Horizon, Robotics

Horizon Robotics schützt „Super Driving“ als Marke

21.01.2026 - 13:53:12

Der KI-Chip-Spezialist Horizon Robotics schützt seine Technologie 'Horizon Super Driving' als Marke und positioniert sich damit als Full-Stack-Anbieter für autonome Mobilität.

Der chinesische KI-Chip-Spezialist Horizon Robotics sichert sich mit der Marke „Horizon Super Driving“ sein geistiges Eigentum für die nächste Phase der autonomen Mobilität. Das Unternehmen positioniert sich damit als vollständiger Anbieter von Software-Hardware-Systemen.

Peking – Die Eintragung der Marke am Mittwoch ist mehr als nur eine Formalie. Sie unterstreicht den strategischen Wechsel des Unternehmens vom reinen Halbleiterlieferanten zum Anbieter integrierter Full-Stack-Lösungen für das autonome Fahren. Die Markenschutzklasse 42 deckt dabei den gesamten Technologie-Stack ab: von der Chip-Entwicklung über Cloud-Dienste bis zur Kartografie.

Vom Chip zum kompletten Ökosystem

Hinter der Marke steht das bereits angekündigte Produkt Horizon SuperDrive (HSD). Der Clou: Statt wie bei herkömmlichen Assistenzsystemen für jede Fahrsituation einen eigenen Algorithmus zu nutzen, setzt HSD auf ein einheitliches Foundation Model. Dieses soll sich flexibel an verschiedene Umgebungen – von der Stadt bis zur Autobahn – anpassen können, ohne auf eine fragmentierte Software-Architektur angewiesen zu sein.

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Die notwendige Rechenleistung liefern Horizons eigene Journey-6-Chips, die seit Ende 2025 in Serie gehen. Die Markensicherung kommt zum richtigen Zeitpunkt: Horizon arbeitet bereits mit über 40 Autoherstellern zusammen und ist in mehr als 310 Fahrzeugmodellen verbaut. Mit dem Markenschutz stellt das Unternehmen sicher, dass die Kundenerfahrung unter einem einheitlichen, geschützten Namen vermarktet werden kann.

Die große Vision: „Physical AI“

Die Markenanmeldung spiegelt auch eine größere unternehmerische Vision wider. Für Gründer und CEO Yu Kai ist das autonome Fahren nur der erste Schritt. Sein Ziel ist „Physical AI“ – also Künstliche Intelligenz, die direkt mit der physischen Welt interagiert. Die komplexe Aufgabe, ein Fahrzeug durch den realen Verkehr zu navigieren, sieht das Unternehmen als ideales Trainingsfeld für eine allgemeine Roboter-Intelligenz.

Die nun geschützte Marke mit ihrem weiten Anwendungsbereich im „Design und Forschung“ ebnet den Weg für diese langfristige Ambition. Horizon will sich so vom Zulieferer der Autoindustrie zum Pionier für allgemeine KI-Anwendungen entwickeln.

Finanzielle Absicherung und Marktposition

Die Stärkung des IP-Portfolios kommt auch an der Börse gut an. Sie gibt Investoren langfristige Sicherheit im harten Wettbewerb mit Tech-Riesen wie Huawei, die ebenfalls in den Automarkt drängen. Nach seinem Börsengang im Oktober 2024 steht Horizon unter Druck, nachhaltige Einnahmequellen jenseits des Hardware-Verkaufs aufzubauen.

Mit „Horizon Super Driving“ schafft das Unternehmen die Grundlage, um – ähnlich wie Tesla mit „Full Self-Driving“ – Software-Abonnements und Cloud-Dienste zu monetarisieren. Dies diversifiziert die Einnahmen und schafft wiederkehrende Umsätze.

Ausblick: Sichtbare Marke im Fahrzeug

Die Branche rechnet damit, dass „Horizon Super Driving“ 2026 zu einer sichtbaren Verbrauchermarke wird. Gerade vor dem Hintergrund sich entwickelnder regulatorischer Rahmen für L3- und L4-Automatisierung in China und Europa kann ein markenrechtlich geschütztes, wiedererkennbares Software-Paket zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Horizons Partner werden.

Die Integration der Marke in Fahrzeugneuheiten ist für die zweite Hälfte 2026 geplant, unter anderem mit Partnern aus dem Joint-Venture-Umfeld wie Volkswagens CARIAD oder chinesischen EV-Marktführern wie BYD. Im Kampf um das „software-definierte Auto“ sichert sich Horizon Robotics mit dem Markennamen eine prägende Rolle für die Zukunft der Branche.

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