Hays-Report, Führungskräfte

Hays-Report: Führungskräfte verlieren ihre Teams

07.03.2026 - 07:19:13 | boerse-global.de

Zwei Studien belegen eine massive Kluft zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden. Hoher Stress bei jungen Talenten und fehlende Leistungsförderung führen zu Rekord-Fehltagen.

Hays-Report: Führungskräfte verlieren ihre Teams - Foto: über boerse-global.de
Hays-Report: Führungskräfte verlieren ihre Teams - Foto: über boerse-global.de

Zwei neue Studien zeigen eine massive Kluft zwischen Management und Belegschaft. Der Hays-Report 2026 und eine Stress-Studie von Swiss Life belegen: Traditionelle Führungsansätze laufen ins Leere.

Alarmierende Zahlen: Die Wahrnehmungslücke

Die Daten zeichnen ein klares Bild. Für den HR-Report 2026 befragte Hays über 900 Personen. Das Ergebnis: 65 Prozent der Mitarbeitenden sehen Führungsfehler als Hauptgrund für sinkende Leistung. Unter den Führungskräften teilen nur 28 Prozent diese Ansicht.

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Die Swiss Life-Studie mit mehr als 2.000 Befragten untermauert das. 48 Prozent der Generation Z klagen über konstant hohen Stress. Bei den Babyboomern sind es nur 20 Prozent. Insgesamt berichten 82 Prozent von stressbedingten Beschwerden wie Schlafmangel oder Kopfschmerzen.

Die Folgen sind gravierend. Die Fehltage erreichen mit durchschnittlich 19,5 Tagen historische Höchststände. Psychische Erkrankungen stehen mittlerweile auf Platz drei der Ausfallursachen.

Der Mythos der faulen Generation Z

Ein zentrales Narrativ wird widerlegt: Die Generation Z ist nicht leistungsunwillig. Sie definiert Leistung anders. Für die unter 30-Jährigen zählen Anpassungsfähigkeit und klare Aufgabenerwartungen.

Der Stress nimmt linear mit dem Alter ab. Bei Millennials sind 45 Prozent stark gestresst, bei der Generation X 39 Prozent. Die jüngeren Beschäftigten wissen, was sie brauchen: 73 Prozent empfinden Homeoffice als maßgebliche Hilfe gegen Stress.

Ältere Generationen sehen in modernen Arbeitsformen dagegen oft die Gefahr ständiger Erreichbarkeit. Die Lösung? Führungskräfte müssen auf pauschale Angebote verzichten und stattdessen differenzierte Ansätze für verschiedene Altersgruppen finden.

Fordern ohne zu fördern: Das Management-Problem

Ein weiteres Ergebnis des Reports ist eklatant. Zwar halten 67 Prozent der Befragten das Thema Leistung für wichtig. Doch nur 44 Prozent geben an, dass sie systematisch eingefordert wird. Noch gravierender: Nur 28 Prozent der Unternehmen fördern Leistung gezielt.

Laut Imke Mahner, Chief People & Culture Officer bei Hays, fehlt es oft an Strukturen. Leistung werde rhetorisch beschworen, im Alltag aber nicht durch Rahmenbedingungen gestützt.

Was motiviert dann? Für 41 Prozent ist es wertschätzende Führung. Jeweils knapp 40 Prozent nennen Eigenverantwortung und flexible Modelle als essenziell für ihre Leistungsbereitschaft.

Drei konkrete Tipps für Führungskräfte

Wie können Manager gegensteuern? Experten sehen drei zentrale Handlungsfelder.

Erstens: Klare Grenzen vorleben. Ständige Erreichbarkeit – besonders durch Vorgesetzte – gilt als massiver Stressfaktor. Moderne Manager müssen ihre eigene Verfügbarkeit kritisch hinterfragen und sichtbare Pausen signalisieren.

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Zweitens: Ergebnisorientierung statt Präsenzdenken. Anerkannt werden sollte die effiziente Aufgabenerledigung, nicht die Anzahl der Überstunden. Eigenverantwortung und Freiräume motivieren.

Drittens: Eine wertschätzende Feedbackkultur etablieren. Regelmäßige Gespräche helfen, Überlastung früh zu erkennen. Nur so kann man gegensteuern, bevor chronischer Stress zu langfristigen Ausfällen führt.

Mentale Gesundheit als Wettbewerbsvorteil

In Zukunft wird echte Work-Life-Balance vom Wohlfühlfaktor zum harten Wirtschaftskriterium. Unternehmen, die ignorieren, dass fast die Hälfte ihrer jungen Talente unter massivem Stress leidet, riskieren hohe Fluktuation und steigende Krankheitskosten.

Der Druck auf Führungsetagen wächst. Die Fähigkeit, mentale Gesundheit aktiv zu managen, wird zur Schlüsselkompetenz. Die Verantwortung kann nicht länger auf die Beschäftigten abgewälzt werden. Es ist ein klarer Managementauftrag, Strukturen zu schaffen, in denen Leistung und Wohlbefinden zusammengehen.

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