ISO, Datenschutz-Standard

ISO 27701: Neuer Datenschutz-Standard macht Compliance einfacher

10.02.2026 - 02:53:12

Die überarbeitete ISO/IEC 27701 ist nun eigenständig und erleichtert so den Nachweis von Datenschutz-Compliance, insbesondere für datengetriebene Geschäftsmodelle.

Die jüngste Revision der Datenschutzmanagement-Norm ISO/IEC 27701 revolutioniert den internationalen Compliance-Nachweis. Die entscheidende Neuerung: Der Standard ist nun eigenständig und nicht mehr zwingend an ein Informationssicherheits-System gekoppelt. Das senkt die Einstiegshürde für Unternehmen aller Branchen erheblich.

Flexibilität als größter Fortschritt

Bisher war die ISO 27701 als reine Erweiterung der Informationssicherheitsnorm ISO 27001 konzipiert. Unternehmen benötigten also ein vollwertiges Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS), um überhaupt für die Datenschutzzertifizierung in Frage zu kommen. Diese Hürde ist mit der überarbeiteten Fassung gefallen.

Experten begrüßen die Änderung als längst überfällig. „Das macht den Standard endlich für die breite Masse attraktiv“, erklärt eine Compliance-Expertin. Besonders Unternehmen, deren Kerngeschäft auf Datenverarbeitung basiert – etwa im Marketing, Gesundheitswesen oder E-Commerce – profitieren. Sie können nun gezielt ein Datenschutz-Informationsmanagement-System (PIMS) aufbauen, ohne den gesamten ISO-27001-Apparat mitfinanzieren zu müssen.

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Modernisierung für KI und Cloud-Ära

Die Norm wurde inhaltlich und strukturell auf den neuesten Stand gebracht. Sie reagiert damit auf die drängendsten Herausforderungen der digitalen Gegenwart. Die überarbeiteten Kontrollanforderungen adressieren explizit Risiken durch künstliche Intelligenz (AI), Cloud-Computing und das Internet der Dinge (IoT).

Zudem folgt die Struktur nun der einheitlichen „High-Level Structure“ der ISO. Was bedeutet das praktisch? Die Integration in andere etablierte Managementsysteme – etwa für Qualität (ISO 9001) oder Umwelt – wird deutlich vereinfacht. Unternehmen sparen sich Doppelarbeit und können ihre Compliance-Bemühungen effizient bündeln.

Stärkere Position gegenüber DSGVO und EU-Regulierung

Für deutsche und europäische Unternehmen bleibt die Norm ein zentrales Werkzeug im Umgang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Eine Zertifizierung nach ISO 27701 dient als starker, international anerkannter Nachweis für Aufsichtsbehörden und Geschäftspartner. Sie zeigt: Hier werden Datenschutzrisiken systematisch identifiziert und gemanagt.

Die Aktualisierung kommt zum richtigen Zeitpunkt. Mit dem bevorstehenden EU Cyber Resilience Act (CRA) und anderen Initiativen wird der regulatorische Druck weiter steigen. Ein zertifiziertes Datenschutzmanagement entwickelt sich vom Kostenfaktor zum echten Wettbewerbsvorteil – sowohl im B2B-Geschäft als auch im Vertrauen der Verbraucher.

Drei Jahre Zeit für den Umstieg

Für bereits zertifizierte Unternehmen gilt: Kein Grund zur Hektik. Die alten Zertifikate nach der Version von 2019 behalten ihre Gültigkeit. Die Internationale Organisation für Normung (ISO) sieht eine Übergangsfrist von voraussichtlich drei Jahren vor. Bis etwa Oktober 2028 müssen bestehende Systeme an die neue Norm angepasst sein.

Dennoch raten Berater zu frühem Handeln. Der erste Schritt sollte eine Gap-Analyse sein. Dabei wird der eigene Datenschutz-Standard mit den neuen Anforderungen abgeglichen. So lässt sich der konkrete Anpassungsbedarf realistisch einschätzen und budgetieren. Zertifizierungsstellen haben bereits mit der Schulung ihrer Auditoren begonnen und bieten Orientierungshilfen an. Ein frühzeitiger Kontakt mit dem Zertifizierer sichert einen reibungslosen Übergang.

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