Handwerk fordert Reformtempo: 60.000 Jobs in Gefahr
27.02.2026 - 00:00:45 | boerse-global.deDas deutsche Handwerk sieht sich in einer tiefen Krise und macht die Bundesregierung für den Reformstau verantwortlich. Eine neue Prognose sagt für 2026 Stagnation und den Verlust Zehntausender Arbeitsplätze voraus.
Kurz vor der Internationalen Handwerksmesse in München zieht der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) eine ernüchternde Bilanz. Nach fast 300 Tagen Ampel-Regierung überwiege in den Betrieben Frust, so ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Der enorme Druck durch Bürokratie, Steuern und Energiepreise lähme den Sektor. Die wirtschaftlichen Aussichten sind düster: Für 2026 erwartet der Verband stagnierende Umsätze und einen Abbau von rund 60.000 Arbeitsplätzen.
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Strukturelle Schwächen bremsen Wachstum
Die Konjunktur hat sich deutlich eingetrübt. Während für 2025 noch ein leichtes Plus erhofft wurde, rechnet der ZDH nun mit Stagnation. Ein minimales Umsatzwachstum von einem Prozent im kommenden Jahr wird von einem massiven Beschäftigungsrückgang begleitet. Hauptgrund sind altersbedingte Austritte, die nicht mehr kompensiert werden können.
Der aktuelle Konjunkturbericht bestätigt das Bild: stagnierende Umsätze, verschobene Investitionen und sinkende Beschäftigung. Die strukturellen Schwächen des Standorts Deutschland seien zu gravierend, als dass die bisherigen Regierungsbeschlüsse nachhaltiges Wachstum hätten auslösen können. Der versprochene „Herbst der Reformen“ sei ausgefallen.
Bürokratie und Abgaben als größte Bremsklötze
Im Zentrum der Kritik stehen die ausufernde Bürokratie und die hohe Abgabenlast. Eine Umfrage der Handwerkskammer München zeigt: 76 Prozent der Betriebe sehen die Bürokratie als größte Herausforderung, 68 Prozent nennen Steuern und Abgaben. Von den angestoßenen Entlastungsmaßnahmen komme zu wenig im Betriebsalltag an.
Konkrete Gesetzesvorhaben wie das Bürokratieentlastungsgesetz IV bleiben aus Sicht des Handwerks weit hinter den Erwartungen zurück. Die Verbände fordern radikalere Schritte: die Abschaffung praxisfremder Regelungen und eine grundlegend wirtschaftsfreundlichere Denkweise in der Verwaltung. Kann die Politik diesen Kurswechsel schaffen?
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Branchen unter Druck: Vom Bau bis zum Bäcker
Die Krise trifft die Gewerke unterschiedlich. Während Bereiche wie die Gebäudetechnik von der Energiewende profitieren, stehen andere massiv unter Druck. Energieintensive Betriebe, das Bauhauptgewerbe und Lebensmittelhandwerke leiden besonders unter hohen Kosten und langen Genehmigungsverfahren.
Auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) fordert konkrete Beschlüsse zur Entbürokratisierung – auch auf europäischer Ebene. Lange Planungs- und Genehmigungsverfahren, vor allem bei Infrastrukturprojekten, werden als erhebliche Blockade für die wirtschaftliche Entwicklung kritisiert. Ein konsequenter Abbau sei der größte Hebel, um wieder günstiger und schneller bauen zu können.
IHM als letzte Chance für den Dialog?
Die Internationale Handwerksmesse ab dem 4. März bietet dem Handwerk eine wichtige Plattform, um seine Forderungen direkt an die Politik zu richten. Der ZDH mahnt: Die Koalition müsse nun die richtigen Weichen stellen und sich auf grundlegende Strukturreformen bei Steuern und Sozialversicherung konzentrieren.
Die Politik sei aufgefordert, Mut für große Reformen zu beweisen, um den Betrieben wieder „Luft zum Atmen“ zu verschaffen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der erneute Weckruf des Wirtschaftsmotors Mittelstand in Berlin Gehör findet.
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