Intel Aktie: Analysten drehen
16.01.2026 - 17:36:30Monatelang galt Intel an der Wall Street eher als Nachzügler im KI-Rennen. Diese Woche kippt die Stimmung deutlich: Mehrere große Häuser drehen ihre Einstufungen und setzen neue Marken nach oben. Im Zentrum stehen die Perspektiven des Foundry-Geschäfts, bessere Margenaussichten – und ein möglicher Prestige-Kunde, der für zusätzlichen Rückenwind sorgen könnte.
Analystenwechsel als Katalysator
Auslöser des Stimmungsumschwungs ist eine koordinierte Serie von Ratingänderungen in dieser Woche. Am 15. Januar hat Citigroup die Aktie von „Sell“ auf „Neutral“ hochgestuft und das Kursziel sehr deutlich von 29 auf 50 US‑Dollar angehoben. Begründung: Engpässe bei fortgeschrittener Chip‑Verpackung (Advanced Packaging) bei Wettbewerbern wie TSMC eröffnen Intel nach Einschätzung der Bank ein „einzigartiges Zeitfenster“ für das eigene Foundry-Geschäft.
Bereits am 13. Januar hatte KeyBanc Capital Markets vorgelegt und Intel auf „Overweight“ hochgestuft – mit einem der höchsten Kursziele am Markt von 60 US‑Dollar, was deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau signalisiert. Ergänzend dazu ist RBC Capital in dieser Woche mit „Sector Perform“ und einem Kursziel von 50 US‑Dollar in die Coverage eingestiegen. Damit etabliert sich die Marke von 50 US‑Dollar faktisch als neue Referenzgröße im Analystenkonsens.
Getrieben werden diese Anpassungen von handfesten operativen Daten. Branchenberichte deuten darauf hin, dass Intels Server‑CPU‑Kapazitäten für 2026 praktisch vollständig vergeben sind – vor allem wegen hoher Nachfrage von Hyperscalern und dem weiterlaufenden Ausbau von KI‑Infrastruktur. In der Folge rechnen Analysten damit, dass Intel 2026 Preiserhöhungen von 10 bis 15 % bei Server-Produkten durchsetzen kann. Nach Jahren rückläufiger Margen wäre das ein klarer Schritt in Richtung Profitabilitätswende.
18A-Fortschritte, Apple-Gerüchte und „Make in America“
KeyBanc‑Analyst John Vinh verweist zudem auf besser werdende Ausbeuten (Yields) beim fortschrittlichen 18A‑Fertigungsprozess. Technische Fortschritte in dieser Node gelten als entscheidend, damit Intel im Foundry-Markt mit TSMC und Samsung mithalten kann.
Besonders aufmerksam verfolgen Marktteilnehmer ein weiteres Detail: laut Vinh kursieren glaubwürdige Gerüchte, dass Apple Intels Foundry-Dienste für Low-End‑Chips in künftigen Mac‑ oder iPad‑Serien nutzen könnte. Ein solcher Auftrag wäre nicht nur wirtschaftlich attraktiv, sondern würde als deutliche Bestätigung der Foundry-Strategie von CEO Lip‑Bu Tan gesehen. Tan steht seit März 2025 an der Spitze und wird dafür gelobt, die Fertigungs-Roadmap seines Vorgängers diszipliniert umzusetzen und operativ straffer zu führen.
Parallel gewinnt die „Make in America“-Story an Bedeutung. Intel sichert sich zusätzliche politische und finanzielle Unterstützung für Fertigungsstandorte in den USA. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und Lieferkettenrisiken stärkt das die Position des Konzerns als strategisch wichtiger Anbieter außerhalb Asiens.
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Historische Aufholjagd und Marktstimmung
Die aktuelle Lage wirkt umso bemerkenswerter vor dem Hintergrund der Probleme aus dem Jahr 2024. Nach einer schwierigen Phase hat die Aktie 2025 deutlich aufgeholt und setzt diese Entwicklung Anfang 2026 fort. Intel kommt bei der Umstellung auf neue Prozessgenerationen wie „Panther Lake“ und „Nova Lake“ offenbar voran, wobei Panther Lake nach Berichten seit Januar 2026 gut anläuft.
Die Stimmung hat sich deutlich aufgehellt, ist aber nicht euphorisch. Während KeyBanc klar optimistisch auftritt, bleibt Citi trotz stark erhöhtem Kursziel bei „Neutral“, und auch RBC sieht Intel mit „Sector Perform“ eher im Mittelfeld. In der Praxis bedeutet das: Viele Beobachter gehen davon aus, dass die schwierigste Phase hinter dem Unternehmen liegt, wollen aber konkrete Belege für eine nachhaltige Margenerholung sehen, bevor sie noch höhere Bewertungen rechtfertigen.
Kursseitig konsolidiert die Aktie aktuell ihren starken Lauf knapp unterhalb der psychologisch wichtigen 50‑US‑Dollar‑Marke. Der Schlusskurs von gestern lag bei 48,32 US‑Dollar, damit beträgt das Plus auf Sicht von 30 Tagen rund 57 %.
Technisches Bild und Ausblick auf die Zahlen
Aus technischer Sicht ist der Bereich um 50 US‑Dollar der unmittelbare Widerstand, dessen Überwinden frische Momentumkäufe in Richtung des KeyBanc‑Ziels von 60 US‑Dollar auslösen könnte. Nach unten bildet sich eine Unterstützungszone um 47 US‑Dollar aus. Der RSI liegt im überkauften Bereich, die aktuelle Seitwärtsphase um 48 US‑Dollar werten Charttechniker daher als gesunde Verschnaufpause nach der Rally.
Der nächste zentrale Termin ist der 22. Januar 2026: An diesem Tag legt Intel die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Entscheidend wird vor allem der Ausblick auf das Gesamtjahr 2026. Bestätigt das Management die Aussage, dass die Server‑Kapazitäten im Wesentlichen ausgebucht sind und dass sich höhere Preise in den Margen niederschlagen, könnte das die jüngste Neubewertung untermauern und den Weg für den nächsten Kursabschnitt ebnen.
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