Heidelberg Materials, DE0006047004

Heidelberg Materials Aktie (DE0006047004): Zementriese im DAX-Fokus

12.03.2026 - 05:59:44 | ad-hoc-news.de

Die Heidelberg Materials Aktie profitiert von soliden Ergebnissen, einem robusten Auftragsumfeld und dem globalen Infrastrukturtrend, steht jedoch wegen Konjunkturrisiken und CO?-Regulierung unter genauer Beobachtung. Für Anleger im DACH-Raum bleibt der DAX-Wert ein zyklisches Investment mit Spannungsfeld zwischen Dividendenstärke und Baustellen in der Dekarbonisierung.

Heidelberg Materials, DE0006047004 - Foto: THN
Heidelberg Materials, DE0006047004 - Foto: THN

Die Heidelberg Materials Aktie zählt zu den Schlüsselwerten im DAX, wenn es um Infrastruktur, Baustoffe und den weltweiten Bauboom geht. Nach einer von hoher Volatilität geprägten Phase richten Anleger im deutschsprachigen Raum den Blick erneut auf Margenstabilität, Dekarbonisierungsstrategie und Dividendenpotenzial bis 2027.

Finanzexperte Lukas Müller, unabhängiger Aktienanalyst für den deutschsprachigen Raum, hat die aktuelle Lage der Heidelberg Materials Aktie und die Perspektiven für DAX-, ATX- und SMI-Anleger eingeordnet.

  • Heidelberg Materials gehört zu den weltweit größten Baustoffkonzernen mit starker Verankerung in Europa und Nordamerika und ist ein zyklischer Kernwert im DAX.
  • Die Aktie zeigt nach einer Phase erhöhter Schwankungen ein Bild zwischen Konsolidierung und selektiven Kaufchancen, abhängig von Zinsentwicklung und Baukonjunktur.
  • Für Anleger im DACH-Raum bleiben Dividendenrendite, CO?-Strategie und Infrastrukturprogramme zentrale Kurstreiber bis 2026/2027.
  • Strengere Regulierung und Konjunkturabkühlung stellen zugleich wesentliche Risiken für Margen und Bewertung dar.

Die aktuelle Marktlage

In den vergangenen Handelstagen zeigte sich die Heidelberg Materials Aktie von einer von Phasen hoher Volatilität und zwischenzeitlicher Konsolidierung geprägten Seite. Institutionelle Investoren beobachten vor allem, wie sich die Kombination aus Zinswende, Inflationsentwicklung und staatlichen Infrastrukturprogrammen auf Nachfrage und Preissetzungsmacht des Konzerns auswirkt.

Aktueller Kurs: in einer Phase erhöhter Schwankungen EUR/CHF

Tagestrend: wechselhaft mit Tendenz zu kurzfristigen Richtungswechseln

Handelsvolumen: lebhaft, im Einklang mit anderen DAX-Schwergewichten

Mehr tiefgehende Analysen zum Unternehmen und zur Heidelberg Materials Aktie finden Sie hier

Geschäftsmodell und strategische Positionierung im DACH-Kontext

Heidelberg Materials, vormals HeidelbergCement, ist einer der weltweit größten Produzenten von Zement, Beton und Zuschlagstoffen. Das Geschäftsmodell ist klar zyklisch geprägt: Die Nachfrage hängt stark von der Entwicklung im Hoch- und Tiefbau, von Infrastrukturprojekten sowie vom Wohnungs- und Gewerbebau ab.

Gerade für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist entscheidend, dass der Konzern nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika, Asien und ausgewählten Wachstumsmärkten aktiv ist. Diese geografische Diversifikation kann regionale Schwächen teilweise abfedern, etwa wenn der Wohnungsbau in Deutschland schwächelt, Infrastrukturprogramme in den USA oder Kanada jedoch für Impulse sorgen.

Im DAX spielt Heidelberg Materials eine wichtige Rolle als Zykliker, der eng mit dem Konjunkturverlauf korreliert. Eine anziehende globale Konjunktur, sinkende Zinsen und steigende öffentliche Investitionen in Straßen, Brücken und Klimaschutz-Infrastruktur wirken tendenziell positiv. Schwächere Bauaktivität, vor allem im Wohnbau, und hohe Finanzierungskosten bremsen dagegen.

Relevanz für DAX-, ATX- und SMI-Anleger

Für DAX-Anleger ist die Aktie ein Hebel auf den globalen Bau- und Infrastrukturzyklus. In Österreich haben institutionelle Investoren und Fonds mit ATX-Fokus häufig ein Auge auf starke DAX-Zykliker, um ihre Portfolios ergänzend auszurichten. Schweizer Anleger, etwa über SMI-nahe Fonds oder Mandate, nutzen Heidelberg Materials als Beimischung, um von der internationalen Infrastrukturstory zu profitieren, ohne direkt in kleinere Nischenwerte investieren zu müssen.

Das bedeutet konkret: Wer im deutschsprachigen Raum bereits stark in defensiven Werten wie Versorger oder Basiskonsum investiert ist, kann mit einem selektiven Engagement in Heidelberg Materials bewusst zyklische Chancen ins Depot holen. Die höhere Schwankungsbreite sollte jedoch einkalkuliert werden.

Aktuelle Nachrichtenlage und zentrale Kurstreiber

Die jüngsten Meldungen rund um Heidelberg Materials drehen sich überwiegend um drei Themenkomplexe: die Ergebnisentwicklung mit Fokus auf Margen, den Fortschritt bei der Dekarbonisierung des Geschäftsmodells und die Auswirkungen des globalen Zinsumfelds auf die Baukonjunktur.

Mehrere Finanzportale, darunter große Nachrichtenagenturen und spezialisierte Börsenplattformen, verweisen in ihren aktuellen Berichten auf ein insgesamt robustes operatives Abschneiden trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen. Gestiegene Energiekosten und Löhne konnten in Teilen durch Preiserhöhungen kompensiert werden, was auf eine weiterhin solide Marktmacht in zentralen Regionen schließen lässt.

Parallel gewinnt das Thema CO?-neutrale Produktion massiv an Bedeutung. Heidelberg Materials investiert in Carbon-Capture-Projekte, alternativen Brennstoffeinsatz und Prozessinnovationen im Zementbereich. Die Kapitalmärkte werten diese Strategie als entscheidend, um langfristig die Bewertung im Vergleich zu globalen Wettbewerbern zu stützen.

Makroökonomische Faktoren im Blick

Für Anleger im DACH-Raum ist die Verbindung zu EU- und Schweizer Konjunkturindikatoren zentral: Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Zinsgipfel hinter sich lassen und mittelfristig Lockerungsschritte signalisiert werden, könnten sich die Finanzierungskonditionen im Wohnungs- und Gewerbebau verbessern. Dies würde indirekt auch die Nachfrage nach Baustoffen stärken.

Umgekehrt würden länger anhaltend hohe Zinsen oder eine hartnäckige Inflation die Investitionsneigung von Bauträgern und privaten Haushalten dämpfen. Für Heidelberg Materials als kapitalintensives Unternehmen bedeutet das nicht nur Druck auf die Nachfrage, sondern auch höhere Finanzierungskosten bei Investitionsprojekten.

Charttechnik: Zwischen Konsolidierung und Trendentscheidung

Der Kursverlauf der Heidelberg Materials Aktie war in den vergangenen Monaten von Phasen kräftiger Aufwärtsbewegungen und anschließenden Konsolidierungen geprägt. Nach deutlichen Kursanstiegen setzen häufig Gewinnmitnahmen ein, bevor sich ein neuer Trend ausbildet.

Charttechnisch ist für viele Marktteilnehmer entscheidend, ob sich die Aktie oberhalb zentraler Unterstützungszonen stabilisieren kann. Gelingt dies, sehen technisch orientierte Anleger Chancen auf eine Fortsetzung des mittelfristigen Aufwärtstrends. Rückschläge unter markante Unterstützungen würden dagegen das Risiko einer tieferen Korrektur erhöhen.

Auf der Oberseite achten Investoren auf Widerstandsniveaus, an denen in der Vergangenheit verstärkt Gewinne realisiert wurden. Ein nachhaltiger Ausbruch über solche Marken wird oft als Kaufsignal interpretiert, insbesondere wenn das Handelsvolumen überdurchschnittlich ist. Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist wichtig, diese Signale nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Konjunkturdaten, Zinsentwicklungen und Unternehmensnachrichten zu betrachten.

Volatilität als Chance und Risiko

Die Volatilität der Heidelberg Materials Aktie kann für kurzfristig orientierte Trader Chancen eröffnen, birgt für langfristige Anleger aber das Risiko, bei psychologisch ungünstigen Kursständen emotional zu reagieren. Eine klar definierte Anlagestrategie und ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont sind daher für viele Privatanleger essenziell.

Ein disziplinierter Ansatz, etwa mit schrittweisem Positionsaufbau und klaren Risikogrenzen, kann helfen, kurzfristige Schwankungen zu überstehen und vom langfristigen Infrastrukturtrend zu profitieren. Wichtig ist, dass sich Anleger der zyklischen Natur des Geschäfts bewusst sind und die Positionierung im Gesamtdepot entsprechend austarieren.

Fundamentale Bewertung: Gewinne, Cashflows und Dividende

Fundamental orientierte Investoren im DACH-Raum betrachten bei Heidelberg Materials vor allem die Entwicklung von Umsatz, Ergebnis je Aktie (EPS), Free Cashflow und Dividende. Nach einer Phase, in der steigende Kosten die Margen belasteten, liegt der Fokus nun auf der Frage, ob Preiserhöhungen und Effizienzprogramme dauerhaft wirken.

Die Bewertung der Aktie bewegt sich im historischen Vergleich häufig in einem moderaten Korridor, da der Markt das zyklische Geschäftsmodell und die Kapitalkraft zugleich einpreist. Ein im internationalen Peervergleich eher zurückhaltend bewerteter Baustoffkonzern kann für Value-orientierte Anleger interessant sein, sofern die Ertragskraft stabil bleibt und Sonderrisiken begrenzt sind.

Attraktiv ist für viele Investoren die Dividendenpolitik. Heidelberg Materials hat sich in der Vergangenheit als verlässlicher Dividendenzahler positioniert, wobei Ausschüttungen im Einklang mit der Ergebnisentwicklung stehen. Für Anleger in Euro- und Frankenraum ist eine solide Dividendenrendite ein wesentliches Argument, die Aktie als Ertragsbaustein im Depot zu halten.

Cashflow-Qualität und Investitionsbedarf

Ein wichtiger Prüfstein ist der freie Cashflow nach Investitionen. Die Baustoffbranche ist kapitalintensiv, da Anlagen modernisiert, erweitert und an strengere Umweltauflagen angepasst werden müssen. Heidelberg Materials steht in den nächsten Jahren vor weiteren Investitionen in Klimaschutztechnologien, Digitalisierung und Effizienzprojekte.

Gelingt es dem Konzern, ausreichend freien Cashflow zu erwirtschaften, um sowohl Investitionen als auch Dividenden und gegebenenfalls Aktienrückkäufe zu finanzieren, stärkt dies das Vertrauen der Kapitalmärkte. Ein zu hoher Investitionsdruck ohne entsprechenden Ertragszuwachs könnte hingegen die Bewertung belasten.

Dekarbonisierung und Regulierung: BaFin, FMA und FINMA im Hintergrund

Die Dekarbonisierung der Zement- und Baustoffindustrie ist einer der zentralen Transformationsprozesse der kommenden Dekade. Heidelberg Materials steht hier im Fokus, da Zementproduktion traditionell zu den CO?-intensiven Industrien gehört. Regulatorische Vorgaben aus Brüssel, nationale Klimaschutzziele und steigende CO?-Preise verändern die Spielregeln.

Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es wichtig, dass die jeweiligen Aufsichtsbehörden BaFin, FMA und FINMA die Transparenzanforderungen an börsennotierte Unternehmen bei Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken sukzessive verschärfen. Heidelberg Materials muss daher nicht nur technologisch, sondern auch kommunikativ überzeugen, um Vertrauen bei institutionellen und privaten Investoren zu erhalten.

Die Strategie des Unternehmens, in Carbon-Capture- und Storage-Projekte sowie alternative Bindemittel zu investieren, wird von vielen Analysten positiv bewertet, weil sie die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern kann. Allerdings sind diese Projekte mit beträchtlichen Vorlaufzeiten und Investitionssummen verbunden, was die Kapitalallokation anspruchsvoller macht.

Chancen durch grüne Infrastrukturprogramme

Parallel zur Regulierung entstehen Chancen: Öffentliche Investitionsprogramme für klimafreundliche Infrastruktur, etwa im Rahmen des European Green Deal oder nationaler Förderprogramme, können zusätzliche Nachfrageimpulse setzen. Straßen, Brücken, Bahntrassen und Gebäude werden modernisiert, saniert oder neu errichtet, oft mit höheren Nachhaltigkeitsstandards.

Heidelberg Materials positioniert sich, um von diesen Programmen zu profitieren, indem es CO?-ärmere Produkte anbietet und mit Projektpartnern an innovativen Bauweisen arbeitet. Für DACH-Anleger bedeutet dies eine interessante Hebelwirkung: Wer auf die Kombination aus Dekarbonisierung und Infrastruktur setzt, kann mit der Aktie bewusst in diese Transition investieren, nimmt aber auch das Risiko regulatorischer und technologischer Unwägbarkeiten in Kauf.

Wettbewerbsumfeld und Vergleich mit DACH- und EU-Konkurrenten

Im Wettbewerbsumfeld steht Heidelberg Materials global im Wettbewerb mit großen europäischen und internationalen Baustoffkonzernen. In Europa zählen andere Zement- und Baustoffhersteller zu den direkten Konkurrenten, die ebenfalls massiv in CO?-arme Technologien investieren und ihre Portfolios anpassen.

Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist interessant, wie sich Heidelberg Materials im Vergleich zu diesen Wettbewerbern in Margenentwicklung, Verschuldung und Nachhaltigkeitskennzahlen schlägt. Eine solide Bilanz, stabile operative Marge und glaubwürdige Dekarbonisierungsstrategie können in diesem Umfeld zu einem Bewertungsaufschlag führen.

Im ATX- und SMI-Umfeld gibt es zwar keine 1:1 vergleichbaren Giganten derselben Größe, allerdings werden lokale Bau- und Immobilienwerte häufig im selben Konjunktur-Cluster betrachtet. Wer bereits stark in regionale Bau- oder Immobiliengesellschaften investiert ist, sollte Überschneidungen hinsichtlich Konjunkturrisiken und Zinsabhängigkeit beachten.

Portfolio-Strategien für DACH-Anleger

Eine mögliche Strategie für Privatanleger im deutschsprachigen Raum besteht darin, Heidelberg Materials als zyklische Ergänzung zu einem Kernportfolio aus defensiven Qualitätswerten zu nutzen. Dabei kann es sinnvoll sein, Positionen bei Schwächephasen vorsichtig aufzubauen und bei überhitzten Kursniveaus Teilgewinnmitnahmen zu erwägen.

Gerade im Rahmen einer breiten Diversifikation über verschiedene Branchen hinweg lässt sich das Einzeltitelrisiko reduzieren. Plattformen, die sich ausführlich mit der Strukturierung von Aktienportfolios befassen, bieten hier vertiefende Hilfestellungen. So können Anleger beispielsweise auf weiterführende Informationen zurückgreifen, die ähnlich strukturierten DAX-Werten gewidmet sind und damit als Benchmark für zyklische Industriewerte dienen, wie sie etwa auf spezialisierten Analyseportalen zu finden sind.

Analystenstimmen aus Frankfurt, Zürich und Wien

Die Analystencommunity im deutschsprachigen Raum beurteilt Heidelberg Materials differenziert. Viele Häuser mit Sitz in Frankfurt verweisen auf die solide Marktposition und das Potenzial aus globalen Infrastrukturprogrammen, mahnen aber zugleich zur Vorsicht wegen der zyklischen Risiken und der Unsicherheiten im Wohnbau.

Schweizer Banken mit Research-Schwerpunkt auf globalen Industriewerten sehen in der fortschreitenden Dekarbonisierung einen wesentlichen Treiber, der mittel- bis langfristig zu einer Neubewertung führen könnte, sofern Heidelberg Materials seine Klimaziele überzeugend erreicht. Wiener Research-Häuser, die stark auf CEE-Märkte blicken, betrachten die Aktivitäten in Osteuropa und deren Konjunkturabhängigkeit besonders genau.

Im Schnitt bewegt sich das Meinungsspektrum zwischen Halten- und moderaten Kaufempfehlungen, wobei Kursziele häufig im Bereich einer fairen Bewertung auf Basis realistischer Ergebnisszenarien für die nächsten zwei bis drei Jahre liegen. Deutlich pessimistische Stimmen warnen vor einer möglichen Überzeichnung der Infrastrukturstory, falls staatliche Programme ausgebremst oder verzögert würden.

Was bedeutet das für Privatanleger?

Für Privatanleger im DACH-Raum ist entscheidend, Analysteneinschätzungen nicht unreflektiert zu übernehmen, sondern sie in die eigene Anlagestrategie einzuordnen. Wer ein überdurchschnittliches Risikoprofil hat und einen mehrjährigen Anlagehorizont mitbringt, kann Heidelberg Materials als Baustein im Bereich zyklischer Industriewerte nutzen.

Wer dagegen vor allem auf Kapitalschutz und geringe Volatilität setzt, sollte die Positionsgröße begrenzen oder eher auf defensivere Sektoren ausweichen. Hochwertige Informationsquellen, die neben Kurszielen auch qualitative Einschätzungen zu Marktposition, Management und Nachhaltigkeit liefern, sind hier ein wichtiger Anker. Weiterführende Hintergrundberichte, wie sie etwa auf spezialisierten Finanzportalen im DACH-Raum bereitgestellt werden, können helfen, die eigene Entscheidung zu fundieren.

Risiken: Konjunktur, Kosten und geopolitische Faktoren

Die wichtigsten Risiken für Heidelberg Materials liegen in einer möglichen Abkühlung der globalen Konjunktur, einer länger anhaltend schwachen Bauaktivität und einem erneuten Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten. Als energieintensiver Industriekonzern ist das Unternehmen besonders anfällig für volatile Gas-, Strom- und CO?-Preise.

Geopolitische Spannungen, Handelsrestriktionen und regionale Konflikte können Lieferketten stören, Investitionspläne verzögern oder Projektkosten erhöhen. Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist daher entscheidend, die geopolitische Komponente in die Risikobewertung einzubeziehen und nicht ausschließlich auf klassische Kennzahlen zu schauen.

Auch Währungsschwankungen spielen eine Rolle, da Heidelberg Materials weltweit tätig ist. Bewegungen des Euro gegenüber dem US-Dollar oder anderen Währungen können sich auf berichtete Umsätze und Ergebnisse auswirken, selbst wenn die operative Lage in den jeweiligen Regionen stabil bleibt.

Regulatorische Unsicherheiten und ESG-Anforderungen

Neben den wirtschaftlichen Risiken nehmen regulatorische Unsicherheiten zu. Strengere Umweltauflagen, neue Berichtspflichten und wachsende ESG-Erwartungen institutioneller Investoren beeinflussen die Kapitalallokation. Scheitert ein Konzern daran, glaubwürdige ESG-Pfade aufzuzeigen, kann dies mittelfristig zu einem Bewertungsabschlag führen.

BaFin, FMA und FINMA achten zunehmend darauf, dass börsennotierte Unternehmen klimabezogene Risiken transparent machen. Für Heidelberg Materials bedeutet dies zusätzlichen Druck, nachhaltige Strategien nicht nur anzukündigen, sondern messbar umzusetzen. Für Anleger bietet dies gleichzeitig eine Chance, Unternehmen mit überzeugender Umsetzung langfristig zu bevorzugen.

Chancen: Infrastruktur, Urbanisierung und Transformation

Auf der Chancen-Seite steht der anhaltende globale Urbanisierungstrend. Städte wachsen, Infrastruktur wird modernisiert, Verkehrsnetze werden ausgebaut. All dies benötigt Zement, Beton und Baustoffe, wie sie Heidelberg Materials bereitstellt. Öffentliche Investitionsprogramme, Reindustrialisierungstrends und der Ausbau erneuerbarer Energien verstärken diesen Bedarf zusätzlich.

Für DACH-Anleger eröffnet dies insbesondere mittelfristig attraktive Perspektiven. Wenn sich in den kommenden Jahren die Zinslage normalisiert, können aufgeschobene Bauprojekte wieder anlaufen. Gleichzeitig sorgen staatliche Förderprogramme für zusätzliche Nachfrage, etwa im Bereich energieeffizienter Gebäude und klimafreundlicher Infrastruktur.

Ein weiterer positiver Faktor ist die Transformation des Produktportfolios in Richtung CO?-armer Baustoffe. Gelingt es Heidelberg Materials, hier technologische Führerschaft zu erlangen, könnte dies nicht nur zu stabileren Margen, sondern auch zu einer höheren Bewertung führen, da Investoren vermehrt "grüne" Industrieunternehmen präferieren.

Rolle im DACH-Portfolio 2026/2027

Im Zeitraum 2026/2027 könnte Heidelberg Materials im Depot vieler DACH-Anleger eine doppelte Funktion erfüllen: Einerseits als Infrastruktur- und Urbanisierungstitel, der vom globalen Wachstum in diesen Bereichen profitiert, andererseits als Transformationswert, der den Wandel zu einer klimafreundlicheren Industrie widerspiegelt.

Wer an diese Doppelrolle glaubt, könnte Kursrücksetzer nutzen, um langfristig Position aufzubauen. Voraussetzung ist jedoch, dass das Management die angekündigten Transformationsschritte konsequent umsetzt, die Verschuldung im Griff behält und eine verlässliche Dividendenpolitik fortführt.

Fazit & Ausblick 2026/2027 für DACH-Anleger

Die Heidelberg Materials Aktie bleibt ein klassischer Zykliker im DAX, der gleichzeitig mitten in einer tiefgreifenden Transformation steht. Für Anleger im deutschsprachigen Raum eröffnet dies ein spannendes, aber auch anspruchsvolles Chance-Risiko-Profil. Auf der Chancen-Seite stehen globale Infrastrukturprogramme, Urbanisierung, Reindustrialisierung und die Perspektive CO?-armer Baustoffe.

Auf der Risiko-Seite stehen Konjunkturabkühlung, Zinsunsicherheit, volatile Energiepreise und hohe Investitionsanforderungen. Die Bewertung der Aktie spiegelt diese Gemengelage typischerweise in Form eines moderaten Multiples wider, das bei erfolgreicher Dekarbonisierung und stabilen Ergebnissen Aufwärtspotenzial bietet, bei Rückschlägen aber auch Korrekturen zulässt.

Für 2026/2027 erscheint die Heidelberg Materials Aktie vor allem für Anleger interessant, die:

  • einen mittel- bis langfristigen Horizont haben und zyklische Schwankungen aushalten können,
  • bewusst auf Infrastruktur-, Bau- und Urbanisierungstrends setzen möchten,
  • den Transformationsprozess in Richtung CO?-ärmerer Produktion als Chance und nicht nur als Risiko sehen,
  • die Aktie als Baustein in einem breit diversifizierten Portfolio nutzen.

Anleger sollten regelmäßig Unternehmensberichte, Quartalszahlen und Analystenkonferenzen verfolgen, um den Fortschritt bei Margen, Cashflow und Nachhaltigkeitsprojekten zu überprüfen. Ebenso wichtig ist ein wachsames Auge auf das Zins- und Konjunkturumfeld in der Eurozone, in der Schweiz und weltweit.

Disclaimer: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung im Sinne des WpHG, des FinSA oder des WAG dar. Aktien sind hochvolatile Finanzinstrumente.

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