Jobbörsen zwingen zu neuen Stellenanzeigen-Standards
14.02.2026 - 13:23:12Die führenden Jobplattformen haben in einer konzertierten Aktion die Regeln für Stellenausschreibungen neu definiert. Innerhalb weniger Tage setzten Indeed und Glassdoor mit Richtlinien-Updates und einer Marktanalyse neue Maßstäbe – eine direkte Antwort auf die Dominanz von KI und eine erstarrte Arbeitswelt.
KI diktiert den neuen Stil
Am 11. Februar stellte Indeed sein überarbeitetes Rahmenwerk für effektive Stellenbeschreibungen vor. Die Leitlinien sind eine direkte Anpassung an eine von generativer KI und automatisierten Screening-Tools geprägte Realität. Drei Neuerungen sind entscheidend:
Erstens: Algorithmische Lesbarkeit. Texte sollen in mundgerechte Absätze von drei bis vier Sätzen gegliedert werden. Diese Struktur dient nicht nur menschlichen Lesern, sondern vor allem den Matching-Algorithmen, die heute den Großteil der Kandidatensuche steuern.
Zweitens: Vereinfachtes Vokabular. Kreative Titel wie „Ninja“ oder „Rockstar“ sind out. Indeed rät explizit zu branchenüblichen Standardbegriffen, um die Sichtbarkeit in Suchmaschinen zu maximieren.
Drittens: KI-gestützter Workflow. Indeeds eigener KI-Job-Description-Generator, basierend auf GPT-Modellen und proprietären Einstellungsdaten, wird vom optionalen Tool zum verbindlichen Ausgangspunkt. Personaler erhalten so eine Baseline-Vorlage, die nur noch spezifisch angepasst werden muss.
Glassdoor warnt vor der „Great Job Situationship“
Die Dringlichkeit dieser Anpassungen unterstrich nur einen Tag später ein alarmierender Bericht von Glassdoor. Das Phänomen wird als „Great Job Situationship“ bezeichnet – eine Art berufliche Schwebe.
Viele Arbeitnehmer fühlen sich in unbefriedigenden Jobs gefangen, weil der Stellenmarkt erstarrt sei. Niedrige Einstellungs- und Entlassungsraten hätten zu einer allgemeinen Stagnation geführt. Eine Ursache laut Glassdoor: vage Stellenbeschreibungen, die die Realität des Jobs nicht abbilden und so zu Fehlbesetzungen führen.
Die Konsequenz für Personaler ist klar: Vorlagen müssen über generische Pflichtenlisten hinauswachsen. Sie müssen radikale Rollenklarheit bieten – mit expliziten Leistungskennzahlen, Homeoffice-Regelungen und Gehaltsbändern bereits in der Ausschreibung.
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Der Trend geht zum „Interview on Demand“
Parallel treibt Indeed ein weiteres Konzept voran: „Interview on Demand“. Dieser Feature-Ansatz soll dem KI-Wettrüsten die menschliche Komponente entgegensetzen.
Während KI-Tools die Erstellung von Anzeigen beschleunigen, ermöglicht diese Funktion Arbeitgebern, direkt in der Stellenanzeige Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Moderne Vorlagen benötigen daher ein aktives „Call-to-Action“-Element – wie „Jetzt chatten“ oder „Heute interviewen“ – anstelle passiver „Jetzt bewerben“-Buttons.
Die effektivsten Stellenbeschreibungen 2026 werden damit zu aktiven Engagement-Portalen, die Geschwindigkeit und direkten Zugang über bürokratische Hürden stellen.
So muss die Vorlage 2026 aussehen
Aus den Updates dieser Woche leiten sich klare technische Anforderungen für erfolgreiche Stellenanzeigen ab:
- Suchoptimierter Titel: Muss gängigen Suchanfragen entsprechen („Vertriebsleiter“, nicht „Umsatz-Guru“).
- Gehaltstransparenz: Explizite Gehaltsbänder sind auf vielen Plattformen Voraussetzung für Sichtbarkeit.
- KI-optimiertes Format: Bulletpoints und Standard-Überschriften (Aufgaben, Qualifikationen, Benefits) für korrekte Indexierung durch Google for Jobs und LinkedIn.
- Klare Arbeitsumgebung: Ein eigener Absatz definiert das „Work Arrangement“ (Remote, Hybrid, Vor-Ort) mit konkreten Tagen im Büro, um die „Situationship“-Falle zu vermeiden.
Unternehmen, die ihre Vorlagen nicht an diese Standards anpassen, riskieren ihre Sichtbarkeit in einem algorithmusgesteuerten Markt – und ihre Relevanz für eine Arbeitskraft, die die Unklarheit satt hat.
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