Indiens scharfe KI-Regeln: Ab Freitag müssen Deepfakes gekennzeichnet werden
17.02.2026 - 13:31:12 | boerse-global.deIndien führt eine der weltweit strengsten Regulierungen für künstliche Intelligenz ein. Ab diesem Freitag müssen alle KI-generierten Inhalte klar gekennzeichnet werden – bei Missachtung drohen Plattformen drastische Konsequenzen.
Die indische Regierung hat mit den verschärften IT-Regeln 2026 einen entscheidenden Schritt zur Kontrolle der rasant wachsenden KI-Branche unternommen. Ab dem 20. Februar gilt eine Pflichtkennzeichnung für alle synthetisch erzeugten Inhalte. Elektronik- und IT-Minister Ashwini Vaishnaw stellte auf dem India AI Impact Summit zudem eine Doppelstrategie aus harter nationaler Durchsetzung und internationaler Kooperation vor. Die Neuregelung stellt einen Wendepunkt in der digitalen Governance dar und macht Indien zu einer der ersten großen Volkswirtschaften mit strafrechtlicher Haftung für Deepfakes.
Neue „SGI“-Kategorie und drastische Fristen
Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) hat mit dem Konzept der „Synthetisch Generierten Information“ (SGI) eine neue rechtliche Kategorie geschaffen. Ab Freitag müssen Plattformen wie Instagram, YouTube und X (ehemals Twitter) sicherstellen, dass jeder mittels KI erzeugte oder veränderte Inhalt, der der Realität gleicht, einen permanenten und auffälligen Label trägt.
Die Vorschrift umfasst Audio-, Video- und Bildmaterial, das mit authentischen Aufnahmen verwechselt werden könnte. Routinemäßige Bearbeitungen wie Farbkorrektur sind ausgenommen. Zusätzlich zur sichtbaren Kennzeichnung wird die Einbettung von manipulationssicheren Metadaten und eindeutigen Identifikatoren verlangt. Diese „Herkunftsnachweise“ sollen eine Rückverfolgbarkeit ermöglichen und die Ära anonym viraler Deepfakes in Indien beenden.
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Die wohl schärfste Komponente ist die radikal verkürzte Löschfrist. Statt bisher 36 Stunden haben Plattformen nun nur noch drei Stunden Zeit, gemeldete rechtswidrige Inhalte – insbesondere Deepfakes, die Privatsphäre oder nationale Sicherheit bedrohen – zu entfernen. Bei Verstößen verlieren die Unternehmen sofort ihren gesetzlichen Immunitätsschutz und haften persönlich für die Inhalte.
Industrie-Kompromisse und globale Ambitionen
Nach Kritik der Industrie zeigte die Regierung bei der finalen Umsetzung Pragmatismus. Die ursprünglich geplante Vorgabe, dass Wasserzeichen 10% der Bildschirmfläche bedecken müssen, wurde gestrichen. Stattdessen gilt nun der flexible Standard „auffällig und sichtbar“. Die technische Unantastbarkeit der Labels bleibt jedoch nicht verhandelbar.
Minister Vaishnaw bettete die nationalen Maßnahmen in eine globale Strategie ein. Indien verhandelt derzeit mit über 30 Nationen über einen einheitlichen Rechtsrahmen für KI. „Innovation darf nicht auf Kosten des gesellschaftlichen Vertrauens gehen“, so Vaishnaw. Die Verbreitung von Deepfakes sei ein Angriff auf die Grundpfeiler von Demokratie und Familie.
Marktumwälzung und offene Fragen
Die kurzfristige Deadline löst bei Tech-Konzernen einen Wettlauf um Compliance aus. Plattformen aktualisieren ihre Upload-Prozesse und bauen Moderations-Teams aus, um der erwarteten Flut an Meldungen gerecht zu werden.
Rechtsexperten sehen jedoch Konfliktpotenzial in der vagen Definition von SGI. Könnten Satire, Parodien oder künstlerische Werke mit KI-Tools in eine Grauzone geraten und übermäßig gekennzeichnet werden, nur um Haftungsrisiken zu vermeiden?
Für Indiens Digitallandschaft bedeutet die Regelung das Ende einer Schonfrist. Die Regierung signalisiert klar: Die Zeit freiwilliger Leitlinien ist vorbei. Ab Freitag wird die Durchsetzung im Fokus stehen. Die Welt schaut gespannt zu, ob sich Indiens Modell mit Herkunftsnachweisen und Dreistunden-Löschfrist als Blaupause für andere Demokratien eignet. Für Nutzer werden „KI-generiert“-Labels ab diesem Wochenende zum alltäglichen Anblick in ihren Social-Media-Feeds.
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