Handwerk, Bürokratieabbau

Handwerk fordert radikalen Bürokratieabbau für bezahlbares Bauen

07.02.2026 - 06:00:12

Deutsche Handwerksverbände drängen auf drastischen Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungen, um Baukosten zu senken und Wohnungsbauziele zu erreichen.

Deutsche Handwerksverbände fordern tiefgreifende Reformen, um das Bauen wieder bezahlbar zu machen. Im Zentrum stehen ein radikaler Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungen. Die Branche warnt: Ohne Kurswechsel bleiben Wohnungsbauziele unerreichbar.

Hohe Materialkosten, gestiegene Finanzierungskosten und ein anhaltender Fachkräftemangel belasten die Betriebe. Sie bremsen dringend benötigte Wohnungsbauprojekte aus. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und weitere Branchenvertreter fordern die Bundesregierung deshalb zu einem fundamentalen Umdenken auf. Kosmetische Anpassungen reichten nicht mehr aus.

Anzeige

Passend zum Thema Bau und Handwerk: Fehlerhafte oder unvollständige Gefährdungsbeurteilungen führen auf Baustellen schnell zu Stillstand, Haftungsrisiken und Bußgeldern. Unser kostenloser Leitfaden liefert praxiserprobte Vorlagen, Checklisten und eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung, damit Ihre GBU bei Kontrollen besteht und Arbeitsabläufe sicher sowie effizient bleiben. Ideal für Handwerksbetriebe, Bauleiter und Projektverantwortliche. Jetzt Gefährdungsbeurteilung-Vorlagen kostenlos herunterladen

Bürokratie als größter Kostentreiber

Die zentrale Forderung ist eine drastische Reduzierung bürokratischer Lasten. Komplexe und langwierige Genehmigungsverfahren verteuern und verzögern Projekte unnötig. Die Vielzahl an Vorschriften und Normen gilt als erheblicher Kostentreiber.

Die Branche plädiert für eine Verschlankung der Prozesse und die Digitalisierung der Bauverwaltung. Ziel sind schnellere, transparentere Entscheidungen. So ließen sich Planungs- und Bauzeiten signifikant verkürzen – und damit die Gesamtkosten senken.

Stadtentwicklung neu denken: Die „produktive Stadt“

Über die reinen Baukosten hinaus drängt der ZDH auf eine Reform des Baurechts. In einer gemeinsamen Positionierung fordern Wirtschaftsverbände, Wohnen und Arbeiten bei neuen Bauflächen integriert zu betrachten. Eine einseitige Fokussierung auf Wohnungsbau verdränge Gewerbe aus Innenstädten.

Das hätte Folgen für Nahversorgung, Arbeitsplätze und urbane Vielfalt. Gefordert werden Konzepte der „produktiven Stadt“:
* Intelligente Nachverdichtung
* Aufstockung bestehender Gebäude
* Mobilisierung von Brachflächen

So sollen Nutzungskonflikte vermieden und Infrastruktur effizienter genutzt werden.

Können Normen Kosten senken?

Ein weiterer Hebel liegt in der Überprüfung geltender Baunormen. Sicherheitsstandards bleiben unantastbar. Doch Branchenkenner fragen: Ist jede Norm für jedes Bauvorhaben zwingend nötig?

Initiativen wie „kostenreduziertes Bauen“ in Hamburg zeigen Potenzial. Ein bewusstes Abweichen von bestimmten Standards kann Kosten im einstelligen Prozentbereich senken – ohne Qualität maßgeblich zu beeinträchtigen.

Parallel wird eine stärkere Innovationsförderung laut. Neue Materialien, Vorfertigung und digitale Technologien wie 3D-Druck bergen erhebliches Effizienzpotenzial.

Ein Sektor am Scheideweg

Die Forderungen kommen zu einer kritischen Zeit. Nach Jahren mit Lieferkettenproblemen und Preisexplosionen gibt es zwar erste Anzeichen einer Stabilisierung. Von einer echten Erholung ist die Branche aber weit entfernt.

Der Neubau stockt, obwohl die Auftragsbücher vieler Betriebe im Sanierungsbereich voll sind. Analysten sind sich einig: Die Zukunft hängt davon ab, ob Produktivität steigt und Kosten kontrolliert werden können. Die geforderten Strukturreformen gelten als alternativlos. Die Politik steht unter Druck, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen.

Anzeige

PS: Noch besser für Ihre Baustellenpraxis: Mit fertigen Excel-Checklisten, Risikomatrixen und rechtssicheren Mustervorlagen erstellen Sie Gefährdungsbeurteilungen in Minuten statt Stunden. Das Gratis-Download-Paket erklärt genau, welche Punkte Aufsichtsbehörden prüfen, wie Sie Nachfragen vermeiden und wie sichere Abläufe zur Kosten- und Zeitersparnis beitragen. Perfekt für Betriebe, die Projekte termingerecht und regelkonform abschließen wollen. Gefährdungsbeurteilung jetzt gratis sichern

@ boerse-global.de