieter
  • für Aktienrückkäufe, die den Gewinn je Aktie stützen

Diese Kombination spricht eher Value- und Quality?Investoren an, weniger Momentum?Trader, die spektakuläre Wachstumsraten suchen. Wer als deutscher Privatanleger mit den Strategien großer Fonds und Pensionskassen „mitschwimmen“ möchte, findet in Keysight damit ein Profil, das zwischen klassischem Industrie?Bluechip und Tech?Spezialist liegt.

Fazit für Anleger in Deutschland: Keysight Technologies ist kein Kursfeuerwerk, sondern ein strategischer Baustein für alle, die an den langfristigen Ausbau von 5G, Halbleitern, Verteidigung und Industrie?Elektronik glauben – und bereit sind, zyklische Durststrecken auszuhalten. Wer seine Hausaufgaben macht, Analysteneinschätzungen mit der eigenen Überzeugung abgleicht und die Wechselkursrisiken im Blick behält, kann mit dem Wertpapier eine gezielte, qualitativ hochwertige Ergänzung zum heimischen DAX? und MDAX?Portfolio aufbauen.

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