Holzindustrie fordert Systemrelevanz gegen US-Zölle
16.02.2026 - 21:00:11 | boerse-global.deDie deutsche Holzindustrie kämpft mit einer neuen Strategie gegen die US-Zölle: Sie will Holz als system- und sicherheitsrelevant einstufen lassen. Dieser Vorstoß auf der Münchner Sicherheitskonferenz markiert eine Eskalation im Handelsstreit.
Seit Oktober 2025 belasten massive US-Zölle europäische Holzexporte. Die Maßnahmen treffen Nadel- und Bauschnittholz mit 10 Prozent Abgabe. Noch härter sind verarbeitete Produkte wie Möbel betroffen – hier gelten 25 Prozent. Für die EU gilt eine Obergrenze von 15 Prozent.
Eigentlich sollten die Sätze zum Jahreswechsel 2026 nochmals steigen. Doch Washington verschob die Erhöhung auf 2027. Eine Atempause, die das Grundproblem nicht löst. Die USA bleiben der weltgrößte Absatzmarkt für Bauholz.
Existenzkampf für deutsche Sägewerke
Die Zölle treffen die Branche in einer kritischen Phase. Die Binnennachfrage ist schwach, viele Betriebe sind exportabhängig. „Ein Schlag ins Mark“, nennt es Stephan Lang, Präsident des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands.
Eine ifo-Umfrage zeigt das Ausmaß: Über 60 Prozent der Industrieunternehmen fühlen sich negativ betroffen. Die Gefahr? Höhere Kosten, sinkende US-Exporte und ein Überangebot auf dem europäischen Markt. Das könnte kleinere Verarbeiter in den Ruin treiben.
Neue Strategie: Sicherheit als Argument
Jetzt kontert die Branche mit einem cleveren Schachzug. Der Bundesverband HPE fordert die Einstufung von Holz als sicherheitsrelevanten Rohstoff. Damit übernimmt sie das Argument der USA, die ihre Zölle mit nationaler Sicherheit begründen.
Die Logik ist bestechend: Ohne Holzpaletten und -verpackungen bricht der globale Warenverkehr zusammen. Eine stabile Holzversorgung ist damit tatsächlich eine Frage der wirtschaftlichen Resilienz. In unsicheren Zeiten gewinnt dieses Argument an Gewicht.
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Ungewisse Zukunft mit Damoklesschwert
Die Lage bleibt angespannt. Washington beobachtet die Holzimporte weiter scharf. Bis Oktober 2026 erarbeitet ein US-Minister einen Bericht, der Grundlage für weitere Maßnahmen sein könnte. Eine Ausweitung der Zölle auf Hartholz ist im Raum.
Deutsche Unternehmen müssen reagieren. Sie diversifizieren Lieferketten und suchen neue Märkte. Gleichzeitig setzen sie auf politischen Druck. Ob die Sicherheits-Argumentation fruchtet, ist offen. Klar ist: Die Branche will nicht länger Opfer sein, sondern gestalten.
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