Kaspersky, BSI

Kaspersky droht BSI mit Millionenklage

04.02.2026 - 00:34:12

Der russische Antivirenhersteller Kaspersky verlangt die Rücknahme einer BSI-Warnung und droht mit einer zivilrechtlichen Klage. Der Konflikt hat zu massiven Umsatzeinbußen geführt.

Kaspersky fordert die Rücknahme einer Sicherheitswarnung – und droht dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) notfalls mit einer Schadensersatzklage in Millionenhöhe. Der seit vier Jahren schwelende Konflikt erreicht damit eine neue Eskalationsstufe.

Warum das BSI vor der Software warnt

Auslöser war eine Warnung des BSI vom März 2022. Die Behörde riet damals vom Einsatz der Antivirensoftware ab, besonders für Unternehmen und kritische Infrastrukturen. Konkrete technische Schwachstellen nannte das BSI nicht. Stattdessen verwies es auf ein abstraktes Risiko: Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs bestehe die Gefahr, dass der russische Hersteller vom Staat zu Cyberangriffen gezwungen oder als Werkzeug missbraucht werden könnte. Antivirensoftware hat tiefe Systemzugriffe – ein potenzielles Einfallstor.

Ein Kampf um Vertrauen und Marktanteile

Kaspersky wies die Vorwürfe stets zurück. Das Unternehmen betont seine Unabhängigkeit als Privatfirma und verwies auf Transparenzmaßnahmen wie die Verlagerung von Kundendaten in die Schweiz. Juristische Eilanträge gegen die Warnung scheiterten jedoch vor Gericht. Die Richter sahen die Gefahreneinschätzung des BSI als plausibel an.

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Die wirtschaftlichen Folgen für Kaspersky in Deutschland sind massiv:
* Der Schaden wird auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag beziffert.
* Das Geschäft mit Großkunden brach um rund 80 Prozent ein.
* Die Belegschaft am Standort Ingolstadt schrumpfte von 100 auf 60 Mitarbeiter.

Aus Sicht des Unternehmens ist die Warnung politisch motiviert und entbehrt jeder technischen Grundlage. Die nun angedrohte zivilrechtliche Klage auf Schadensersatz ist ein neuer, schärferer Kurs.

Ein Präzedenzfall für die Cybersicherheit

Der Fall wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wann darf der Staat vor Software warnen? Erst bei handfesten Beweisen für eine Bedrohung – oder bereits bei einer plausiblen Gefahrlage, die sich aus der Weltpolitik ergibt?

Für Nutzer, die ihre Android-Geräte und Computer schützen wollen, sorgt der Streit für Verunsicherung. Die Wahl eines Sicherheitsprodukts wird zunehmend von geopolitischen Erwägungen überlagert. Branchenbeobachter verfolgen den Fall genau, denn sein Ausgang könnte die Regeln für staatliche Warnungen neu definieren.

Was kommt als nächstes?

Eine schnelle Einigung ist nicht in Sicht. Das BSI hält an seiner Warnung fest. Sollte Kaspersky klagen, steht ein langwieriger Rechtsstreit bevor. Das Gericht müsste dann entscheiden, ob die Warnung rechtmäßig war – und ob das BSI für den wirtschaftlichen Schaden haften muss. Für Kunden gilt vorerst weiter die offizielle Empfehlung, nach Alternativen zu suchen.

@ boerse-global.de