Intervallfasten: Cochrane-Studie entzaubert Diät-Hype
20.02.2026 - 05:49:12 | boerse-global.deIntervallfasten führt nicht zu mehr Gewichtsverlust als klassische Diäten. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer neuen, umfassenden Analyse der Cochrane Collaboration, die diese Woche veröffentlicht wurde. Der Trend zum bewussten Verzicht ist in Deutschland zwar populärer denn je – doch die Wissenschaft stellt den Hype nun auf den Prüfstand.
Studie entlarvt vermeintlichen Vorteil
Ein internationales Forscherteam wertete 22 Studien mit fast 2.000 übergewichtigen Teilnehmern aus. Ihr Fazit: Methoden wie die populäre 16:8-Variante oder Fastentage bringen wahrscheinlich keinen größeren Gewichtsverlust als eine durchgängige Kalorienreduktion. Der Unterschied sei nicht vorhanden oder nur minimal.
Die Wissenschaftler betonen, dass die aktuelle Beweislage die enorme Begeisterung für das Intervallfasten nicht rechtfertige. Die Ergebnisse seien zudem noch mit Unsicherheiten behaftet. Ein zentrales Verkaufsargument der Methode gerät damit ins Wanken.
Autophagie: Kein Wunder nach 16 Stunden
Ein weiteres Argument der Fasten-Befürworter ist die sogenannte Autophagie – ein zellulärer Reinigungsprozess, der durch Nahrungsentzug angekurbelt wird. In sozialen Medien heißt es oft, dieser Effekt setze schon nach 12 bis 16 Stunden ein.
Die Realität ist komplexer. Zwar beginnen erste Prozesse in diesem Zeitfenster. Für einen tiefgreifenden, therapeutisch relevanten Effekt sind laut Studien aber deutlich längere Fastenperioden nötig. Manche Forscher gehen von bis zu 72 Stunden aus. Viele Mechanismen sind beim Menschen zudem noch nicht vollständig verstanden.
Trotzdem: Deutschland im Fasten-Fieber
Ungeachtet der wissenschaftlichen Zweifel hält der Trend an. Einer aktuellen Umfrage der DAK-Gesundheit zufolge halten 70 Prozent der Deutschen Fasten für gesundheitlich sinnvoll. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 85 Prozent.
Der Verzicht beschränkt sich längst nicht mehr auf Essen. An erster Stelle stehen Alkohol (75 Prozent) und Süßigkeiten (71 Prozent). Doch 37 Prozent wollen weniger fernsehen, 27 Prozent eine Pause von Smartphone und Internet einlegen. Es geht also um eine ganzheitliche mentale und körperliche Regeneration.
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Experten warnen vor Risiken für Jugendliche
Doch der Hype hat eine gefährliche Schattenseite, besonders für junge Menschen. Experten warnen, dass Methoden wie Intervallfasten die Grenze zu ungesundem Essverhalten überschreiten können.
Eine kanadische Studie zeigt: Jugendliche, die Intervallfasten praktizierten, entwickelten deutlich häufiger Symptome von Essstörungen. Neurobiologen erklären, dass Fasten den Serotonin-Stoffwechsel verändert und die Stimmung stabilisieren kann. Was zunächst positiv wirkt, kann bei Anfälligen in einen Teufelskreis aus Verzicht und Stressbewältigung münden.
Was bleibt vom Fasten-Trend?
Die neuen Erkenntnisse treffen auf eine gesellschaftliche Realität, in der Fasten als Lifestyle-Statement etabliert ist. Die Kluft zwischen nüchterner Wissenschaft und öffentlicher Wahrnehmung, befeuert durch soziale Medien, wird größer.
Die Diskussion verschiebt sich: weg von der simplen Frage des Gewichtsverlusts, hin zu einer differenzierten Betrachtung molekularer Prozesse und psychologischer Effekte. Moderate Auszeiten können guttun – ein Wundermittel ist Intervallfasten jedoch nicht. Die wachsenden Bedenken für Jugendliche erfordern eine verantwortungsvollere Kommunikation über die Risiken des Trends.
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