IT-Zertifizierungen, Praxisfähigkeiten

IT-Zertifizierungen 2026: Praxisfähigkeiten und KI im Fokus

13.02.2026 - 17:09:12

Führende Anbieter wie PMI, AWS und CompTIA überarbeiten ihre Zertifikate grundlegend. Der Fokus verschiebt sich von Theorie zu praktischer Anwendung und strategischem Business-Verständnis.

Führende Zertifizierungsanbieter stellen ihre Prüfungen auf den Kopf. Der Grund: Unternehmen fordern praxiserprobte IT-Expertise mit strategischem Business-Verständnis.

Diese Woche kündigte die Computing Technology Industry Association (CompTIA) eine Partnerschaft mit der singapurischen Innovationsagentur SGInnovate an. Ziel ist es, den Fachkräftemangel in den Schlüsselbereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Cybersecurity zu bekämpfen. Die Kooperation spiegelt einen globalen Trend wider: Große Zertifizierungsstellen wie das Project Management Institute (PMI) und Amazon Web Services (AWS) rollen die umfangreichsten Updates ihrer Prüfungen seit Jahren aus.

PMP-Zertifikat: Vom Prozess-Manager zum Strategen

Das wohl dramatischste Update erlebt der weltweite Standard für Projektmanager: die Project Management Professional (PMP)®-Zertifizierung. Ab dem 9. Juli 2026 gilt eine komplett überarbeitete Prüfung, basierend auf dem neuen PMBOK® Guide.

Die Änderung ist fundamental. Statt reiner Prozess-Abfrage steht nun strategische Entscheidungsfindung im Mittelpunkt. Der Prüfungsbereich „Business Environment“ springt von 8 auf 26 Prozent Gewichtung. Projektmanager müssen künftig nachweisen, wie sie Projekte mit der Unternehmensstrategie verknüpfen. Explizit integriert werden auch Themen wie KI und Nachhaltigkeit.

Für Bewerber bedeutet das neue Herausforderungen: Interaktive Frageformate wie „Drag-and-Drop“ oder komplexe Fallstudien werden Standard. Die aktualisierten Lernmaterialien erscheinen erst zwischen April und Mai 2026 – ein knappes Zeitfenster zur Vorbereitung.

AWS und CompTIA: Cloud und KI bestimmen neue Lernpfade

Die Nachfrage nach Cloud- und KI-Kompetenzen treibt auch bei AWS und CompTIA die Entwicklung neuer Zertifizierungspfade voran.

AWS hat für 2026 eine klare Roadmap mit Grundlagen-, Associate-, Professional- und Specialty-Zertifikaten definiert. Als Antwort auf den KI-Boom führt AWS die neue Grundlagen-Zertifizierung „AWS Certified AI Practitioner“ ein. Sie richtet sich auch an Nicht-Techniker, die KI-Konzepte auf der AWS-Plattform verstehen müssen. Besonders bemerkenswert: AWS setzt verstärkt auf „Microcredentials“. Diese praxisbasierten Labs testen die Fähigkeit, reale Probleme mit spezifischen AWS-Diensten zu lösen.

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CompTIA hat sein gesamtes Zertifizierungsportfolio überarbeitet. Der traditionell herstellerneutrale Anbieter integriert nun auch trainingsspezifische Inhalte von Partnern wie Microsoft und Cisco. Neu im Angebot ist etwa die CompTIA DataAI-Zertifizierung für Datenanalyse und KI. Die Botschaft ist klar: Moderne IT-Profis müssen mit konkreten Technologie-Stacks umgehen können.

Der neue Lernplan: Praxis statt Theorie

Die Prüfungs-Updates erfordern eine Revolution der Lernmaterialien. Der Fokus verschiebt sich von passivem Auswendiglernen hin zur aktiven Anwendung.

Für angehende PMPs heißt das: Studienführer müssen komplexe Business-Cases und Mehr-Dokumenten-Szenarien abdecken. Cloud-Profis brauchen hingegen praktische Erfahrung. Der Aufstieg von AWS Microcredentials und praxisorientierten Labs bei CompTIA unterstreicht die Industrieforderung nach sofort einsatzfähigen Fähigkeiten.

Erfolgreiche Lernstrategien kombinieren 2026 daher offizielle Leitfäden, Videokurse und vor allem rigorose Praxis mit simulationsbasierten Aufgaben, die die neuen Prüfungsziele widerspiegeln.

Globaler Kontext: Kampf gegen den Skills-Gap

Die gleichzeitigen Überarbeitungen sind kein Zufall. Sie reagieren auf globale Analysen und Feedback von Unternehmen, die eine klare Lücke zwischen traditioneller Ausbildung und benötigten Praxis-Skills sehen.

Die Integration von KI, Nachhaltigkeit und Business-Strategie in technische Zertifikate zeigt: IT-Rollen werden komplexer und strategischer. Partnerschaften wie zwischen CompTIA und Singapur sind Teil einer gezielten, globalen Anstrengung, spezifische Talent-Pools aufzubauen. Die Zertifizierungen sollen sicherstellen, dass Fachkräfte sofort Mehrwert liefern und Innovation in einem rasanten Markt vorantreiben können.

Ausblick: Zertifizierung als lebenslanger Prozess

Die Ära der „Einmal-Zertifizierung“ ist vorbei. Die Änderungen für 2026 zementieren den Trend zu spezialisierteren, rollenbasierten und sich ständig weiterentwickelnden Qualifikationen.

Für Professionals wird Zertifizierung damit nicht mehr nur ein Meilenstein, sondern Teil einer kontinuierlichen Karrierestrategie. Die Bedeutung von Weiterbildung und Rezertifizierung wird mit dem technologischen Tempo weiter wachsen. Die Wahl der richtigen Lernmaterialien – mit Fokus auf Praxis und aktuellen Prüfungsinhalten – wird entscheidend für den beruflichen Erfolg.

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