IBM Aktie: Molekül-Durchbruch und COBOL-Sorgen
05.03.2026 - 22:33:41 | boerse-global.deIBM hat gemeinsam mit Forschern der University of Manchester, Oxford University, ETH Zürich, EPFL und der Universität Regensburg ein Molekül mit bisher unbeobachteter elektronischer Struktur geschaffen. Die Ergebnisse wurden heute in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Gleichzeitig sieht sich der Technologiekonzern mit Befürchtungen konfrontiert, dass künstliche Intelligenz sein traditionelles COBOL-Geschäft bedrohen könnte.
Halber Möbius-Ring im Nanometerbereich
Das Molekül mit der Formel C??Cl? weist eine halb-Möbius-förmige elektronische Topologie auf, bei der Elektronen in einem korkenzieherartigen Muster durch die Struktur wandern. Das Team baute das Molekül Atom für Atom aus einem an der Oxford University synthetisierten Vorläufer zusammen – unter Ultrahochvakuum bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt. Die elektronische Struktur durchläuft bei jedem Durchlauf eine 90-Grad-Drehung, sodass vier komplette Schleifen nötig sind, um zur Ausgangsphase zurückzukehren.
Besonders bemerkenswert: Das Molekül lässt sich reversibel zwischen rechtsdrehenden, linksdrehenden und ungedrehten Zuständen umschalten. IBM nutzte einen Quantencomputer, um das Verhalten des Moleküls zu simulieren. Die Quantensimulation half dabei, spiralförmige Molekülorbitale für die Elektronenanlagerung zu identifizieren und den Mechanismus hinter der Topologiebildung aufzudecken – einen sogenannten helikalen Pseudo-Jahn-Teller-Effekt.
Die Forschung basierte auf quantenzentrischen Supercomputing-Workflows, die Quantenprozessoren, CPUs und GPUs integrieren. Das Team modellierte 32 Elektronen mit IBMs Quantencomputer. "Zuerst haben wir ein Molekül entworfen, von dem wir dachten, dass es geschaffen werden könnte, dann haben wir es gebaut, und dann haben wir es und seine exotischen Eigenschaften mit einem Quantencomputer validiert", erklärte Alessandro Curioni, IBM Fellow und Direktor von IBM Research Zürich.
Jahrzehntelange Forschung zahlt sich aus
Die Arbeit baut auf IBMs Geschichte in der Nanowissenschaft auf, einschließlich der Erfindung des Rastertunnelmikroskops im Jahr 1981, für das die IBM-Wissenschaftler Gerd Binnig und Heinrich Rohrer 1986 den Nobelpreis erhielten. Der Konzern befasst sich bereits seit den 1970er-Jahren mit Quantencomputing und kann auf ein umfangreiches Ökosystem von Entwicklern und Forschern zurückgreifen.
Ende 2025 stellte IBM sein erstes Nighthawk-System mit 120 Qubits für den Kundeneinsatz bereit. Bis Ende 2026 will das Unternehmen einen Quantenvorteil erzielen – also ein Quantensystem entwickeln, das bestimmte Probleme besser lösen kann als klassische Computersysteme. IBM arbeitet außerdem an einem fehlertoleranten Quantencomputer und geht davon aus, bis 2029 eine kommerziell nutzbare Option anbieten zu können.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei IBM?
Gemischte Analystenmeinungen belasten
Seit Ende Februar befindet sich die IBM-Aktie in einer angespannten Lage. UBS stufte den Titel auf Neutral von Sell hoch und sieht eine ausgewogenere Risiko-Rendite-Perspektive bei einem Kursziel von 236 Dollar. Morgan Stanley hingegen senkte das Kursziel auf 247 Dollar und behielt das Equalweight-Rating bei – Anlass zur Sorge gibt die Ankündigung des Claude Code Tools, das Systeme modernisieren könnte, die auf COBOL basieren.
COBOL ist ein kritischer Bestandteil von IBMs Geschäft, und die Befürchtung einer KI-Disruption drückt auf die Stimmung. Wedbush behielt zwar ein Outperform-Rating mit einem Kursziel von 340 Dollar bei, räumte aber Wettbewerbsängste durch Anthropics Tool ein. Evercore ISI betonte die Stärke von IBMs Mainframe-Geschäft und seiner integrierten Plattformfähigkeiten. Jefferies bekräftigte ein Buy-Rating mit einem Kursziel von 370 Dollar und hob IBMs proaktiven Ansatz bei KI-Herausforderungen durch den watsonx Code Assistant für Z hervor.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23,19 gilt IBM als unterbewertet im Vergleich zum fairen Wert. Das Papier verlor in den letzten zwölf Monaten rund 5,5 Prozent – deutlich schwächer als spezialisierte Quantencomputing-Aktien wie D-Wave Quantum (plus 256 Prozent), Rigetti (plus 125 Prozent) oder IonQ (plus 71,5 Prozent). Dafür bietet IBM als diversifizierter Technologiekonzern mit einem freien Cashflow von 14,7 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2025 eine verlässliche Dividende und finanzielle Stabilität.
IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 5. März liefert die Antwort:
Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IBM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
IBM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Aktien-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt abonnieren.

