Handwerk und Freie Berufe: Gründerwelle erfasst Beratungsstellen
14.01.2026 - 10:43:12Eine außergewöhnliche Nachfrage nach Gründungsberatung überlastet derzeit Kammern und Institute in ganz Deutschland. Besonders im Süden sind die Termine für Handwerk und Freie Berufe bereits ausgebucht – ein klares Signal für den Aufbruchswillen trotz komplexer Rahmenbedingungen.
Rekordnachfrage in Süddeutschland
Die Wartelisten für professionelle Gründungshilfe wachsen, vor allem in Baden-Württemberg und Bayern. Das Institut für Freie Berufe (IFB) meldet, dass die Einzelberatungen für Freiberufler am 14. Januar im Stuttgarter Haus der Wirtschaft komplett ausgebucht waren. Die Veranstaltung richtete sich an Ärzte, Architekten, Berater und die wachsende Zahl digitaler Kreativer.
Doch der Run beschränkt sich nicht auf die Landeshauptstadt. Die Handwerkskammer Region Stuttgart verzeichnete großen Zulauf bei ihrem „Existenzgründerseminar“. Der Fokus lag auf handwerksspezifischen Hürden wie der Meisterpflicht und der Investitionsplanung. Ebenfalls stark frequentiert war die erste Seminarreihe der Handwerkskammer Konstanz in diesem Jahr.
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Die nächsten Termine sind heiß begehrt. Für den IFB-Beratungstag in Ingolstadt am 20. Januar gibt es nur noch wenige Plätze. Die Veranstaltung in Ostwürttemberg am 26. Januar soll die restliche Nachfrage in der Region auffangen. Experten deuten diesen Ansturm als wachsendes Bewusstsein: Eine erfolgreiche Markteinführung erfordert minutiöse Vorbereitung – besonders bei Steuerstatus und Haftungsfragen.
Handwerk setzt auf Nachfolge und Digitalisierung
Während Freie Berufe ihren rechtlichen Status klären müssen, rückt im Handwerk die Unternehmensnachfolge neben die klassische Neugründung in den Fokus. Die Handwerkskammer Düsseldorf thematisierte dies bei einem Info-Nachmittag. Ein Webinar am 29. Januar mit dem Titel „Wie finde ich einen passenden Betrieb zur Übernahme?“ soll die Nachfolgekrise lindern.
Auch in Norddeutschland reagieren die Kammern auf den Strukturwandel. Die Handwerkskammer Oldenburg bot hybride Beratung an, um die Einstiegshürden zu senken. Die Handwerkskammer Lübeck bereitet unterdessen ihr Online-Grundlagenseminar für den 22. Januar vor. Die moderne Handwerksgründung ist heute oft hybrid: Sie verlangt technisches Können und digitales Geschäftsverständnis zugleich. Daher enthalten die Beratungsprogramme 2026 nun Module zu digitalem Marketing und Kostenrechnung.
Neue Finanzierungsfenster öffnen sich
Parallel zur Beratungswelle starten neue Förderprogramme. Ein wichtiger Impuls kommt aus Rheinland-Pfalz: Das Wirtschaftsministerium öffnet am 15. Januar das Bewerbungsfenster für das Stipendienprogramm „START in RLP“. Anträge sind bis zum 15. März möglich.
Die Förderung unterstützt innovative Gründungsideen in der Vorgründungsphase. Berater der Handwerkskammer Rheinhessen konzentrieren sich derzeit darauf, Antragsteller bei den strengen Kriterien für Innovation und Wirtschaftlichkeit zu unterstützen.
Für Freiberufler betont das IFB, dass die korrekte Einordnung als freier Beruf oft Voraussetzung für bestimmte Fördermittel ist. Die Hotline des Instituts verzeichnet viele Anfragen zur Abgrenzung zwischen freiem Beruf und Gewerbe – eine rechtliche Nuance mit erheblichen steuerlichen Konsequenzen.
Konjunktureller Rückenwind für Gründergeist
Die Häufung der Events im Januar ist strategisch. Analysten sehen in der stabilisierten Zinslage einen Grund für den Optimismus. Viele, die in den volatilen Jahren 2024 und 2025 zögerten, wagen nun den Schritt. Die volle Häuser bei IHK und HWK deuten auf einen Wandel hin: von der Not- zur Chancengründung.
Die Kooperation zwischen IFB und regionalen Kammern verbessert zudem das Ökosystem. Indem spezialisiertes Wissen zu Freien Berufen in das Kammernetz integriert wird, wird die Infrastruktur zugänglicher. Das hilft besonders „hybriden“ Gründern, deren Dienstleistungen die Grenze zwischen Beratung und Handel verwischen.
Ausblick: Volle Terminkalender bis ins Frühjahr
Die Beratungsdichte bleibt hoch. Die Handwerkskammer Magdeburg plant Beratertage am 21. Januar in Salzwedel und Haldensleben, um auch den ländlichen Raum zu erreichen. In Baden-Württemberg setzt die Handwerkskammer Reutlingen ihre monatliche Serie am 19. Januar fort.
Für alle, die die ausgebuchten Stuttgarter Termine verpasst haben, verweisen die Organisatoren auf Folgetermine im Februar – bei denen jedoch eine frühzeitige Anmeldung empfohlen wird. Die weitere Umsetzung des „START in RLP“-Programms soll zusätzlichen Schwung bringen. Branchenbeobachter erwarten einen spürbaren Anstieg neuer Gewerbeanmeldungen bis zum Ende des ersten Quartals 2026. Die entscheidende Frage bleibt: Übersetzt sich das enorme Beratungsinteresse auch in nachhaltige Unternehmensgründungen?
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