Hart Bauträger und BSA Bau: Zwei weitere Bau-Pleiten in Österreich
19.01.2026 - 20:35:12Die österreichische Baukrise reißt zwei weitere Unternehmen in den Abgrund. Über die Wiener Hart Bauträger GmbH und die Linzer BSA Bau GmbH wurden heute Konkursverfahren eröffnet. Die parallelen Insolvenzen zeigen: Die Krise im Bausektor ist flächendeckend und trifft sowohl Bauträger als auch ausführende Betriebe.
Für beide Firmen sind bereits Insolvenzverwalter bestellt. Sie sollen nun die Vermögenswerte sichern und über eine mögliche Fortführung von Projekten entscheiden. Gläubiger können ihre Forderungen bis März anmelden.
Wiener Bauträger Hart ist pleite
Das Handelsgericht Wien eröffnete das Konkursverfahren über die Hart Bauträger GmbH. Das 2013 gegründete Unternehmen aus der Donaustadt war als Bauträger und Beteiligungsgesellschaft tätig. Ein Gläubigerantrag löste das Verfahren aus.
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Zum Verwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Mag. Markus Siebinger. Gläubiger müssen ihre Ansprüche bis zum 10. März anmelden. Eine erste Gläubigerversammlung ist für den 24. März geplant. Details zu Verbindlichkeiten oder der Zahl der Betroffenen liegen noch nicht vor.
Linzer Bauunternehmen BSA Bau folgt
Fast zeitgleich zog es die BSA Bau GmbH aus Linz ereilt. Auch hier eröffnete das Landesgericht auf Gläubigerantrag den Konkurs. Das Unternehmen mit Sitz in der Hanuschstraße war seit 2008 im Hochbau tätig.
Insolvenzverwalter ist hier Mag. Martin Schindling. Die Frist zur Forderungsanmeldung endet am 13. März, die erste Gläubigerversammlung findet am 27. März statt.
Warum die Bau-Branche blutet
Die Pleiten sind Symptome einer tiefen Branchenkrise. Eine toxische Mischung aus hohen Kosten und nachlassender Nachfrage setzt die Firmen unter Druck:
- Explodierende Kosten: Material- und Lohnkosten sind massiv gestiegen.
- Teures Geld: Höhere Zinsen und schärfere Kreditrichtlinien erschweren die Finanzierung.
- Nachfrage-Einbruch: Gestiegene Finanzierungskosten und die allgemeine Teuerung bremsen den Kauf von Eigentumswohnungen.
Alte Projektkalkulationen gehen nicht mehr auf. Verzögerungen bei Genehmigungen oder Streit mit Partnern führen dann oft in die finale Zahlungsunfähigkeit.
Die Folgen für Gläubiger und Käufer
Die Insolvenzwelle hat konkrete und teils dramatische Auswirkungen. Für Handwerker und Lieferanten als Gläubiger droht oft der Totalausfall ihrer Forderungen – ein gefährlicher Dominoeffekt.
Noch unsicherer ist die Lage für Käufer, die bereits Anzahlungen auf unfertige Wohnungen geleistet haben. Halbfertige Projekte verlieren im Konkursverfahren meist massiv an Wert. Eine Fertigstellung ist rechtlich und finanziell ein Drahtseilakt.
Experten sehen eine Marktbereinigung im Gange: Finanzstarke Player überleben, risikoreich aufgestellte Firmen gehen unter. Das könnte das Angebot an neuen Wohnungen weiter verknappen und den Mietmarkt zusätzlich anheizen.
Was jetzt auf die Betroffenen zukommt
Die Insolvenzverwalter stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Sie müssen prüfen, ob eine Fortführung von Projekten überhaupt sinnvoll ist oder ob Grundstücke und Bauten verkauft werden müssen. Die Gläubigerversammlungen Ende März sollen erste Klarheit bringen.
Betroffene Käufer sollten ihre Ansprüche im Verfahren anmelden und rechtlichen Rat einholen. Die Pleiten von Hart und BSA Bau sind eine deutliche Warnung: Die Stabilisierung des Bausektors bleibt eine der größten wirtschaftlichen Baustellen Österreichs.
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