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Invesco Bond Fund (VBF): Lohnt sich der Einstieg für deutsche Anleger jetzt noch?

17.02.2026 - 17:20:36 | ad-hoc-news.de

Der Invesco Bond Fund (VBF) profitiert vom Zinswendeszenario – doch lohnt er sich 2026 noch als defensiver Depot-Baustein für deutsche Anleger? Kennzahlen, Chancen, Risiken und Profi-Meinungen im kompakten Deep Dive.

Bottom Line zuerst: Der geschlossene Invesco Bond Fund (Ticker: VBF, ISIN: US92340E1091) steht im Fokus, weil die Erwartungen an weitere US-Zinssenkungen steigen und damit klassische Anleihefonds plötzlich wieder Rendite-Fantasie haben. Für deutsche Anleger kann VBF ein spannender Baustein für laufende Ausschüttungen sein – aber nur, wenn man die besonderen Risiken geschlossener Fonds und die Dollar-Komponente versteht.

Was Sie jetzt wissen müssen: VBF ist kein gewöhnlicher Euro-Rentenfonds, sondern ein an der NYSE gehandelter Closed-End Fund mit Schwerpunkt auf US-Anleihen. Er reagiert direkt auf die US-Zinskurve – und indirekt auf Ihre Euro-Kaufkraft.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Der Invesco Bond Fund (VBF) ist ein börsengehandelter, geschlossener Anleihefonds (Closed-End Fund), der vor allem in US-Investment-Grade-Bonds investiert. Im Unterschied zu klassischen Publikumsfonds werden bei VBF keine neuen Anteile ausgegeben oder zurückgenommen – der Fonds wird wie eine Aktie an der Börse gehandelt, und der Kurs kann deutlich vom inneren Wert (Net Asset Value, NAV) abweichen.

In den vergangenen Monaten war der Kursverlauf maßgeblich von zwei Faktoren geprägt: der veränderten Zinserwartung in den USA und der Risikobereitschaft der Anleger. Sinkende Renditen bei US-Staats- und Unternehmensanleihen führen tendenziell zu Kursgewinnen im Portfolio – gleichzeitig kann sich der Abschlag oder Aufschlag auf den NAV an der Börse ausweiten oder einengen.

Kennzahl Erläuterung
ISIN / Ticker US92340E1091 / VBF (NYSE)
Fondsstruktur Closed-End Fund, Fokus auf US-Anleihen (Investment Grade, teils Corporate Bonds)
Währung US-Dollar (USD), für Euro-Anleger besteht Währungsrisiko
Renditetreiber Zinsniveau in den USA, Kreditspreads, Entwicklung des USD/EUR-Kurses
Besonderheit Börsenkurs kann mit Abschlag (Discount) oder Aufschlag (Premium) zum NAV handeln

Die Zinswende der US-Notenbank – von kräftigen Erhöhungen hin zu einer vorsichtigen Lockerung – hat VBF grundsätzlich in eine bessere Ausgangslage gebracht. Fallen die Marktzinsen, steigen Anleihekurse, was sich positiv auf den NAV auswirkt. Allerdings spielt beim Closed-End Fund zusätzlich der Marktpsychologie-Faktor eine Rolle: In unsicheren Phasen handeln viele CEFs mit hohem Abschlag.

Jüngste Marktberichte von US-Finanzportalen und CEF-Spezialisten zeigen, dass Investoren verstärkt nach „Income“-Strategien mit stabilen Ausschüttungen suchen – genau in diesem Segment ist VBF unterwegs. Gleichzeitig warnen Analysten davor, die Hebel- und Laufzeitenrisiken solcher Fonds zu unterschätzen, insbesondere bei einem unerwarteten Zinsanstieg.

Was bedeutet das konkret für deutsche Anleger?

Für Investoren aus Deutschland ist VBF aus drei Gründen interessant – und riskant zugleich:

  • Einkommenskomponente: VBF zielt auf regelmäßige Ausschüttungen in US-Dollar. Für Anleger, die ein global diversifiziertes „Renten“-Segment im Depot aufbauen wollen, kann das attraktiv sein.
  • Währungsrisiko: Alle Cashflows lauten auf USD. Steigt der Euro gegenüber dem Dollar, schmälert das Ihre Rendite in heimischer Währung – umgekehrt kann ein stärkerer Dollar die Euro-Rendite erhöhen.
  • Strukturrisiko Closed-End Fund: Der Börsenkurs von VBF kann sich vom inneren Wert lösen. Ein „billig“ wirkender Kurs mit Discount ist nicht automatisch ein Schnäppchen, wenn sich der Abschlag strukturell verfestigt.

Im Umfeld rückläufiger Inflationsraten und der Aussicht auf moderatere US-Leitzinsen hat die Nachfrage nach Anleihefonds generell zugenommen. Deutsche Privatanleger greifen dabei traditionell eher zu Euro-Rentenfonds oder ETFs. Dennoch taucht VBF zunehmend in internationalen Einkommensstrategien auf, die auch von vermögenden Privatkunden in Deutschland genutzt werden, etwa über US-Broker oder internationale Depotbanken.

Zusammenhang mit DAX, Euro und deutschen Zinsen

Auch wenn VBF direkt an der Wall Street notiert, ist die indirekte Verbindung zum deutschen Markt klar:

  • DAX und Risikoappetit: In Phasen, in denen der DAX schwächelt und Risikoaktien verkauft werden, fließt Kapital oft in Anleihen und Income-Produkte. VBF kann in solchen Phasen als defensiver Baustein wahrgenommen werden – sofern der US-Anleihemarkt stabil bleibt.
  • EZB vs. Fed: Die Zinsdifferenz zwischen Euro-Raum und USA beeinflusst den Wechselkurs. Setzt die EZB stärker und länger auf hohe Zinsen als die Fed, kann der Euro tendenziell aufwerten – ein Gegenwind für Euro-Anleger in US-Dollar-Produkten wie VBF.
  • Deutsche Staatsanleihen als Benchmark: Je attraktiver Bundesanleihen im Rendite-Risiko-Verhältnis werden, desto höher ist die Hürde für US-Dollar-Produkte. VBF muss seine höhere Komplexität durch eine klar überlegene Netto-Rendite rechtfertigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Für natürliche Personen mit Wohnsitz in Deutschland greifen die Investmentsteuerreform und die Abgeltungsteuer. VBF fällt steuerlich unter ausländische Investmentvermögen bzw. ausländische Wertpapiere. Ausschüttungen und Kursgewinne werden grundsätzlich wie andere Kapitalerträge behandelt – inklusive Teilfreistellungen je nach Zuordnung. Hier sollten Anleger im Zweifel einen Steuerberater oder ihre Bankkonditionen prüfen.

Wie VBF ins deutsche Depot passen kann

Für einen typischen deutschen Privatanleger könnte VBF in folgenden Rollen eingesetzt werden:

  • Satellit im Income-Portfolio: Neben einem Kern aus Euro-Anleihen und globalen Anleihe-ETFs als Beimischung für zusätzliche Laufzeit- und USD-Exposure.
  • Währungsdiversifikation: Bewusste Beimischung von US-Dollar-Erträgen, etwa für Anleger mit späteren Ausgaben in USD (z.B. Auswanderungspläne, Kinderstudium im Ausland).
  • Renditesuche bei stabilem Zinsniveau: Wenn der Markt davon ausgeht, dass die Zinsen länger seitwärts laufen oder langsam sinken, kann die Kurs- und Ertragsperspektive von VBF attraktiver erscheinen als bei reinen Geldmarktlösungen.

Allerdings gilt: VBF ist kein „sicherer Zinsbaustein“ wie ein Tagesgeldkonto. Schwankungen im zweistelligen Prozentbereich sind auf Jahressicht möglich, insbesondere bei Marktstress und starker Veränderung der Zinskurve.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Für geschlossene Fonds wie VBF veröffentlichen große Häuser wie Goldman Sachs, JP Morgan oder Deutsche Bank in der Regel keine klassischen Kursziele wie bei Einzelaktien. Stattdessen wird die Attraktivität anhand von Rendite, Discount/Premium zum NAV und Portfolioqualität beurteilt.

Aus veröffentlichten Marktkommentaren US-amerikanischer CEF-Analysten und Research-Plattformen lassen sich jedoch einige Trends ableiten:

  • Neutral bis leicht positiv für qualitativ hochwertige Investment-Grade-Credit-Fonds, sofern der US-Konjunkturpfad „weiche Landung“ bleibt und es nicht zu massiven Ausfällen im Unternehmensanleihemarkt kommt.
  • Vorsicht bei Duration: Fonds mit langer Zinsbindung profitieren zwar initial von Zinssenkungen, können aber bei einem unerwarteten erneuten Zinsanstieg überproportional verlieren.
  • Discount-Chancen: Einige Research-Provider sehen bei CEFs mit deutlichem Abschlag zum NAV ein attraktives Setup für antizyklische Anleger – vorausgesetzt, die Ausschüttungen sind nachhaltig gedeckt.

Für deutsche Anleger ist besonders relevant, wie die lokalen Research-Häuser auf US-Anleihemärkte blicken:

  • Deutsche Bank Research und andere große Institute erwarten mittelfristig tendenziell niedrigere US-Leitzinsen als auf dem Hochpunkt des letzten Zinszyklus, rechnen aber nicht mit einem dramatischen Zinssturz. Das spricht eher für moderate Kursgewinne im Anleihebereich, nicht für einen Rallye-Modus wie nach der Finanzkrise.
  • Große deutsche Vermögensverwalter raten in ihren aktuellen Asset-Allocation-Strategien häufig zu einer ausgewogenen Anleihenquote, mit Beimischungen im USD-Bereich – allerdings meistens über breit gestreute ETFs, nicht über spezielle CEFs wie VBF.

Für VBF lässt sich somit kein konkretes, seriöses Kursziel im Stil einer Aktie angeben. Was sich jedoch sagen lässt: Die Attraktivität hängt derzeit stark davon ab, wie Sie das US-Zinsszenario und die Dollarentwicklung einschätzen. Wer von weiter fallenden US-Marktzinsen und einem tendenziell stabilen oder stärkeren USD ausgeht, sieht in VBF eher Chancen. Wer dagegen einen erneuten Inflationsschub oder einen deutlichen Zinsanstieg erwartet, sollte vorsichtig sein.

Checkliste: Fragen, die Sie sich vor einem Einstieg stellen sollten

  • Verstehe ich die Funktionsweise eines Closed-End Funds (Discount/Premium, Leverage-Risiken, Liquidität)?
  • Welchen Anteil meines Portfolios darf ich in zins- und währungssensitive Produkte wie VBF geben, ohne nachts schlechter zu schlafen?
  • Welche Rolle sollen US-Dollar-Erträge in meiner langfristigen Finanzplanung spielen?
  • Kann ich alternativ mit einfacheren Produkten (z.B. Euro-Anleihe-ETFs, Mischfonds) einen ähnlichen Rendite-Risikomix erzielen?

Für professionelle oder semi-professionelle Investoren in Deutschland kann VBF ein taktischer Baustein im Rahmen einer globalen Fixed-Income-Strategie sein. Für klassische Privatanleger bleibt er eher ein Spezialinstrument, das man nur nach gründlicher Beschäftigung mit Struktur, Kosten und Risiken nutzen sollte.

Fazit für Ihr Depot: Der Invesco Bond Fund (VBF) ist kein Massenprodukt für jeden Sparer, sondern ein spezialisierter Baustein für Anleger, die bewusst US-Anleiherisiko, Währungschance und Closed-End-Struktur kombinieren wollen. Wer diese Komplexität akzeptiert und sauber ins Gesamtportfolio einbettet, kann von der Zinswende profitieren – alle anderen fahren mit einfachen, breit gestreuten Euro-Anleihe-ETFs meist ruhiger.

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