Iran-Krieg treibt ETF-Handel an der Deutschen Börse: Hohe Umsätze bei Öl- und Gas-ETFs
25.03.2026 - 10:26:35 | ad-hoc-news.deDer Iran-Krieg dominiert derzeit den ETF-Markt an der Deutschen Börse und treibt den Handel mit Öl- und Gas-ETFs auf ein hohes Niveau. Am Dienstag, dem 24. März 2026, berichteten Broker von Société Générale, Baader Bank und Lang & Schwarz von deutlich gesteigerten Umsätzen in diesen Produkten, während klassische Aktienindizes ein gemischtes Bild zeigten.
Stand: Mittwoch, 25. März 2026, 10:26 Uhr (Europe/Berlin)
Starkes Interesse an Energie-ETFs inmitten geopolitischer Spannungen
Die Eskalation im Iran-Konflikt hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und Investoren dazu veranlasst, auf ETFs zu setzen, die Öl- und Gasproduzenten abbilden. Besonders umsatzstark waren der iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETF (ISIN: IE00BJ5JP105) und der iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETF (ISIN: IE00B6R51Z18). Frank Mohr von der Société Générale betonte, dass das Sentiment zwar verschlechtert sei, dennoch nicht nur Verkäufe zu verzeichnen seien. Holger Heinrich von der Baader Bank meldete sogar mehr Käufe als Verkäufe bei leicht höheren Umsätzen. Janis Völker von Lang & Schwarz sprach von vielen Abgaben, ergänzte jedoch, dass einige Anleger die niedrigen Kurse für Einstiege nutzen.
Dieser Trend spiegelt die wachsende Unsicherheit wider, da die Blockade der Straße von Hormus und Angriffe auf Anlagen die Versorgung mit Öl und Gas gefährden. Für europäische Anleger im DACH-Raum bedeutet dies potenziell höhere Energiekosten, die den Inflationsdruck verstärken und die Wirtschaft bremsen könnten. ETFs auf Energieaktien bieten hier eine Möglichkeit, von steigenden Rohstoffpreisen zu profitieren, bergen aber auch hohe Volatilität.
Gemischtes Bild bei breiten Aktienindizes
Bei großen Aktienindizes wie MSCI World und S&P 500 überwiegen derzeit die Käufe. Mohr berichtete von einem kleinen Kaufüberhang für entsprechende ETFs, ebenso der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (ISIN: IE00BK5BR626), der auf Einkaufslisten steht. Die Baader Bank bestätigte Zu- und Abflüsse mit leichtem Plus für Käufe. Europäische Titel hingegen werden tendenziell gemieden, was den Rückgang des DAX unterstreicht. Am 24. März 2026 fiel der DAX im Nachmittagsverlauf, nachdem er seit Jahresbeginn bereits 8,42 Prozent verloren hatte. Das Jahrestief lag bei 21.863,81 Punkten.
Dieser Shift weg von Europa hin zu US- und World-Indizes macht für private und professionelle Anleger Sinn: Während der DAX unter Druck steht, bieten globale Diversifikation und US-Tech-Resilienz Schutz vor regionalen Risiken. Dennoch warnen Experten vor Überbewertungen in den USA, insbesondere bei Tech-Werten.
Tech-ETFs bleiben gefragt trotz Turbulenzen
Außerhalb des Energiesektors sind Tech-ETFs weiterhin aktiv gehandelt. Mohr nannte Käufe beim Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF (ISIN: IE00BGV5VN51) und Verkäufe beim iShares Automation & Robotics UCITS ETF (ISIN: BYZK4552). Banken-ETFs wie der mit ISIN DE000A0F5UJ7 werden tendenziell abgegeben. Diese Dynamik zeigt, dass Investoren in der Krise auf Wachstumssektoren setzen, die weniger von Energiepreisen abhängen.
Im DAX selbst schnitten Tech-Titel wie SAP (-4,30 Prozent auf 147,24 Euro) am 24. März schwach ab, während Energie-nahe Werte wie BASF (+3,24 Prozent auf 48,41 Euro) zulegten. Für DACH-Anleger unterstreicht dies die Notwendigkeit, Portfolios breit zu streuen – Tech bietet langfristiges Potenzial, Energie kurzfristige Krisengewinne.
Edelmetalle und Geldmarkt als sichere Häfen
Rege Aktivität gab es auch bei Edelmetall-ETFs. Der Global X Silver Miners ETF (ISIN: IE000UL6CLP7) wurde stark gehandelt, ebenso Gold- und Silberprodukte bei Lang & Schwarz. Industriemetalle verloren hingegen an Attraktivität. Parallel steigt die Nachfrage nach Geldmarkt-ETFs wie dem Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF (ISIN: LU0290358497) und dem Amundi EUR Overnight Return UCITS ETF (ISIN: FR0010510800), da Anleger in unsicheren Zeiten parken.
Diese Flucht in defensive Assets ist typisch für geopolitische Krisen. Silberminen-ETFs profitieren von der Inflation durch höhere Energiepreise, während Geldmarktprodukte Renditen von rund 3-4 Prozent bieten, abhängig vom Euribor. Für konservative Anleger im deutschsprachigen Raum sind diese ETFs eine Brücke bis zur Klärung der Lage.
Ausblick: Neue ETFs und Marktentwicklungen
An der Deutschen Börse wurden am 24. März 2026 dreizehn neue ETFs gelistet, darunter der WisdomTree Europe Infrastructure UCITS ETF, der in Verkehr und digitale Infrastruktur investiert. Solche Produkte könnten in einer energiegestörten Welt an Relevanz gewinnen, da Infrastruktur für den Energiewandel essenziell ist. UBS hob zudem das Kursziel für die Deutsche Börse AG auf 260 Euro an, bei 'Neutral'-Rating, was auf starkes Handelsvolumen hinweist.
Der ATX in Wien schloss leicht im Plus (+0,15 Prozent auf 5.268,58 Punkte), was auf regionale Unterschiede hinweist. Für Investoren bedeutet dies: Während der DAX leidet, bieten ETFs auf Energie und globale Indizes Chancen. Risiken wie anhaltende Blockaden oder Rezession bleiben jedoch bestehen.
Implikationen für DACH-Anleger
Private Anleger sollten auf Kostenstruktur und Liquidität achten: Viele genannte ETFs haben TER unter 0,5 Prozent und hohe Stammdaten. Professionelle Portfoliomanager könnten Energie-ETFs als Taktik einsetzen, kombiniert mit Tech für Balance. Der Iran-Konflikt verstärkt den Trend zu Rohstoffen, doch Diversifikation ist Schlüssel – kein Sektor ist immun gegen globale Schocks.
In Deutschland und der Schweiz, wo Energieimporte hoch sind, treffen steigende Preise Verbraucher und Unternehmen hart. ETFs erlauben Exposure ohne Einzelaktienrisiko. BASF und Brenntag als DAX-Gewinner zeigen, dass Chemie und Distribution profitieren. Langfristig könnte der Konflikt den Übergang zu Erneuerbaren beschleunigen.
Risiken und Chancen abwägen
Chancen liegen in strukturellen Gewinnern: Öl-Explorer mit starken Bilanzen, Tech-Innovatoren und Infrastruktur. Risiken umfassen Eskalation, die Märkte weiter belastet, oder eine schnelle Deeskalation, die Energiepreise einbrechen lässt. Historisch haben Energie-ETFs in Krisen wie 2022 stark performt, mit Returns über 50 Prozent.
Anleger sollten Stop-Loss-Strategien nutzen und auf Volatilität vorbereitet sein. Der DAX-Jahresverlust von 8,42 Prozent unterstreicht die Dringlichkeit. Geldmarkt-ETFs bieten derzeit Stabilität bei positiven Zinsen.
Weiterführende Quellen
Deutsche Börse News zu ETF-Handel
Investing.com: Öl- und Gas-ETFs im Fokus
Finanzen.ch: DAX-Entwicklung
Deutsche Börse: Neue ETFs
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Finanzinstrumente und Märkte sind volatil.
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