IT-Sicherheitstag Bayern: Vom Schutzschild zur Widerstandsfähigkeit
04.02.2026 - 03:14:12Bayerns Behörden rüsten sich für den digitalen Ernstfall. Beim IT-Sicherheitstag in München stand der strategische Wechsel von reiner Abwehr hin zu operativer Cyber-Resilienz im Mittelpunkt. Ziel ist, dass Verwaltungen auch nach einem erfolgreichen Hackerangriff handlungsfähig bleiben.
Die Experten sind sich einig: Ein hundertprozentiger Schutz vor Cyberangriffen ist eine Illusion. Angesichts der wachsenden Zahl und Professionalität von Attacken – von Ransomware bis zu staatlicher Spionage – lautet die neue Maxime „operative Resilienz“. Organisationen müssen in der Lage sein, einen Angriff zu überstehen, sich schnell zu erholen und den Betrieb kritischer Dienstleistungen aufrechtzuerhalten.
Vom Präventions-Denken zur ganzheitlichen Strategie
Diese Neuausrichtung ist Kern der Bayerischen Cybersicherheitsstrategie 2.0. Sie geht weit über technische Firewalls hinaus. „Es braucht organisatorische Prozesse, regelmäßige Notfallübungen und geschulte Mitarbeiter“, so die einhellige Meinung auf dem Kongress. Der bayerische Digitalminister Dr. Fabian Mehring betonte die Dringlichkeit, die digitale Souveränität und die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen wie Krankenhäuser massiv zu stärken.
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Die jüngsten Gesetzesinitiativen auf Bundesebene, etwa das KRITIS-Dachgesetz, unterstreichen den Bedarf an einem ganzheitlichen Ansatz. Die fortschreitende Digitalisierung der Verwaltung durch das Onlinezugangsgesetz (OZG) vergrößert die Angriffsfläche stetig. Gleichzeitig verschärft der akute Fachkräftemangel in IT-Berufen die Lage.
Kommunen im Fokus: 1.000 Siegel als Meilenstein
Eine besondere Herausforderung sind Bayerns über 2.000 Kommunen. Als zentraler Unterstützer agiert das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI), die erste eigenständige IT-Sicherheitsbehörde eines Bundeslandes. Ein Erfolgsinstrument ist das Siegel „Kommunale IT-Sicherheit“, das die Einführung gesetzeskonformer Sicherheitskonzepte bescheinigt.
Erst im Januar 2026 wurde das 1.000. Siegel verliehen – ein wichtiger Meilenstein. Das LSI bietet den Kommunen zudem praxisnahe Beratung und führt Tabletop-Übungen durch, die den digitalen Ernstfall simulieren. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werden Kompetenzen gebündelt.
Digitale Souveränität: München misst Abhängigkeiten
Ein wiederkehrendes Kongressthema war die digitale Souveränität. Hohe Abhängigkeit von einzelnen Technologieanbietern gilt als erhebliches Risiko für die Kontrolle über sensible Behörden-Daten. Die Landeshauptstadt München geht hier mit einem eigenen Modell voran.
Gemeinsam mit der Technischen Universität München entwickelte die Stadt einen „Score für digitale Souveränität (SDS)“. Dieses Werkzeug soll Abhängigkeiten von IT-Anbietern messbar und damit steuerbar machen. Solche Initiativen gelten als wegweisend, um strategische Lock-in-Effekte zu vermeiden und Resilienz auch auf Entscheidungsebene zu verankern.
Gesamtstaatlicher Kraftakt mit Blick nach vorne
Die Diskussionen in München zeigen: Cybersicherheit ist eine Daueraufgabe, die nur gemeinsam bewältigt werden kann. Der Freistaat baut seine Rolle als Schutzschild und Berater weiter aus. Das LSI wirbt aktiv auf Karrieremessen um IT-Nachwuchs für den öffentlichen Dienst.
Zukünftig werden Investitionen in Prävention und Abwehr weiter steigen. Der Ausbau von Allianzen, wie der kürzlich erweiterten „Bayern-Allianz gegen Desinformation“, bleibt ein zentraler Baustein. Für die Verwaltungen heißt das, die Umsetzung von Sicherheitsmanagementsystemen konsequent voranzutreiben. Die Botschaft des Tages war klar: Cyber-Resilienz ist keine technische Nische mehr, sondern eine strategische Kernaufgabe für die Zukunftsfähigkeit des Staates.
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