Hamburgs, Bauordnung

Hamburgs neue Bauordnung: Schneller bauen, mehr Wohnraum schaffen

01.02.2026 - 20:25:12

Hamburgs novellierte Bauordnung erleichtert seit Jahresbeginn Baugenehmigungen, vereinfacht Umnutzungen und setzt auf digitale Prozesse, um mehr Wohnraum zu schaffen.

Hamburgs novellierte Bauordnung ist in Kraft. Seit Januar gelten neue Regeln, die Baugenehmigungen beschleunigen und das Bauen im Bestand erleichtern sollen. Der Senat reagiert damit auf den angespannten Wohnungsmarkt und will ungenutzte Potenziale in der Stadt heben.

Weniger Bürokratie für mehr Wohnungen

Die Reform setzt an zentralen Punkten an, um Projekte wirtschaftlicher zu machen. Ein Durchbruch ist die Aufweichung des Bestandsschutzes bei Umnutzungen. Künftig müssen Wände und Decken bei der Umwandlung von Büro- in Wohnflächen nicht mehr auf Neubaustandard gebracht werden. Das spart Zeit und Geld.

Zudem führt Hamburg ein Genehmigungsfreistellungsverfahren ein. Für kleinere Wohngebäude in festgelegten Gebieten reicht eine Bauanzeige. Kann die Behörde innerhalb eines Monats keine Einwände erheben, darf gebaut werden. „Das Bauen in Hamburg wird schneller, einfacher und günstiger“, verspricht Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein.

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Digitaler Antrag, digitaler Bescheid

Die inhaltlichen Erleichterungen werden durch eine digitale Offensive flankiert. Über den länderübergreifenden Dienst „Digitale Baugenehmigung“ können Anträge nun vollständig online eingereicht und bearbeitet werden. Hamburg geht noch einen Schritt weiter: Als erstes Bundesland stellt es Bescheide mit einem qualifizierten elektronischen Siegel aus. Die physische Unterschrift entfällt.

Klimaschutz und neue Mobilität im Fokus

Die neue Ordnung setzt auch auf Nachhaltigkeit. Wärmepumpen, Ladestationen und Balkonkraftwerke sind künftig von der Genehmigungspflicht befreit. Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Stellplatzpflicht. Statt fester Vorgaben tritt ein flexibler „Mobilitätsnachweis“. Bauherren müssen darlegen, wie die künftigen Bewohner auch ohne eigenes Auto mobil sein können. Das senkt die Kosten, besonders an gut angebundenen Standorten.

Ein Paradigmenwechsel für die Stadt

Experten bewerten die Novelle als wichtigen Schritt. Der Fokus liegt klar auf der Verdichtung und Umnutzung bestehender Flächen – eine nachhaltige Antwort auf den Wohnungsmangel. Die Kombination aus vereinfachten Regeln, digitalen Prozessen und flexibleren Vorgaben soll blockierte Projekte wieder in Gang bringen.

Doch bleibt die Qualität auf der Strecke? Kritiker mahnen, dass die Baukontrolle nicht unter der Beschleunigung leiden darf. Auch die Behörden müssen personell mithalten können.

Was kommt jetzt?

Die neuen Regeln gelten für alle Anträge seit Jahresbeginn. Die Branche erwartet nun einen spürbaren Anstieg bei Anträgen für Aufstockungen und Umnutzungen. Ob Hamburgs Vorstoß wirklich mehr Wohnraum schafft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Gelingt der Spagat zwischen Tempo und Qualität, könnte das Modell Schule machen.

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