Kenco setzt auf KI für die Steuerung von Lager-Mitarbeitern
18.02.2026 - 18:51:12 | boerse-global.deEin neuer Branchentrend nimmt Fahrt auf: Nicht mehr nur Roboter, sondern die intelligente Führung menschlicher Teams wird zum Schlüssel in automatisierten Logistikzentren. Der US-Logistikanbieter Kenco geht dazu eine strategische Partnerschaft mit dem Software-Unternehmen Takt ein.
Ziel ist der flächendeckende Einsatz einer KI-gesteuerten Plattform zur Echtzeit-Arbeitskräfteplanung im gesamten Distributionsnetzwerk. Die Ankündigung vom 17. Februar 2026 markiert eine wichtige Entwicklung. Der Fokus der Lagerautomatisierung verschiebt sich von reinen Roboter-Lösungen hin zur Software, die Mensch und Maschine orchestriert.
Vom starren Schichtende zur dynamischen Steuerung
Das System soll die wachsende Komplexität moderner Zentren bewältigen, in denen automatisierte Systeme und Menschen Hand in Hand arbeiten. Traditionelle Leistungsbewertungen am Schichtende gelten zunehmend als veraltet. Die neue Plattform gibt Vorgesetzten dagegen Echtzeit-Einblicke in den Betrieb.
So können sie noch während der Schicht unmittelbar Anpassungen bei der Personalverteilung, der Mitarbeiterführung oder der Priorisierung von Aufgaben vornehmen. Sie reagieren nicht mehr nur auf Produktivitätsdaten im Nachhinein. Dieser Ansatz spiegelt einen breiteren Branchentrend wider: KI wird zum Kern der operativen Effizienz und Widerstandsfähigkeit von Lieferketten.
KI als Coach und Motivator für die Belegschaft
Im Zentrum der Partnerschaft steht eine KI-gesteuerte Plattform, die nicht nur Leistung überwacht, sondern Mitarbeiter aktiv einbindet. Das System integriert KI-gestütztes Coaching und spielerische Elemente (Gamification), um Produktivität und Arbeitszufriedenheit zu steigern.
Komplexe Leistungsdaten werden in spezifisches, rollenbasiertes Feedback und transparente Anreizmetriken übersetzt. Die Mitarbeiter erhalten so klarere Erwartungen und Anleitungen. Dieser „Human-in-the-Loop“-Ansatz gilt als entscheidend, um mit der unberechenbaren Natur von E-Commerce-Retouren oder saisonalen Nachfragespitzen umzugehen.
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Der globale Markt verdoppelt sich bis 2030
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt: KI ist keine Zukunftsvision mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für moderne Logistik. Der globale Markt für Lagerautomatisierung wird 2026 auf fast 30 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis 2030 soll er sich nahezu verdoppeln.
Dieses Wachstum wird durch den Einsatz von Millionen gewerblicher Lagerroboter weltweit befeuert. Der wahre Fortschritt liegt jedoch in der Software-Schicht, die den komplexen Tanz zwischen menschlichen und robotischen „Mitarbeitern“ orchestriert. Moderne Warehouse Execution Systems (WES) entwickeln sich zu Echtzeit-Orchestrierern, die Arbeitslasten dynamisch ausbalancieren, um Engpässe zu vermeiden.
Antwort auf Fachkräftemangel und steigenden Druck
Der Schritt hin zu intelligenten, KI-gesteuerten Managementsystemen ist eine Reaktion auf den anhaltenden Arbeitkräftemangel und die steigende Nachfrage nach schnellerer, genauerer Auftragsabwicklung. Bis Ende 2026 werden voraussichtlich über 4,6 Millionen Lagerroboter installiert sein.
Die Herausforderung liegt nicht mehr in der Einführung von Automatisierung, sondern in ihrer effektiven Integration. Unternehmen, die hier zögern, riskieren, bei Kostenkontrolle, Servicezuverlässigkeit und Gesamtresponsivität zurückzufallen. Die Technologie wirkt auch über die Lagermauern hinaus: „Physische KI“ verbessert die gesamte Lieferkette, von autonomen Lkw für optimierte Routen bis zu Vision-Systemen, die digitale Zwillinge von Anlagen für Szenario-Modelle erstellen.
Die Zukunft: Vorausschauende und vorhersagende Lager
Die Zukunft der Lagerautomatisierung liegt in der Schaffung proaktiver, datengesteuerter Abläufe. Die Partnerschaft zwischen Kenco und Takt ist ein Beispiel für diesen Trend. Immer ausgefeiltere KI-Algorithmen werden nicht nur aktuelle Operationen managen, sondern auch künftige Herausforderungen vorhersagen – von potenziellen Bestandsabweichungen bis zu Personalbindungsrisiken.
Das ultimative Ziel ist ein widerstandsfähiges und flexibles Logistiknetzwerk, in dem Technologie das menschliche Urteilsvermögen erweitert. So können Unternehmen sich Marktschocks und sich wandelnden Verbrauchererwartungen anpassen. Mit der Reifung dieser Systeme wird die Unterscheidung zwischen „automatisierten“ und „manuellen“ Aufgaben verschwimmen.
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