Immobilienmarkt, Preise

Immobilienmarkt: Deutsche Preise klettern wieder nach oben

15.02.2026 - 10:32:12

Immobilienpreise in Deutschland sind 2025 erstmals wieder deutlich gestiegen. Wohnkonzerne starten neue Bauprojekte, doch Mieten ziehen parallel an und das Wohnungsangebot bleibt angespannt.

Deutsche Immobilienpreise sind 2025 erstmals seit der Krise deutlich gestiegen. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) meldete am 10. Februar einen Preisanstieg um 4,0 Prozent – und damit das Ende der Preiskorrektur. Parallel starten große Wohnkonzerne wie Vonovia wieder mit ehrgeizigen Neubauprojekten. Doch die Erholung hat eine Kehrseite: Mieten ziehen an, das Angebot bleibt knapp.

Preisrally im Wohnsektor: Wohnimmobilien legen um 4,2 Prozent zu

Die vdp-Zahlen basieren auf echten Transaktionen von über 700 Banken und zeichnen ein klares Bild: Nach Jahren der Stagnation geht es wieder aufwärts. Wohnimmobilien verteuerten sich im Jahresvergleich um 4,2 Prozent, Mehrfamilienhäuser sogar um 5,3 Prozent. Selbstgenutztes Wohneigentum legte moderater um 3,0 Prozent zu.

„Der Markt hat seine Erholungsphase fortgesetzt“, ordnet vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt die Entwicklung ein. Die Dynamik reiche zwar nicht an die Niedrigzinszeit heran, signalisiere aber: Die Phase der Preiskorrektur ist vorbei.

Besonders bemerkenswert: Die Käufer zahlen wieder bereitwillig höhere Preise – trotz Zinssätzen, die deutlich über dem Niveau von 2015-2021 liegen. Experten erklären dies mit zwei Faktoren. Erstens: Wer in Metropolen wie Berlin oder München wohnen möchte, konkurriert um ein kaum wachsendes Angebot. Zweitens: Der Markt hat akzeptiert, dass die Zinsen nicht kurzfristig auf 1 Prozent zurückkehren werden.

Vonovia baut wieder: Holzbau-Projekt in Berlin zeigt neuen Weg

Nach langer Baupause meldet sich Deutschlands größter Wohnungskonzern mit einer neuen Strategie zurück. Vonovia startet Neubauprojekte mit serieller Fertigung und Nachverdichtung, um Baukosten zu senken.

Ein Beispiel: In der Schlichtallee in Berlin-Lichtenberg entstehen derzeit 158 Mietwohnungen in seriell-modularer Holzbauweise. Die Vonovia-Tochter BUWOG realisiert das Projekt zusammen mit dem Holzbau-Spezialisten GROPYUS. Durch den hohen Vorfertigungsgrad lässt sich die Bauzeit drastisch verkürzen.

Das Signal: Neubau ist auch unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich darstellbar – wenn innovative Fertigungsmethoden zum Einsatz kommen. Für 2025 hatte Vonovia den Start von rund 3.000 neuen Wohnungen in Deutschland und Österreich anvisiert.

Die Schattenseite: Mieten steigen, Angebot bleibt Engpass

Die Realität für Mieter ist weniger rosig. Mit den steigenden Kaufpreisen für Mehrfamilienhäuser ziehen auch die Mieten an: Im vergangenen Jahr stiegen sie im Schnitt um etwa 3,5 Prozent. Der Grund liegt im eklatanten Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) prognostizieren für 2026 lediglich rund 215.000 neue Wohnungen – weit entfernt vom Regierungsziel von 400.000 Einheiten. Viele Projekte, die vor 2024 genehmigt wurden, wurden aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten nicht realisiert.

Die Folge: In Ballungszentren bleibt die Konkurrenz um bezahlbaren Wohnraum hoch. Tolckmitt fordert daher einen „Bau-Turbo“. Diskutiert werden staatliche Bürgschaften für Neubau, um Projektentwickler zu entlasten und das Angebot schneller auszuweiten.

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Energieeffizienz wird zum Preisfaktor

Ein neues Phänomen spaltet den Markt: Immobilien mit hoher Energieeffizienz (Klasse A+/A) erzielen deutliche Preisaufschläge gegenüber unsanierten Bestandsbauten (Klasse D/E). Der Markt teilt sich zunehmend in „zukunftssicher“ und „sanierungsbedürftig“.

Ausblick 2026: Verhandlungsmacht zurück bei Verkäufern

Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass die Aufwärtsbewegung sich fortsetzt. Die Phase der „Schnäppchen“ und starken Preisverhandlungen ist vorbei. Verkäufer gewinnen wieder Verhandlungsmacht, besonders in A-Städten und gut angebundenen Vororten.

Gleichzeitig wächst der Druck auf die Politik, die Rahmenbedingungen für Neubau zu verbessern. Technologische Lösungen wie das Berliner Holzbau-Projekt zeigen: Es ist machbar. Ob es jedoch ausreicht, um die Lücke von Hunderttausenden fehlenden Wohnungen zu schließen, bleibt die große Frage des Jahres.

@ boerse-global.de

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