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IBM Enterprise Advantage: KI-Pilotprojekte endlich in Serie bringen

19.01.2026 - 18:51:12

IBM lanciert einen neuen Beratungsdienst, der Unternehmen den Sprung von KI-Experimenten zur flächendeckenden Nutzung ermöglichen soll. Das zentrale Problem: Die überwältigende Mehrheit aller Pilotprojekte scheitert.

ARMONK/New York – Der Tech-Riese IBM stellt sich einem der größten Hindernisse für künstliche Intelligenz in Unternehmen: der Skalierung. Mit IBM Enterprise Advantage bringt das Unternehmen einen neuartigen Beratungsdienst auf den Markt. Er soll Firmen die Werkzeuge und das Know-how an die Hand geben, um eigene, interne KI-Agenten-Plattformen aufzubauen und zu betreiben. Damit positioniert sich IBM im Wettlauf um die nächste Welle der KI-Nutzung, die nicht von einzelnen Modellen, sondern von ihrer praktischen Integration lebt.

Der Dienst ist bewusst herstellerunabhängig konzipiert. Unternehmen können so fortschrittliche KI-Fähigkeiten integrieren, ohne ihre bestehende IT-Landschaft komplett umkrempeln zu müssen. Unterstützt werden alle großen Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure sowie IBMs eigene watsonx-Plattform und eine breite Palette an Open- und Closed-Source-Modellen.

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Branchendaten zeigen ein hartnäckiges Problem: Schätzungsweise bis zu 95 Prozent aller KI-Pilotprojekte schaffen nie den Sprung in den produktiven Einsatz. Genau diese Umsetzungslücke adressiert IBM Enterprise Advantage. Der Dienst bietet einen strukturierten Rahmen, um über isolierte Experimente hinauszukommen. Ziel ist eine sichere, kontrollierte Umgebung, in der KI-Assistenten im großen Stil eingesetzt werden können.

„Das Kernproblem vieler Unternehmen ist nicht der Mangel an leistungsstarken KI-Modellen“, so die Analyse von IBM. „Es fehlt vielmehr die zugrundeliegende Infrastruktur, um diese Modelle sicher mit Unternehmensdaten zu verbinden und effektiv in Betrieb zu nehmen.“ Ein namenloser Fertigungsbetrieb nutzt den Ansatz bereits, um seine Generative-KI-Strategie zu definieren und KI-Assistenten in einer gesicherten Umgebung einzusetzen.

Erprobt im eigenen Haus: Die IBM-interne Blaupause

Die Grundlage von Enterprise Advantage ist IBMs eigene, KI-gestützte Delivery-Plattform IBM Consulting Advantage. Diese interne Plattform hat die Abläufe bei IBM selbst transformiert und kommt bereits in über 150 Kundenprojekten zum Einsatz. Das Unternehmen gibt an, die Produktivität seiner eigenen Berater damit um bis zu 50 Prozent gesteigert zu haben.

Mit Enterprise Advantage externalisiert IBM nun diese erprobte Methodik. „Wir haben viele der Herausforderungen der KI-Skalierung intern gelöst und bieten diesen Rahmen nun unseren Kunden an“, erklärt Mohamad Ali, Senior Vice President und Leiter von IBM Consulting. Der Dienst kombiniert menschliche Expertise mit digitalen Arbeitern und einer Bibliothek wiederverwendbarer, branchenspezifischer KI-Bausteine.

Flexibilität als Trumpf im Multi-Cloud-Zeitalter

Ein entscheidender Unterschied zu anderen Angeboten ist der vendor-agnostische Ansatz. Da Unternehmen in komplexen Multi-Cloud-Umgebungen operieren, ist der Dienst für bestehende Infrastrukturen und bevorzugte KI-Modelle der Kunden ausgelegt. Diese Flexibilität soll es Firmen ermöglichen, auf ihren aktuellen Technologie-Investitionen aufzubauen, Workflows neu zu gestalten und KI mit Altsystemen zu verbinden – ohne sich an einen einzelnen Anbieter zu binden.

Das Bildungsunternehmen Pearson nutzt den Service bereits, um eine maßgeschneiderte, KI-gestützte Plattform zu entwickeln. Deren Lösung soll menschliche Expertise mit KI-Agenten kombinieren, um tägliche Arbeiten und komplexe Entscheidungsprozesse zu managen.

Markt mit Milliarden-Potenzial – und harter Konkurrenz

IBM startet Enterprise Advantage in einen rasch wachsenden Markt. Der Markt für agentenbasierte KI wurde 2025 auf über sieben Milliarden US-Dollar taxiert und könnte bis 2034 auf fast 139 Milliarden US-Dollar anwachsen. IBMs Strategie zielt darauf ab, sich als grundlegender Player in diesem Sektor zu etablieren.

Die Konkurrenz schläft jedoch nicht. Der Dienst muss sich gegen die großen Hyperscaler behaupten, die ihre eigenen, tief integrierten Cloud- und KI-Lösungen anbieten. Der Erfolg wird davon abhängen, ob IBM einen greifbaren Mehrwert und eine überlegene Flexibilität gegenüber diesen All-in-one-Angeboten demonstrieren kann. Die Branche wird die ersten Kassenerfolge und Fallstudien nun genau beobachten.

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