Huawei Mate 60 katapultiert Konzern zurück an Chinas Smartphone-Spitze
12.04.2026 - 08:39:46 | boerse-global.de
Huawei feiert ein spektakuläres Comeback in China – angetrieben durch den überraschenden Erfolg seines Mate-60-Flagschiffs. Die Serie verkaufte sich millionenfach und verdrängte Apple von der Marktführerschaft.
Ein leiser Start mit großer Wirkung
Es begann mit einem ungewöhnlich stillen Launch Ende August 2023. Statt einer großen Pressekonferenz stellte Huawei das Mate 60 Pro einfach in seinem Online-Store zum Verkauf. Die Strategie ging auf: Das Gerät, das trotz internationaler Handelsbeschränkungen 5G-Konnektivität bot, weckte sofort enormes Interesse. Bis Juni 2024 hatte die Serie, inklusive Pro-Varianten und der Edelversion RS Ultimate Design, bereits die Schwelle von 10 Millionen ausgelieferten Einheiten überschritten. Trotz anfänglicher Produktionsengpässe hielt die Nachfrage an. Bis Ende 2024 wurden schätzungsweise 13 bis 14 Millionen Geräte verkauft – die Grundlage für einen massiven Marktumschwung.
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Der Dominoeffekt: Apple verliert die Führung
Der Erfolg des Mate 60 veränderte das Kräfteverhältnis auf dem chinesischen Markt grundlegend. In den ersten sechs Wochen 2024 schnellten die Huawei-Verkäufe um 64 Prozent in die Höhe. Gleichzeitig brachen die iPhone-Verkäufe um etwa 24 Prozent ein. Dieser Trend setzte sich fort und gipfelte in den Jahreszahlen für 2025: Huawei eroberte mit 46,7 Millionen verkauften Einheiten und einem Marktanteil von 16,4 Prozent erstmals seit 2020 wieder die Spitzenposition. Apple folgte knapp dahinter mit 16,2 Prozent. Auch andere heimische Hersteller wie Vivo und Oppo gerieten im Premium-Segment unter Druck. Die Kundschaft kehrte zurück zu dem wiedererstarkten Technologie-Riesen.
Der Schlüssel zum Erfolg: Einheimische Chip-Produktion
Das Herzstück der Erfolgsgeschichte ist der Kirin 9000S-Chip. Hergestellt vom chinesischen Halbleiterhersteller SMIC in einem 7-Nanometer-Verfahren, symbolisierte er einen Durchbruch für die technologische Souveränität des Landes. Dieser „Chip-Coup“ ermöglichte es Huawei, Lieferkettenprobleme zu umgehen, die das Unternehmen seit 2019 belastet hatten. Trotz anfänglich niedrigerer Ausbeute als bei internationalen Konkurrenten hielt Huawei an der eigenen Chip-Produktion fest. Diese Strategie bildete die Basis für nachfolgende Modelle wie das Pura 70 und legte den Grundstein für die HarmonyOS-Ökosystem-Strategie.
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Blaupause für die Zukunft und globale Auswirkungen
Der Mate-60-Erfolg wurde zum strategischen Vorbild. Die im April 2024 gestartete Pura-70-Serie zielte erfolgreich auf fotobegeisterte Kundschaft ab, ohne das geschäftsorientierte Mate-Segment zu cannibalisieren. Die Rückeroberung des Heimatmarktes zwang internationale Player zum Umdenken: Apple griff in China 2024 und 2025 ungewöhnlich stark zu Rabattaktionen, um Marktanteile zu halten.
Unterdessen treibt Huawei seine Software-Unabhängigkeit voran. Mit HarmonyOS NEXT schafft das Unternehmen ein vollständig eigenständiges Betriebssystem, das nicht mehr auf Android-Apps angewiesen ist. Getragen wird dieser Übergang von der riesigen, durch die Mate-Serie zurückgewonnenen Nutzerbasis.
Was kommt als Nächstes?
Der Blick richtet sich nun auf die nächste Geräte-Generation. Branchenkreise spekulieren, dass die Mate-80-Serie bereits im Oktober 2026 vorgestellt werden könnte. Sie soll noch leistungsfähigere, in China produzierte Prozessoren und eine tiefere Integration mit HarmonyOS NEXT bieten. Ob Huawei seine Führungsposition behaupten kann, hängt maßgeblich von einer stabilen Versorgung mit eigenen Chips und weiterer Software-Innovation ab. Der Wettbewerb im Premium-Segment bleibt erbarmungslos eng – die Top-5-Anbieter trennen oft nur wenige Prozentpunkte. Der durch das Mate 60 entfachte Schwung ist jedoch weiterhin die bestimmende Kraft auf dem größten Smartphone-Markt der Welt.
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