Indien fordert Smartphone-Quellcode – Tech-Konzerne in Alarmbereitschaft
13.01.2026 - 01:03:12Indiens Pläne für schärfere Smartphone-Sicherheit lösen einen Machtkampf mit der Tech-Industrie aus. Ein neuer Regulierungsentwurf könnte Hersteller wie Apple und Samsung zwingen, ihren Betriebssystem-Quellcode offenzulegen. Diese Woche entscheiden Gespräche über den Konflikt.
Der Vorstoß zielt darauf ab, die fast 750 Millionen Nutzer im Land besser vor Cyberangriffen zu schützen. Doch die Konzerne fürchten um ihre wertvollsten Geschäftsgeheimnisse. Trotz offizieller Dementis aus Neu-Delhi bleibt die Branche alarmiert.
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Was der umstrittene Entwurf vorsieht
Im Zentrum steht der Entwurf “Indian Telecom Security Assurance Requirements” (ITSAR) mit 83 Sicherheitsstandards. Die umstrittenste Forderung:
* Hersteller müssen den Quellcode ihrer Software indischen Prüflaboren vorlegen.
* Ziel ist die Identifizierung von Sicherheitslücken vor Cyberangriffen.
Weitere geplante Maßnahmen im Entwurf:
* Vorinstallierte Apps müssen vom Nutzer deinstallierbar sein.
* Der Hintergrund-Zugriff von Apps auf Kamera und Mikrofon soll unterbunden werden.
* Hersteller müssen die Regierung vor wichtigen Software-Updates informieren.
* Geräte sollen Aktivitätsprotokolle zwölf Monate speichern.
Tech-Branche warnt vor “nicht umsetzbaren” Forderungen
Die Pläne provozieren koordinierten Widerstand. Branchenverbände wie die Manufacturers’ Association for Information Technology (MAIT) bezeichnen die Quellcode-Offenlegung in internen Dokumenten als “nicht umsetzbar”.
Die Argumente der Hersteller:
* Eine solche Offenlegung wäre weltweit ohne Beispiel.
* Sie gefährdet streng geschützte Geschäftsgeheimnisse.
* Die Protokoll-Pflicht würde den Speicherplatz vieler Geräte sprengen.
* Obligatorische Malware-Scans könnten Akku und Performance beeinträchtigen.
Apple hat ähnliche Forderungen aus anderen Ländern stets abgelehnt. Die Frage ist: Wird der Konzern für den riesigen indischen Markt eine Ausnahme machen?
Regierung dementiert – doch die Dokumente sprechen eine andere Sprache
Das indische IT-Ministerium (MeitY) wies Berichte über einen Zwang zur Offenlegung zurück. Man spreche von “routinemäßigen Konsultationen” für einen “robusten Sicherheitsrahmen”.
Doch diese Dementis stehen im Widerspruch zu den Entwurfsdokumenten, die internationalen Agenturen vorliegen. Genau diese Diskrepanz nährt die Unsicherheit bei den Herstellern. Wird verhandelt – oder steht die Entscheidung bereits fest?
Der größere Kontext: Digitale Souveränität gegen geistiges Eigentum
Der Vorstoß ist Teil von Premierminister Narendra Modis Strategie für mehr digitale Souveränität. Indien will seine Nutzer besser schützen – und geht dabei weiter als die EU oder USA.
Der Konflikt zeigt den globalen Balanceakt zwischen nationalen Sicherheitsinteressen und dem Schutz von Innovation. Frühere Auseinandersetzungen, etwa um eine staatliche Sicherheits-App, belasteten das Verhältnis zu Big Tech bereits.
Was jetzt auf dem Spiel steht
Die für diese Woche angesetzten Spitzengespräche sind entscheidend. Bleibt Indien hart, könnten die Konsequenzen weitreichend sein:
* Verzögerungen bei neuen Geräten und Updates
* Rechtliche Anfechtungen der Vorschriften
* Eine Neubewertung der Indien-Strategie durch Konzerne
Der Ausgang wird international genau beobachtet. Er könnte einen Präzedenzfall schaffen, wie Regierungen weltweit mit der Software-Sicherheit von Tech-Giganten umgehen. Die Frage ist: Wer blinzelt zuerst?
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