Hasso Plattner Foundation finanziert neuen Potsdamer Campus
29.01.2026 - 22:06:11Die Universität Potsdam plant einen neuen Campus für 6.000 Studierende auf dem Brauhausberg. Erste städtebauliche Entwürfe für das Millionenprojekt wurden diese Woche öffentlich vorgestellt. Finanziert wird der Bau durch eine private Zuwendung der Hasso Plattner Foundation.
Drei Entwürfe für den neuen Uni-Standort
Das Berliner Planungsbüro Hilmer Sattler Architekten präsentierte drei Gestaltungsvorschläge für das Areal des ehemaligen Brandenburger Landtags. Die Modelle zeigen die geplante Anordnung der Gebäude. Alle Varianten sehen vor:
* Eine Bibliothek
* Ein Studentenwohnheim
* Fakultäts- und Seminargebäude
* Eine Mensa
* Eine Tiefgarage
Die Architekten wollen den bisher als „Trutzburg“ wahrgenommenen Charakter der Anlage aufbrechen. Bürger können ihr Feedback zu den Entwürfen noch bis Anfang Februar digital einreichen.
Griebnitzsee wird zum KI-Zentrum
Das Großprojekt ist Teil einer strategischen Neuausrichtung der Universität. Die Juristische sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät ziehen vom Campus Griebnitzsee auf den neuen Brauhausberg. Dadurch entsteht in Griebnitzsee Platz für eine massive Erweiterung.
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Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) und die Digital Engineering Fakultät sollen dort zu einem europäischen Spitzenzentrum für künstliche Intelligenz ausgebaut werden. Die Fertigstellung beider Standorte ist für 2035 geplant.
Ein Millionen-Geschenk für die Wissenschaft
Die Finanzierung übernimmt die Hasso Plattner Foundation des SAP-Mitgründers. Die genaue Summe ist nicht öffentlich, es wird von einem dreistelligen Millionenbetrag ausgegangen. Eine solche private Förderung für eine öffentliche Universität gilt in Europa als beispiellos.
Das Geld fließt nicht nur in den Neubau. Erlöse aus dem Verkauf von Flächen am Griebnitzsee an die Stiftung investiert das Land Brandenburg in die Campi Neues Palais und Golm.
Vom „Kreml“ zur Wissens-Schmiede
Der Standort am Brauhausberg ist symbolträchtig. In der DDR-Zeit saß hier die SED-Bezirksleitung – das Gebäude trug den Beinamen „Kreml“. Die Umwandlung in einen modernen Campus unterstreicht Potsdams Wandel zur Wissenschaftsstadt.
Die zentrale Lage, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, rückt die Universität endgültig ins Herz der Stadt. Könnte dieser Impuls Brandenburgs Position im Wettbewerb um digitale Innovationen nachhaltig stärken?
Nächste Schritte: Bürgerfeedback und Werkstätten
Nach der öffentlichen Beteiligung gehen die Entwürfe ab Februar in Experten-Werkstätten. Dort entwickeln Vertreter von Universität, Stadt und Gesellschaft die Pläne weiter. Das Ergebnis bildet die Grundlage für das offizielle Bebauungsplanverfahren. Der gesamte Realisierungsprozess ist auf zehn Jahre ausgelegt.
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