IG BAU und Betriebsräte fordern sozialen Wohnungsbau in Frankfurt
25.02.2026 - 06:00:57 | boerse-global.deGewerkschaften und Betriebsräte erhöhen den Druck auf Politik und Bauwirtschaft in Frankfurt. Sie fordern mehr bezahlbaren Wohnraum, faire Löhne und Mitsprache bei der Stadtentwicklung. Die Forderungen werden durch aktuelle Zahlen zur Wohnungsnot und bevorstehende Lohnerhöhungen befeuert.
Wohnungsnot treibt Gewerkschaften auf den Plan
Wie viele deutsche Großstädte leidet Frankfurt unter erheblichem Wohnraummangel. Bezahlbare Mieten sind kaum noch zu finden. In dieser Krise positionieren sich Arbeitnehmervertretungen nun als zentrale Akteure – nicht nur für Arbeitsplatzinteressen, sondern auch für das Recht auf angemessenes Wohnen.
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Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie verweist auf das dramatische Defizit an Sozialwohnungen. Ein Bündnis mit IG BAU-Beteiligung rechnet deutschlandweit mit einem Fehlbedarf von 1,4 Millionen Wohnungen bis 2030. Nötig wären jährlich 400.000 Neubauten, prognostiziert werden aber nur etwa 200.000.
Löhne steigen – doch reicht das gegen die Mieten?
Für die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe steht immerhin eine Lohnerhöhung an. Ab dem 1. April 2026 steigen die Löhne im Westen um 3,9 Prozent. Gleichzeitig wird im Osten das Westniveau vollständig angeglichen. Diese Erhöhungen sind für die Arbeitnehmer entscheidend, um mit den explodierenden Lebenshaltungskosten in Städten wie Frankfurt Schritt zu halten.
Auf betrieblicher Ebene setzen sich Betriebsräte für die Einhaltung dieser Tarife ein. In einer Branche mit hohem Konkurrenzdruck und Subunternehmerketten ist ihre Rolle essenziell, um Lohndumping und prekäre Beschäftigung zu verhindern.
Frankfurter Markt: Neubau auf Tiefstand, Preise auf Rekordniveau
Die Dringlichkeit der Gewerkschaftsforderungen spiegelt sich im lokalen Markt wider. Eine Untersuchung des Frankfurter Gutachterausschusses zeigt: Der Neubauanteil bei verkauften Immobilien liegt auf einem historischen Tiefstand und seit zwölf Jahren unter zehn Prozent.
Gleichzeitig treibt ungebrochene Nachfrage die Preise weiter an. Der durchschnittliche Kaufpreis für Wohnungen liegt bei etwa 6.440 Euro pro Quadratmeter. Die Mieten bleiben auf hohem Niveau. Für viele junge Menschen und Auszubildende ist eine bezahlbare Wohnung kaum zu finden. Die IG BAU warnt sogar vor scheiternden Ausbildungsverträgen aufgrund zu hoher Mieten.
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Kommt jetzt der politische Kurswechsel?
Die Situation erfordert nach Ansicht der Sozialpartner ein Umsteuern. Wirtschaftsverbände wie die IHK Frankfurt fordern ebenfalls schnellere Bau- und Genehmigungsverfahren. Gewerkschaften und Arbeitgeber in Hessen haben die Landesregierung gemeinsam aufgefordert, dem Thema Bauen im Koalitionsvertrag Priorität einzuräumen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik die Appelle erhört. Die Gewerkschaften wollen den Druck durch Tarifforderungen und Kampagnen aufrechterhalten. Die Betriebsräte müssen in den Unternehmen wachsam bleiben. Die Lösung der Wohnungsfrage wird zunehmend zum Stabilitätsfaktor für die gesamte Region.
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