IFR, Roboter

IFR: KI macht Roboter zu lernfähigen Kollegen

14.02.2026 - 17:30:12

Künstliche Intelligenz verwandelt Roboter in adaptive Systeme und treibt die Automatisierung voran. Der globale Markt erreichte 2024 einen Rekordwert, während KI-gestützte Autonomie und Cybersecurity zu Schlüsseltrends werden.

Künstliche Intelligenz verwandelt Roboter von starren Werkzeugen in adaptive Systeme – und treibt so die Automatisierung in eine neue Ära. Das ist die Kernbotschaft eines aktuellen Positionspapiers des Internationalen Federation of Robotics (IFR). Angetrieben von Fachkräftemangel und Kostendruck setzt die Industrie zunehmend auf lernfähige Maschinen.

Physical AI: Lernen in der Simulation

Ein zentrales Konzept ist der Aufstieg der „Physical AI“. Dabei eignen sich Roboter Fertigkeiten nicht mehr durch manuelle Programmierung an, sondern trainieren sie in hochdetaillierten Simulationen. Diese Vorab-Schulung in der virtuellen Welt verkürzt die Einrichtungszeiten in der realen Produktion erheblich.

Die Entwicklung dieser „verkörperten Intelligenz“ zieht weltweit Rekordinvestitionen an. US-Konzerne wie Amazon und NVIDIA pumpen Milliarden in die Technologie. Chinas Industrieministerium hat sie sogar zum zentralen „Zukunftsindustrie“-Projekt erklärt. Der globale Wettlauf um autonome Roboter, die eigenständig wahrnehmen und handeln können, ist in vollem Gange.

Top-Trends 2026: Autonomie und Zusammenarbeit

Bereits im Januar skizzierte der IFR die Top-Trends für das laufende Jahr. KI steht dabei im absoluten Mittelpunkt:
* Analytische KI wertet große Datenmengen aus, um Muster zu erkennen und Ausfälle vorherzusagen.
* Generative KI ermöglicht es Robotern, neue Aufgaben zu lernen und per Sprachbefehl gesteuert zu werden.
* Mensch-Roboter-Kollaboration wird durch KI-gestützte Vision-Systeme sicherer. Roboter weichen Hindernissen in Echtzeit aus.

Gleichzeitig setzt die Branche auf offene, modulare Plattformen statt geschlossener Systeme. Diese Flexibilität hat jedoch eine Kehrseite: Cybersecurity rückt als kritische Herausforderung in den Fokus.

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Rekordzahlen trotz leichter Delle in Deutschland

Der Drang zur Automatisierung schlägt sich in beeindruckenden Zahlen nieder. Der globale Markt für Industrieroboter erreichte 2024 mit 16,7 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert. Weltweit wurden 542.000 neue Einheiten installiert – mehr als doppelt so viele wie vor zehn Jahren.

Asien dominiert den Markt klar mit einem Anteil von 74 Prozent. Allein in China wurden 295.000 Roboter aufgestellt, ein neuer Landesrekord. Europa hält 16 Prozent, Amerika 9 Prozent. Einige etablierte Märkte verzeichneten jedoch leichte Rückgänge – darunter auch Deutschland, die USA und Japan.

Strategischer Wandel: Von der Kosten- zur Resilienzfrage

Die KI-Revolution bedeutet einen strategischen Wendepunkt. Unternehmen sehen in Robotern nicht mehr nur ein Mittel zur Senkung von Lohnkosten. Stattdessen geht es zunehmend um operative Widerstandsfähigkeit, bessere Produktqualität und kürzere Time-to-Market.

Die Barriere für den Einstieg sinkt: Wenn Roboter per Sprache programmiert oder in der Simulation trainiert werden können, wird Automatisierung auch für mittelständische Betriebe attraktiver. Automation wird vom einmaligen Kapitaleinsatz zu einer skalierbaren Fähigkeit, die mit dem Unternehmen wächst.

Ausblick: Die Ära der intelligenten Kollegen beginnt

Der IFR rechnet damit, dass sich KI in fünf bis zehn Jahren in allen Robotikanwendungen durchsetzt. Die „Physical AI“ bleibt ein Schwerpunkt und verspricht Roboter, die schnell einsatzbereit sind und sich mit minimalem menschlichem Eingriff an neue Aufgaben anpassen.

Humanoiden Robotern, die viel Medienaufmerksamkeit erhalten, steht der breite Praxiseinsatz in der Produktion aufgrund hoher Kosten und technischer Hürden noch bevor. Die unmittelbare Zukunft gehört der steigenden Intelligenz bewährter Industrie- und Kollaborationsroboter. Die Botschaft des IFR ist klar: Das Zeitalter der lernfähigen, anpassungsfähigen Automatisierung ist da.

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