Honor startet mit humanoidem Roboter in den Robotik-Markt
24.02.2026 - 07:42:20 | boerse-global.deDer chinesische Technologiekonzern Honor steigt mit einem eigenen Serviceroboter in den boomenden Markt für humanoide Roboter ein. Das Unternehmen bestätigte am Montag offiziell die Entwicklung der KI-gesteuerten Maschine, die auf der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona Anfang März erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert wird. Mit diesem Schritt will sich Honor vom Smartphone-Hersteller zum umfassenden Ökosystem-Anbieter wandeln.
Vom Smartphone zum Serviceroboter
Das kurze Teaser-Video zeigt einen zweibeinigen Roboter in matter Schwarz-Optik mit einer gläsernen Visier-Vorderseite. Statt klassischer Sensoren oder Gesichtszüge dominiert eine horizontale blaue LED-Leiste das Design. Ein Kameramodul ist auf der Stirn platziert. Laut ersten Berichten handelt es sich primär um einen dienstleistungsorientierten Roboter für den Consumer-Bereich, der im Haushalt assistieren und einfache Besorgungen übernehmen soll.
Diese Ausrichtung unterscheidet Honors Vorstoß deutlich von industriellen Robotik-Projekten. Die Hardware soll fortschrittliche KI-Modelle nutzen, um menschliche Umgebungen zu navigieren und komplexe Sprachbefehle in Echtzeit zu verarbeiten. Die genauen Fähigkeiten bleiben jedoch bis zur offiziellen Vorstellung unter Verschluss.
Da Honor mit seinen neuen Robotern und KI-Diensten verstärkt auf den europäischen Markt drängt, gewinnt die Einhaltung rechtlicher Standards wie des AI Acts massiv an Bedeutung. Dieser kostenlose Leitfaden hilft dabei, die Anforderungen der neuen EU-KI-Verordnung ohne juristische Fachkenntnisse zu verstehen und umzusetzen. Hier den kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden sichern
Symbiose mit dem experimentellen „Robot Phone“
Ein zentrales Element von Honors Messe-Strategie ist die enge Verzahnung des Roboters mit dem ebenfalls erwarteten Honor Robot Phone. Dieses Smartphone verfügt über ein abtrennbares Roboter-Kameramodul auf einem Miniatur-Gimbal, das sich autonom bewegen kann. Der humanoide Roboter soll laut Honor die KI-Systeme des Smartphones als lokale Rechenzentrale nutzen.
Promotional-Material zeigt die Interaktion beider Geräte in einem Labors-Setting. Nutzer sollen den Roboter wohl direkt über die spezialisierte Smartphone-Schnittstelle steuern und programmieren können. Dieses Zwei-Geräte-Ökosystem verkörpert die Vision des Unternehmens, mobile Fotografie, Telekommunikation und physische Assistenz in einer einheitlichen Nutzererfahrung zu vereinen.
Die milliardenschwere „Alpha“-Strategie
Der Roboter ist kein isoliertes Produkt, sondern der Eckpfeiler der internen „Honor Alpha“-Strategie. Dieser Fünf-Jahres-Plan sieht Investitionen von umgerechnet rund 9,2 Milliarden Euro vor, um das Unternehmen über seine klassische Mobilfunk-Hardware hinauszuentwickeln. Unter dem MWC-Motto „An eine KI-getriebene Zukunft glauben“ positioniert sich Honor damit als Herausforderer von etablierten Tech-Giganten wie Tesla, Xiaomi oder dem Robotik-Spezialisten Unitree.
Das Unternehmen baut mit den Investitionen eigene agentenbasierte KI-Dienste auf, die nahtlos über Smartphones, Tablets und autonome Maschinen hinweg funktionieren sollen. Die Expansion kommt zu einer Zeit, in der chinesische Tech-Startups im humanoiden Sektor stark voranschreiten – angetrieben von heimischen Investitionen und dem Streben nach technologischer Souveränität.
Parallel: Neue Smartphones und Laptops
Neben der Roboter-Premiere nutzt Honor die Messe, um sein klassisches Portfolio zu aktualisieren. Am 1. März wird das neue Flaggschiff-Faltphone Magic V6 vorgestellt, das über den Snapdragon-8-Elite-Gen-5-Prozessor, einen Akku über 7.000 mAh und Satellitenkommunikation verfügen soll. Die Vorstellung auf dem MWC markiert einen deutlich beschleunigten Veröffentlichungszyklus.
Ebenfalls neu sind das Android-Tablet MagicPad 4 und das Notebook MagicBook Pro 14. Diese Geräte sollen aktualisierte KI-Prozessoren erhalten, die mit Honors wachsendem Ökosystem interagieren. Die parallele Präsentation von etablierter Elektronik und experimenteller Robotik unterstreicht die Doppelstrategie: Kerngeschäft pflegen, während gleichzeitig neue Technologie-Paradigmen verfolgt werden.
Marktanalyse: Smartphone-Hersteller im Vorteil
Die Konvergenz von Smartphone-Herstellung und Robotik ist ein wachsender Trend. Angesichts längerer Upgrade-Zyklen und Marktsättigung suchen Hardware-Hersteller nach neuen Wachstumspfaden. Analysten sehen Smartphone-Firmen im Robotik-Bereich im Vorteil: Ihre Expertise in miniaturisierten Komponenten, Akku-Effizienz, Kameratechnik und nutzerfreundlichen Schnittstellen ist direkt übertragbar.
Honor tritt mit seinem Einstieg in direkte Konkurrenz zum chinesischen Rivalen Xiaomi, der bereits eigene zweibeinige Prototypen präsentiert hat. Die größte Herausforderung wird nicht der Bau eines funktionierenden Körpers sein, sondern der Nachweis, dass der Serviceroboter zuverlässig praktische Aufgaben in unstrukturierten Haushaltsumgebungen erledigen kann. Die Integration eigener KI-Modelle wie des digitalen Assistenten YOYO wird entscheidend sein, ob die Hardware den Status einer Neuheit überwindet.
Kommerzielle Perspektiven ungewiss
Auf der Präsentation am 1. März wird die Fachwelt genau auf Anzeichen echter Autonomie achten. Erste Demos werden jedoch wohl kontrollierte Laborszenarien zeigen. Bis ein solch komplexes Gerät massentauglich ist, dürften noch mehrere Jahre vergehen.
Zunächst will Honor wohl seine Ökosystem-Software ausrollen und das Robot Phone als Übergangsgerät etablieren. Ein konkreter Verkaufspreis oder Zeitplan für den humanoiden Roboter wurde noch nicht genannt. Die milliardenschwere Investitionsstrategie legt jedoch nahe, dass Honor in der persönlichen Robotik eine fundamentale Säule für das kommende Jahrzehnt sieht. Mit fortschreitender Entwicklung von KI-Modellen in räumlichem Denken und physischer Interaktion könnte der Weg zu bezahlbaren, fähigen Heimrobotern in den nächsten Produktzyklen deutlich kürzer werden.
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