Indiens KI-Gipfel: Modi setzt auf Landwirtschaft und Ethik
22.02.2026 - 12:41:12 | boerse-global.dePremierminister Narendra Modi hat den kürzlich beendeten KI-Gipfel in Neu-Delhi als Wendepunkt für eine menschenzentrierte Technologie gepriesen. In seiner monatlichen Radioansprache „Mann Ki Baat“ stellte er am Sonntag die weltweit beachteten indischen KI-Innovationen vor.
KI revolutioniert Landwirtschaft und bewahrt Kulturerbe
Auf dem Gipfel beeindruckten vor allem Anwendungen für die Landwirtschaft internationale Delegierte. Ein System der Molkereigenossenschaft Amul unterstützt Landwirte rund um die Uhr. Es überwacht die Gesundheit des Viehs und optimiert die Milchproduktion durch Datenanalyse.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem Kulturerbe. KI erschließt uraltes Wissen, wie die medizinische Schrift Sushrut Samhita. Algorithmen restaurieren verblasste Handschriften, wandeln sie in digitalen Text um und eine KI-Avatar liest sie vor. Anschließend erfolgt die Übersetzung in moderne Sprachen – ein Brückenschlag zwischen Antike und globalem Publikum.
Drei „Made-in-India“-KI-Modelle gestartet
Der Gipfel war auch Launchpad für heimische KI-Entwicklungen. Drei einheimische Modelle wurden vorgestellt:
* Große Sprachmodelle von Sarvam AI
* Das Text-zu-Sprache-Modell Vachana von Gnani.ai
* Das multilinguale Basismodell Param2 17B von BharatGen
Diese Modelle sind Teil der Strategie, Technologie in Indien für den Weltmarkt zu entwickeln. Sie schließen eine kritische Lücke, da sie viele der indischen Sprachen verarbeiten – anders als die bisher dominierenden englischzentrierten Plattformen. Experten sehen darin einen Schlüssel, um nicht-englischsprachige Bevölkerungen in die digitale Wirtschaft zu integrieren.
„Neu-Delhi-Deklaration“ setzt auf menschliche Kontrolle
Ein diplomatischer Erfolg war die Verabschiedung der „Neu-Delhi-Deklaration zu KI“, die 88 Länder unterzeichneten. Sie fordert eine Technologie-Entwicklung, die dem menschlichen Wohl dient. Operativ wird dies durch den MANAV-Rahmen untermauert. Er priorisiert moralische Systeme, rechenschaftspflichtige Governance, nationale Datensouveränität und zugängliche Technologie.
Das Rahmenwerk wehrt sich gegen die Vorstellung, Menschen zu bloßen Datapunkten für Maschinen zu degradieren. Indien positioniert sich damit als zentrale Stimme in der Debatte um digitale Regulierung – zwischen rasanter Innovation und notwendigen ethischen Leitplanken.
Modi warnt vor digitalem Betrug
Trotz der Feierlaune warnte Modi in seiner Ansprache auch vor den Risiken der Digitalisierung. Er thematisierte die wachsende Bedrohung durch Online-Betrug, insbesondere „digitale Verhaftungen“. Dabei geben sich Betrüger in Videoanrufen als Polizeibeamte aus, um vor allem ältere Menschen zu erpressen.
Ebenfalls auf dem Vormarsch sind gefälschte Nachrichten, die dringende Bankkonto-Aktualisierungen (KYC) verlangen. Modi betonte, dass legitime Bankanfragen allein dem Schutz der Kundengelder dienten. Die Regierung habe eine ressortübergreifende Gruppe gebildet, um solche Betrugsmaschen in Echtzeit zu bekämpfen und mit Online-Plattformen zusammenzuarbeiten.
Apropos digitale Betrugsmaschen – viele Angriffe starten heute per Smartphone. Der kostenlose Ratgeber „Die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Ihr Android-Smartphone“ erklärt Schritt für Schritt, wie Sie WhatsApp, Online-Banking und KYC-Anfragen sicher absichern und Phishing sowie gefälschte Videoanrufe erkennen. Praxistaugliche Anleitungen helfen besonders älteren Nutzern und Angehörigen, sich sofort zu schützen. Jetzt kostenloses Sicherheitspaket herunterladen
Gipfel etabliert Indien als technologische Alternative
Der India AI Impact Summit vom 16. bis 20. Februar im Bharat Mandapam war ein diplomatischer und wirtschaftlicher Meilenstein. Die Anwesenheit von CEOs großer US-KI-Firmen wie Google und OpenAI unterstrich das Interesse am riesigen indischen Digitalmarkt.
Geopolitisch präsentiert sich Indien mit seinem Ansatz als strategische Alternative im Technologierennen. Indem es Anwendungen in den Vordergrund stellt, die direkten sozialen Nutzen bringen – in Landwirtschaft, Gesundheit und Bildung –, unterscheidet es sich von rein kommerziellen Modellen. Diese Herangehensweise macht indische Technologieexporte besonders für Schwellenländer attraktiv, die bezahlbare und skalierbare Lösungen suchen.
Die Zukunft baut auf den milliardenschweren IndiaAI Mission-Fonds. Er soll das heimische Ökosystem in den kommenden Jahren in den Bereichen Recheninfrastruktur, Halbleiterfertigung und angewandter Forschung beschleunigen. Indien ist damit gut aufgestellt, die Länder des Globalen Südens bei der Gestaltung fairer KI-Rahmen zu führen.
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