Interhyp, Anstieg

Interhyp meldet Anstieg der Bauzinsen auf 3,9 Prozent

01.02.2026 - 14:32:11

Die Zinsen für Baufinanzierungen steigen auf durchschnittlich 3,9 Prozent. Höhere monatliche Belastungen treffen Kaufinteressenten, obwohl die Gesamterschwinglichkeit laut Index historisch gut bleibt.

Bauzinsen in Deutschland steigen weiter. Der Vermittler Interhyp gibt den Durchschnittszins für zehnjährige Finanzierungen zum Februar mit 3,9 Prozent an. Damit rückt die psychologisch wichtige 4-Prozent-Marke näher.

Diese Entwicklung setzt einen volatilen Trend vom Jahreswechsel fort. Vergleichsportale bestätigen: Die Bestzinsen für eine 80-Prozent-Finanzierung liegen häufig bei 3,9 Prozent. Für längere Laufzeiten von 15 oder 20 Jahren verlangen Banken teils schon über 4 Prozent.

Was bedeutet das konkret? Für einen typischen Kredit von 300.000 Euro schlagen die höheren Zinsen schnell mit 50 bis 80 Euro mehr pro Monat zu Buche. Das trifft Kaufinteressenten zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Immobilienmarkt eigentlich leicht belebt hatte.

Anzeige

Beim Immobilienkauf können Abschreibungen den Unterschied bei Steuerlast und Liquidität ausmachen. Der kostenlose 19-seitige Spezialreport „Abschreibung von A–Z“ erklärt, wie private Immobilienbesitzer und Gewerbetreibende mit degressiver AfA, Sonderabschreibungen und dem Wachstumschancengesetz steuerlich profitieren und mehr finanziellen Spielraum schaffen. Praxisbeispiele und konkrete Rechenbeispiele helfen bei der Entscheidung Kauf versus Vermietung. Jetzt kostenlosen Abschreibungs-Guide sichern

Kapitalmärkte und Staatsanleihen treiben die Kosten

Hauptgrund für den Zinsanstieg sind die Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Bauzinsen orientieren sich stark an der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen. Steigen diese, ziehen die Refinanzierungskosten der Banken fast unmittelbar nach.

Experten sehen mehrere Treiber:
* Geopolitische Unsicherheiten und die Diskussion um die deutsche Staatsverschuldung verlangen von Investoren höhere Risikoaufschläge.
* Die hartnäckige Inflation nährt die Erwartung dauerhaft höherer Zinsen.
* Die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu Zinsen unter 3 Prozent hat sich damit vorerst zerschlagen.

Eigenheim-Traum trotzdem noch erschwinglich?

Trotz nominell höherer Zinsen betont die Branche: Der Traum vom Eigenheim ist nicht unrealistisch. Der „Interhyp-IW-Erschwinglichkeitsindex“ steht bei 128 Punkten. Werte über 100 signalisieren eine historisch gute Erschwinglichkeit.

Wie passt das zusammen? Während die Zinsen steigen, haben sich die Immobilienpreise in vielen Regionen von ihren Höchstständen entfernt. Gleichzeitig sind die Reallöhne gestiegen. Laut Interhyp-Vorständin Mirjam Mohr ist die reine Fixierung auf den Zinssatz daher zu kurz gedacht. Entscheidender sei die monatliche Gesamtbelastung im Verhältnis zum Einkommen.

Dennoch erhöht der Zinssprung den Druck auf die Eigenkapitaldecke. Ein solider Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent bleibt der wichtigste Hebel, um bessere Konditionen auszuhandeln.

Was erwartet Käufer 2026?

Für die kommenden Monate zeichnet sich keine schnelle Entspannung ab. Das Expertenpanel der Interhyp ist gespalten:
* Rund 60 Prozent der Bankenexperten halten eine Seitwärtsbewegung auf dem aktuellen Niveau für wahrscheinlich.
* Etwa 40 Prozent sehen Potenzial für weitere leichte Anstiege.

Niemand prognostiziert derzeit eine signifikante Senkung. Die Empfehlung lautet daher: Bei einem passenden Objekt nicht auf fallende Zinsen spekulieren. Das Risiko weiter steigender Zinsen oder wieder anziehender Preise wird als höher eingeschätzt.

Kaufinteressenten sollten verschiedene Optionen prüfen. Längere Zinsbindungen bieten Planungssicherheit, sind aber teurer. Flexible Modelle oder Fördermittel für Sanierungen können helfen, die effektive Belastung zu drücken. Der Februar startet als Monat der kühlen Rechner.

Anzeige

PS: Planen Sie, eine Immobilie als Kapitalanlage zu kaufen oder zu vermieten? Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 liefert Vergleichsmieten, regionale Tabellen und rechtssichere Formulierungen zur Begründung von Mieterhöhungen. Vermieter finden auf einen Blick, welche Mieten marktgerecht sind und wie sie typische Fallstricke vermeiden. Jetzt Mietspiegel-Report 2025 herunterladen

@ boerse-global.de