Insolvenzwelle erreicht neuen Höhepunkt und bedroht zehntausende Jobs
15.03.2026 - 00:00:21 | boerse-global.deDie deutsche Wirtschaft wird von einer beispiellosen Pleitewelle erfasst. Neue Daten zeigen einen dramatischen Anstieg bei Firmenzusammenbrüchen – mit verheerenden Folgen für den Arbeitsmarkt.
Berlin. Die Insolvenzzahlen für Februar 2026 schlagen alle Alarmglocken: 1.466 Unternehmen mussten Insolvenz anmelden. Das sind 58 Prozent mehr als im monatlichen Durchschnitt der Jahre vor der Corona-Pandemie. Die wahre Tragweite zeigt sich in den Jobzahlen: Allein in den zehn Prozent der größten Pleiten sind over 23.000 Arbeitsplätze betroffen – viermal so viele wie vor der Pandemie.
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Ein toxischer Mix aus Kosten und Unsicherheit
Was treibt die Unternehmen in den Ruin? Experten identifizieren einen gefährlichen Cocktail aus anhaltend hohen Energie- und Produktionskosten, gestörten Lieferketten und einer verunsicherten Kundschaft. Die privaten Haushalte halten ihr Geld zusammen. Gleichzeitig erschweren geopolitische Krisen, wie der Konflikt im Iran, die Planung und treiben die Rohstoffpreise.
Besonders der Mittelstand, das traditionelle Rückgrat der deutschen Wirtschaft, hat seine finanziellen Puffer aufgebraucht. Die Liquidität ist bei vielen einfach weg.
Vom Krankenhaus bis zum Baugewerbe: Keine Branche bleibt verschont
Die Krise ist flächendeckend. Während 2025 besonders Verkehr, Logistik, Gastgewerbe und Bau litten, rückt nun der Gesundheitssektor in den Fokus. Im Februar standen auffällig viele Kliniken vor dem Aus, darunter das Klinikum Friedrichshafen mit 1.500 Mitarbeitern. Eine gefährliche Entwicklung für die Grundversorgung.
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Aber auch die deutschen Vorzeigebranchen schwächeln. Maschinenbauer und Automobilzulieferer kämpfen mit den Kosten der Transformation und scharfem internationalem Wettbewerb.
Düstere Prognose: Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht
Wirtschaftsforscher sehen schwarz. Die Frühindikatoren des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), die dem eigentlichen Insolvenzgeschehen um Monate vorauslaufen, sind im Februar explodiert. „Für März erwarten wir weiterhin hohe Zahlen, und ein Anstieg im April und Mai ist wahrscheinlich“, sagt Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung.
Einige Prognosen gehen für das Gesamtjahr 2026 von bis zu 24.800 Firmenpleiten aus. Das wäre ein neuer trauriger Rekord.
Appell an die Politik: Ohne Entlastung droht Substanzverlust
Wirtschaftsverbände wie der DIHK laufen Sturm. Sie fordern von der Politik schnelle und spürbare Entlastungen bei Energie und Arbeit, weniger Bürokratie und verlässliche Investitionsrahmen. Die Botschaft ist klar: Tut sich nichts, schwindet die wirtschaftliche Substanz Deutschlands – mit unabsehbaren Folgen für Wohlstand und soziale Stabilität. Die Zeit zum Handeln drängt.
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